Tränenpalast beim S-Bahnhof Berlin Friedrichsstrasse
Tränenpalast beim S-Bahnhof Berlin FriedrichsstrasseFoto-Quelle: Thomas Bily für seniorbook

Tränenpalast beim S-Bahnhof Berlin Friedrichsstrasse

Thomas Bily
Beitrag von Thomas Bily

Im Tränenpalast direkt am Bahnhof Friedrichstrasse erinnert die Ausstellung "GrenzErfahrungen" an die Zeit der deutschen Teilung. Es war einer der Grenzübergänge, wo man durch teilweise schikanöse Kontrollen gepfercht wurde. Viele Original-Belege und Stimmen von Zeitzeugen formen und erhalten ein griffiges Bild vom Alltag im geteilten Deutschland.

Dokumentativ, nicht dogmatisch

Die Ausstellung ist engagiert, ein objektiv sachliches Bild dieser Zeit zu zeichnen. Uniformen, Grenzübergangshäuschen und Dienstanweisungen sind im Original aufgebaut. Manche Ausschnitte sind ja so skurrill und eigenartig, dass sie auf alle, die diese Zeit nicht miterlebt haben, wie außerirdisches Material wirken könnten.
Ereignisse wie der Volksaufstand 1953 werden mit Stimmen von Ost und West-Fernsehen begleitet. Das gibt dem Besucher eine Einsicht in die Verhältnisse und das Meinungsbild von hüben und drüben und objektiviert die Sichtweisen.

Grenzerfahrungen als Mahnung

Abgesehen davon, dass sich wohl kaum jemand diese Zeit zurück wünscht, ist die Erinnerung daran eine notwendige und gleichzeitig bunt unterhaltsame Mahnung, Freiheit als zentrales Merkmal einer Demokratie zu pflegen und immer wieder einzufordern. Und wir sollten nie selbstzufrieden davon ausgehen, dass ein Verlust an Freiheit nur in sozialistischen Systemen vorkäme.

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