Schlaflose Nächte und launische Weiber - was ist dran am Vollmond?
Schlaflose Nächte und launische Weiber - was ist dran am Vollmond?

Schlaflose Nächte und launische Weiber - was ist dran am Vollmond?

Christine Kammerer
Beitrag von Christine Kammerer

Schlaflose Nächte, Selbstmorde und Verbrechen – das alles und noch viel mehr wird dem Vollmond zugeschrieben. Lange bestritten die modernen Wissenschaften jeglichen Einfluss des Mondes auf den Menschen, doch in jüngster Zeit mehren sich die Indizien, dass die uralten Mythen nicht vollkommen von der Hand zu weisen sind…

Das helle Leuchten des Vollmonds in einer klaren Spätsommernacht, vielleicht ein kleiner Wolkenschleier davor, die ersten Nebel steigen auf – solche eindrucksvollen Bilder verzauberten unsere Vorfahren seit uralten Zeiten. Fast alle Kulturen verehrten den Mond als Gottheit. Sein Umlauf war die Grundlage für die Berechnung der Kalendermonate. Kein anderes Gestirn wurde so oft besungen und in der Dichtkunst gepriesen. Er inspirierte die Menschheit zu verwegenen astrologischen Deutungen und gruseligen Werwolfs-Geschichten.

Der Mondkalender - reine Glaubenssache?
Als erwiesen gilt, dass der Mond die Ebbe und Flut verursacht. Viele Meeresbewohner richten ihr Fortpflanzungsverhalten nach den Mondphasen aus. Konkrete Auswirkungen auf den menschlichen Organismus sind jedoch bis heute wissenschaftlich nicht nachweisbar.

Ist es tatsächlich nur die selektive Wahrnehmung, die uns einen Streich spielt? Angeblich prägen sich bestimmte Ereignisse deswegen besser ein, weil wir sie so eng mit der auffälligen Erscheinung des vollen Mondes verknüpfen. Auch der Mondkalender, so die Skeptiker, beruhe nur auf vagen Annahmen. Seine Anhänger berufen sich auf altes Erfahrungswissen. Fehlen handfeste Beweise womöglich nur, weil sich noch niemand wirklich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt hat? Oder entzieht sich der subtile Einfluss des Mondes der wissenschaftlichen Messbarkeit?

Sind mondsüchtige Frauen launischer?
Beeinflusst der Mond unsere Launen? Das deutsche Adjektiv „launisch“ stammt vom lateinischen Wort Luna und bezeichnet eine unbeständige Stimmungslage. Als launisch gelten vor allem wir Frauen - auf uns soll der Mond eine besonders starke Wirkung haben. Hat die Mondphase etwas mit dem Menstruationszyklus zu tun? Oft wird behauptet, dass der Zyklus vo Frauen, die in Naturvölkern leben, mit denen des Mondes übereinstimmt. Doch selbst das wird von der Wissenschaft bezweifelt.

Schlaflos bei Vollmond
Auf Geburten scheint der Mond keinen Einfluss zu haben – das belegen zumindest Krankenhaus-Statistiken. Auch Verbrechen oder Komplikationen nach Operationen treten demnach bei Vollmond nicht gehäuft auf. Allein die so häufig beklagte Schlaflosigkeit gab den Wissenschaftlern zu denken:

Sie gehen heute davon aus, dass die mit dem Vollmond verbundenen Schafstörungen vor allem auf seine Helligkeit zurückzuführen sind. Das grelle Mondlicht, so die Forscher, führt zu Irritationen im Schlaf-Wach-Rhythmus. Es beeinflusst die Produktion des Schlafhormons Melatonin – viele Menschen fühlen sich hellwach und munter. Doch selbst das lässt sich nicht verallgemeinern, denn mindestens ebenso viele Menschen schlafen auch bei Vollmond wie die Murmeltiere.

Was also wirklich dran ist an der Magie des Vollmondes, das steht immer noch in den Sternen…