Junger Elephant
Junger ElephantFoto-Quelle: Joelsuganth unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

Frau mit großem Herz rettet hunderte Waisen vor dem Tod

Sonja Bissbort
Beitrag von Sonja Bissbort

Kinder brauchen viel Liebe. Vor allem kleine Waisenkinder. Manche der kleinen Waisen, denen Dr. Daphne Sheldrick ein neues Zuhause schenkt, sind erst drei Tage alt, wenn sie zu ihr kommen. Sie verlieren ihre Mütter meist auf brutale Weise: Ihre Mütter werden in aller Regel erschossen, ermordet, niedergemetzelt. Habgier ist dabei das häufigste Motiv.

Die Kleinsten der Kleinen hätten ohne ihr Waisenhaus keine Chance zu überleben.


Dr. Daphne Sheldrick und ihre Helfer führen ihr Waisenhaus sein 1977 - in Erinnerung und im Namen von David Sheldrick, der zu seinen Lebzeiten den Grundstein dafür legte. Jedes kleine Waisenkind hat zunächst einen eigenen Pfleger, eine Art Ersatzmutter, die auch nachts bei "ihrem" Kind bleibt. Von ihr lernen die Kleinen alles - Gemeinschaftssinn, Freundschaft wie auch Spielen und später ein ganz normales Leben.

Keines der Waisenkinder wurde in seinem späteren Leben straffällig oder verhaltensauffällig. Allen gelingt der Start in ein eigenes selbstbestimmmtes Leben, alle führen ein gutes Leben und helfen sogar den Kleineren bei deren Start, nehmen diese in ihre Obhut und Gemeinschaft.

Alle kommen immer wieder gerne zurück in "ihr" Waisenhaus.


Einer der Pfleger findet dazu einfache Worte. Wenn die Kinder ihres Waisenhauses erwachsen werden, macht das alle Pfleger wie auch Dr. Daphne Sheldrick zugleich froh wie auch traurig. Wir müssen sie loslassen. Und wenn sie dann wiederkommen, dann machen sie alle sehr glücklich. "Wir spüren ihre Freundschaft und Liebe. Und wissen, wir haben alles gut gemacht."

Dr. Daphne Sheldricks Waisenhaus liegt mitten in Afrika, mitten in Kenia.


Ihr Waisenhaus ist eine Aufzucht- und Auswilderungsstation für Elefantenwaisen, die ihre Mütter verloren haben - an Krankheit, Dürre, meist jedoch an Wilderer, die auch vor den Grenzen des Nationalparks nicht Halt machen.

Im nördlichen Teil des Tsavo-Nationalparks, wo die Auswilderungsstation liegt, haben einmal über 40 000 wilde Elefanten gelebt. Über 30 000 wurden in wenigen Jahren ermordet. Die restlichen begriffen, dass ihr Leben nicht mehr sicher war, und flohen in den südlichen Teil des Parks.

Die Arbeit des David Sheldrick Wildlife Trust rettet nicht nur die Waisen vor dem sicheren Tod. Durch die erfolgreiche Auswilderung kommen auch wilde Elefanten zurück. Als verstünden sie, dass es auch andere, gute Menschen gibt als Wilderer und Mörder. Ausgewilderte und wilde Elefanten begründen nun eine neue Gemeinschaft.

Und selbst die wilden Elefanten besuchen das Waisenhaus des David Sheldrick Wildlife Trust. Als wollten sie verzeihen und die Hand zur Versöhnung reichen.


Und dies, obwohl ihr Leben immer noch in Gefahr ist. Dies belegen die Zahlen der neuen Waisen. Ende 2013 wurden 80 Elefanten im Elefantenwaisenhaus betreut, alleine und diesem Jahr kamen 45 Elefanten hinzu - die größte Anzahl seit der Gründung im Jahre 1977.

Wann beginnen Menschen zu begreifen, dass die Tötung von Elefanten ein Verbrechen ist?