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Vertriebene Sudetendeutsche warten mit Handgepäck auf ihren Abtransport

Vertreibung: Vergeltung oder Verbrechen?

Von News Team - Montag, 18.05.2015 - 16:51 Uhr

Mit dem Kriegsende jährt sich auch der Beginn der Vertreibung. Entmündigung und Ausweisung der Sudetendeutschen erfuhren durch die Beneš-Dekrete in der Tschechoslowakei sogar ein rechtliches Fundament. Sie beriefen sich auch auf die Illoyalität der Sudetendeutschen während des Krieges.

Tiefe Spuren und Gräben

Die Vertreibung hat tiefe Spuren hinterlassen bei den Betroffenen. Die Erinnerungen daran schmerzen und verbinden. Die deutschen Vertriebenenverbände sind groß und haben politisches Gewicht. Daher muss die Politik bis heute die Interessen dieser Wähler in ihren Beziehungen zu Nachfolgestaaten wie Tschechien vertreten. Das wiederum hat zur natürlichen Folge, dass die Gegenüber auf ihrer Position beharren. Mit einem Eingeständnis des gegenseitigen Unrechts tat und tut man sich immer noch schwer.

Die Zeit heilt nicht. Sie sitzt aus.

Solange die Beteiligten leben, wird es wohl zu keiner Aussöhung kommen. Selbst in den Nachfolgegenerationen gibt es Jungvertriebene, die das zweifelhafte Erbe pflegen. Aber mit jedem weiteren Jahr werden es weniger. Allein die fortschreitende Zeit birgt die Hoffnung, dass Vertreibung irgendwann als Kapitel abgeschlossen wird.

Und auch in den Büchern wird die Frage bleiben:
War Vertreibung eine gerechte oder zumindest nachvollziehbare Rache für die Kriegsverbrechen der Deutschen?
Oder ist Vertreibung per se ein Verbrechen, mit dem man ein anderes nicht aufwiegen darf?

Rechtlich eigentlich eine klare Sache, oder?

Ergänzung am 21.5.
Mutig geht Brünn voran, wenn es Bedauern zeigt für die Vertreibung der Sudetendeutschen. Interessant wird sein, die Reaktion der Bevölkerung vor Ort zu beobachten.

153 Kommentare

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Der Beitrag des Community Teams wurde vor ca. 14 Tagen veröffentlicht und bis heute haben sich 376 Kommentare dazu gefunden. Da ich in diesen ca. 14 Tagen nicht in Deutschland weilte, habe ich erst jetzt davon Kenntnis nehmen und vor allem einen großen Teil dieser mituner sehr eigenartigen Kommentare lesen können und was wurde da so alles kommentiert getreu dem Motto "Meinungsfreiheit". Auch ich gehöre zu den Betroffenen, da meine Familie (Großmutter, Mutter, 2 Brüder und eine Schwester) am 9.5.1946 gemäß Anordnung meiner damaligen Geburtsstadt mit den üblichen Auflagen bezüglich mitzuführendes Gepäck und zurückzulassendes Hab und Gut "ausgewiesen" oder "vertrieben" wurde. Mein Vater befand sich zum damaligen Zeitpunkt noch lebend in einem Kriegsgefangenelager hinter dem Ural (Moshga), verstarb aber dann im August 1946 an den üblichen Folgen wie Hunger und Krankheit. Meine Mutter hat in Begleitung meiner Schwester zwei Mal ihre Heimat besucht und beschloß nach der zweiten Besuchsreise, nie mehr dorthin zu reisen, zu sehr hat sie der Zustand ihrer Heimat betroffen gemacht. Ich selbst habe Jahre später meine Heimat bereist und war sehr angetan, wie sehr sich die Tschechei als Mitglied der EU "gewandelt" hat, nicht zuletzt durch entsprechend hohe Investitionen. Weder meine Geschwister noch ich - und ich kenne niemanden, der es möchte - würden heute "zurückgehen" in unsere Heimat, aus der wir unter unbeschreiblichen und unmenschlichen Umständen vertrieben wurden. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft hat seit Anfang der 50er Jahre auf "Wiedergutmachung" verzichtet, nicht verzichtet hat sie indes auf das "Recht auf die Heimat". Lese ich die vielen Kommentare von "Zeitzeugen" und insbesondere von Leuten, die das Problem der Vertreibung nur vom Hörensagen kennen, kann ich nur den Kopf schütteln wieviel Unsinn in diesen Kommentaren enthalten ist. Feststeht, dass die Vertreibung von Menschen aus ihrer angestammten Heimat, egal um welche Völker oder Ethnien es sich handelt, ein Verbrechen war,
ist und immer sein wird. Feststeht auch, dass die Benesh-Dekrete, die die gesetzliche Grundlage für die Vertreibung waren, insbesondere dass die bei der Vertreibung geschehenen Untaten wie Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub usw. nicht verfolgt wurden und werden und immer noch Gültigkeit haben und nicht durch die Tschechei aufgehoben werden und das in einem geeinten Europa, zu dem sich die Tschechei zählt und dessen Gesetze sie einzuhalten hat. Nicht nur in unserer Zeit, auch in der Vergangenheit wurden und werden Vertreibungsdelikte als Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt und geahndet. Vertreibungen gab es viele, z.B. die der Armenier und gibt es immer noch, z.B. im vorderen Orient im Irak, in Syrien, in Afrika usw. die Liste der illegalen Vertreibungen ist lang und die Weltöffentlichkeit ist sich einig, dass es sich um Verbrechen handelt. Nicht einig ist man sich aber hinsichtlich der Vertreibung der Deutschen, Österreicher, Ungarn, Rumänen und auch Juden usw, also der Völker, die noch zur kuk-Zeit den Raum der späteren Tschechoslowakei besiedelten, hier findet sich kein Politiker, der sich mit dem erforderlichen politischen Nachdruck dafür einsetzt, dass die Benesh-Dekrete endlich widerrufen und die in ihrem Namen geschehenen Verbrechen als solche auch angeklagt und geahndet werden.
Hasko Winter
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Und womit wurden jahrzehntelang junge Tschechen in der Schule belogen? 1. Die Deutschen kamen mit Hitler in die Tschechoslowakei und sie sind mit Hitler wieder "abgeschoben" worden! >Das mag für das Innere Böhmens gelten, wo Deutsche vorher nur eine Minderheit waren. Im Sudetenland waren Deutsche aber entweder zum Roden der Wälder in kaum besiedelten Gebieten vor 700 Jahren gekommen, oder etwas später als gesuchte Städtebauer, Handwerker oder Händler!< 2. Die Deutschen waren "Gäste" , die mal eingeladen wurden, die aber eben auch "wieder nach Hause gehen müssen!" >Das nach z.T. 700 Jahren! Den Stammbaum meiner Schwiegeltern kann man bis ca. 1620 im Kreis Marienbad zurückverfolgen! Das sollen "Gäste" sein, wo man bei uns schon scheel angesehen wird, wenn man Gastarbeiter sagt und Menschen meint, die erst 50, 40 oder 30 Jahre hier sind!< 3. Die Nazis hätten ja auch 1938 nach dem Anschluss Tschechen vertrieben. >In Wirklichkeit sind das Tschechen im tschechischen Staatsdienst gewesen, die nach 1919 die entlassenen deutschen Neu-Tschechoslowaken ersetzt hatten, die rücksichtslos in den deutschsprachigen Gebieten entlassen wurden, wenn sie nicht gut genug Tschechisch sprechen konnten! Der Tschechische Staat hat ihnen dann in der Rest-Tschechei Arbeitsplätze angeboten. Dafür mussten sie umziehen, konnten aber ohne Quälereien, Beraubung, Ausplünderung unbegrenzt Hab und Gut mitnehmen. Teilweise haben sie sogar ihre Häuser behalten und vermieten können und nach der Vertreibung wieder einziehen können (so war es beim einzigen Tschechen im Dorf meiner Schwiegermutter bei rund 220 Deutschen: ein staatlicher Gendarm. Der soll übrigens sehr menschlich gewesen sein).
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Oder was hört man von tschechischer Seite als Grund? 1. Laut Zeman sollen die Sudetendeutschen froh sein, dass sie nur vertrieben worden seien, nicht aber sämtlich hingerichtet! Denn nach seiner Präsidenten-Logik seien alle Sudetendeutschen Verräter, da sie mit dem Wunsch nach Verlassen der Tschechoslowakei 1938 "Hochverrat" begangen hätten und das würde in allen Staaten mit der Todesstrafe vergolten! Bei allem Verständnis für das traumatische Jahr 1938/39, als die Siegermächte des 1. WK F, GB und I ihr Unrecht von 1919 rückgängig machten ("Münchener Abkommen") und dem Sudetenland den Anschluss an Deutschland gewährten (leider nicht zu demokratischen Zeiten, sondern erst zu Hitlers Zeiten!), ist das menschenverachtend und zynisch! a) Die tschechischen Nationalisten, die vor 1919 gegen ihren Heimatstaat Österreich-Ungarn kämpften und schon vorher dahin arbeiteten, den eigenen Staat zu zerstören, haben ja selbst "Hochverrat" begangen, ohne dass ihnen jemand die Todesstrafe hat angedeihen lassen! b) Diese Nationalisten haben ihr nationales Selbstbestimmungsrecht (zu Recht, wie ich ihnen zugestehe) 1918/19 erhalten, haben es aber der deutschen Mehrheit im Sudetenland mit keinem Gedanken zukommen lassen. Das war ein Urknall des Unrechts, der dann mit der Benachteiligung der tschechoslowakischen Staatsbürger und Firmen mit deutscher Volkszugehörigkeit fortgesetzt wurde. Demokratische Rechte wurden eingeschränkt: Demonstrationsrecht (zusammengeschossene und ermordete friedliche Demonstranten vom 4.3.1919 ...), Gleichberechtigung (Ausschluss deutscher Firmen bei der staatlichen Auftragsvergabe oder bei der Schulfinanzierung) oder Meinungsfreiheit (Verbot über die Entstehung des Staates zu sprechen bei Gefängnisstrafe!) usw. c) In einem Rechtsstaat gilt das Prinzip, dass jedem einzelnen Täter sein Unrecht nachgewiesen werden muss. Hier ist eine Kollektivstrafe verhängt worden über Menschen, die tatsächlich kämpferisch Nazi-Politik verfolgt haben, solche, die sich gegenüber Tschechen unrechtmäßig verhalten haben, die Verbrechen begangen haben, bloße passive Anhänger Hitlers, aber auch Gegner Hitlers, passive wie aktive, ja selbst Opfer der Nazis wie die Juden, die als "deutsche Juden" gleich mit in KZs wie Theresienstadt gesperrt, drangsaliert und vertrieben worden sind! --- Dass die tschechische Regierung wusste, dass sie außer Nazi-Anhängern auch Nazigegner vertrieb zeigt die Differenzierung bei der Erlaubnis, wie viel Gepäck mit genommen werden durfte: Nazigegner wie die Sozialdemokraten durften die doppelte Menge mitnehmen! Aber man wollte ja einen Nationalstaat, da störten sogar die, nicht über den Anschluss an Deutschland gejubelt hatten! --- Das ist also der eigentliche Hintergrund der Vertreibung, untermauert durch die Aussage Beneschs, eigentlich hätte man ja gleich die Deutschen 1919 vertreiben wollen/sollen, aber das sei bei den Alliierten nicht durchsetzbar gewesen!
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Was nennen nun eigentlich die Vertreiberstaaten für Gründe und welche gibt es noch insgeheim, die nicht genannt werden? ---
Die Sowjets begründeten die Vertreibung großer Teile der polnischen Bevölkerung aus der Ukraine, Weißrussland und Litauen, damit, dass Polen dem 1917 besiegten Russland in einem brutalen Krieg nach dem 1. Weltkrieg nicht nur die mehrheitlich polnisch bewohnten Gebiete abgenommen hatte, sondern über die "Curzon-Linie" (ungefähre polnische Sprachgrenze) hinaus Gebiete erobert hatte, die nur polnische Minderheiten kannte. Das war meist so, es gab aber auch uneindeutige Gebiete: Stadt Lemberg mit rund 50 % Polen, aber das Umland nur polnische Minderheiten. Diese Polen sollten also in einem polnischen Staat leben. --- 1. Für diese nicht einmal 2 Mio Polen wurden aber, schätze ich 8-10 Mio Deutsche aus West- und Ostpreußen, Pommern, Ost-Brandenburg und Schlesien vertrieben, also wesentlich mehr, als man wirklich brauchte. Auch diese Begründung für die Vertreibung ist nur teilweise stichhaltig! --- 2. Neben der historisch nicht haltbaren Aussage, dass Preußen den Militarismus als Besonderheit unter den Staaten beinhalte (die anderen Staaten waren nicht weniger militaristisch als Preußen!) wurde die Behauptung in die Welt gesetzt, dass von Preußens Provinzen Ostpreußen, Pommern und Schlesien die Aggressionen der beiden Weltkriege gegen Russland ausgegangen seien und dass damit endlich Schluss sein müsse! Dabei wird vergessen, dass die Aggression nicht von Ostpreußen (oder gar Schlesien) gegen Russland im 1. WK ausgegangen ist als vielmehr ging die Aggression von Russland aus gegen Ostpreußen, das´schon halb russisch erobert war, bevor Ludendorff und Hindenburgs Armee die beiden russischen Armeen geschlagen hat. Und erst nach diesem russischen Angriff arbeiteten sich die deutsche und österreichischen Armeen gegen Russland vor! Und am Beginn des 2. Weltkrieges 1939 ging die Aggression von Deutschland u n d Russland/Sowjet-Union aus. D.h. Polen wurde auch aus den früher polnischen Gebieten heraus angegriffen, besetzt und aufgeteilt! Bei dieser Begründung hätte Stalin eigentlich das "Aggressionsausgangs-Gebiet" Ost-Polen an Polen zurückgeben müssen! --- 3. Die Polen können natürlich zu Recht auf die Nazi-Politik und -Pläne verweisen, wonach die polnische Bevölkerung aus ihrer angestammten Heimat verwiesen wurden bzw. werden sollten. Sie argumentierten aber umgekehrt eher nationalistisch und stellten nach der Besetzung der Oder-Neiße-Gebiete Schilder auf, in denen von den "wiedergewonnenen polnischen Westgebieten" die Rede war. Diese Gebiete wurden von einem Ministerium für die "wiedergewonnenen Gebiete" verwaltet! Und 1965 gab die polnische Post eine Briefmarke heraus, die an die "Wiedergewinnung der polnischen Westgebiete" 20 Jahre zuvor erinnerte! Das zielt auf die slawische Besiedlung (nach u.a. einer keltischen und germanischen Besiedlung vorher) ab dem 8. - 10. Jahrhundert n.Chr., wobei slawische (nicht "polnische") Siedler meist gewaltlos bis Niedersachsen südlich von Hamburg (Wendland) vorstießen. Erst danach setzte dann die deutsche Ostsiedlung ein, bis schließlich zu einer mehrheitlich deutschen Bevölkerung ab ca. 1100 bis 1300 führte. Eine "Wiedergewinnung" bedeutet also ein Anspruch auf "urpolnische Gebiete" nach rund 700 bis 800 "deutschen Jahren". (Nebenbei erfolgte die slawische Besiedlung z.B. Schlesiens von Mähren und Böhmen aus. Breslau/Wroczlaw und Glatz müsste damit eigentlich zu Tschechien gehören! Aber da hilft der Panslawismus weiter! Das ist reine "Blut- und Boden-Ideologie" wie bei den Nazis. Der "Boden" ist wichtiger als die Menschen als, die ihn urbar gemacht haben und 800 Jahre darauf lebten! --- Nicht vergessen ist in diesem Zusammenhang die nationalistische polnische alte Forderung nach den westlich der Oder-Neiße-Linie gelegenen Gebiete inclusive Berlin, Dresden, Leipzig. Dazu missbrauchten polnische Nationalisten die slawischen Sorben und Wenden sowie die vielen Dorf und Stadtnamen slawischen Ursprungs (z.B. auf -ow am Ende wie Teltow usw.)! Nicht vergessen sind die polnisch-nationalistischen "Westmarken-Verbände mit dieser Forderung sowie die 3 polnischen Versuche, nach dem 1. WK Oberschlesien zu erobern, bevor eine Volksabstimmung stattfinden sollte! 4. Nationalistische Polen hatten schon 1918/19 ihre Forderungen auf Schlesien und West- und Ostpreußen damit begründet, dass die dortigen Deutschen in Wirklichkeit gar keine richtigen Deutschen seien, sondern "zwangsgermanisierte Polen". Daher forderten sie diese "urpolnischen Gebiete" für sich "zurück" inklusive der Menschen, die sich nicht hatten in Volkslisten "germanisieren lassen! Z.T. hatten sie damit gar nicht immer Unrecht, nur hatten sie sich etwas verrannt. So haben in Masuren auch Menschen mit polnischen Wurzeln 1920 zu 90 bis 99 % für den Verbleib bei Ostpreußen/Deutschland und nicht für Polen gestimmt! --- Hier hat ein Pole gepostet, dass schon vor 10500 Jahren Slawen da gewohnt hätten !?!?
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Was auffällt, ist das Verständnis mancher Deutscher hier für das eindeutige Verbrechen der Vertreibung und der Morde, Vergewaltigungen, Beraubungen usw., die damit zusammenhängen. Fällt niemandem auf, dass die Vertreiber nicht die Opfer der unbestreitbaren Nazi-Verbrechen waren, sondern kalt berechnende Politiker, glühende Nationalisten und Kommunisten, denen doch die jüdischen Opfer am Allerwertesten vorbei gingen (Etliche haben ja selbst Judenmorde zu verantworten gehabt!). Die Deutschen wurden ja auch nicht vertrieben, um überlebende Juden eine neue Heimat zu geben, oder? ---
Und warum wurden ungarische Bürger aus der Tschechoslowakei vertrieben, auch wenn sie keine Nazis waren? Und ganz und gar: warum wurden Polen aus der Sowjet-Union vertrieben (aus der heutigen Ukraine, Weißrussland und aus Litauen), obwohl die nun wirklich keine Nazis oder Nazi-Verbündete waren!???? Und die anderen Vertreibungen des "Jahrhunderts der Vertreibungen", des 20. Jahrhunderts? Was hatte die Vertreibung und Völkermord der Armenier und der Griechen durch die Türkei mit Hitler oder den Nazis zu tun? 1915 - 1920 gab es die Hitlerpartei noch gar nicht und trotzdem fanden massive Vertreibungen und Massenmorde statt. Wir müssen einfach zur Kenntnis nehmen, dass Vertreibung aus der angestammten Heimat ein Instrument von Ideologen des "Nationalstaates", eine Ideologie seit der französischen Revolution. Vorhergehende Staaten waren meist Vielvölkerstaaten, bei denen sowohl die Unterdrückten als auch die Unterdrücker mehreren "Nationen" angehörten. Die Nationalität spielte kaum eine Rolle! Tschechische Adlige unterdrückten und beuteten ihre Leibeigenen aus, ob das nun deutsche oder tschechische Bauern waren und die deutschen Adligen z.B. im Sudetenland beuteten die deutschen Leibeigenen genauso aus wie sie die wenigen tschechischen Bauern ausgebeutet haben! Die Verschärfung der nationalen Gegensätze kam z.T. durch religiöse Gegensätze (z.B. die Hussiten) und vor allem durch die Einführung der Schulpflicht. Dabei versuchten unsensible Schulbehörden, die Sprache der Titularnation für alle verbindlich durchzusetzen. So sollten z.B. die Polen in Russisch-Polen plötzlich Russisch lernen, in Preußen und Österreich Deutsch. Oder die Elsässer und Lothringer Französisch usw. Und dann kamen noch die Ultranationalisten, die z.B. den Zusammenschluss aller Slawen forderten (Panslawistenkongress 1848 in Prag), genauso künstlich wie Hitlers Pangermanismus oder der Pan-Arabismus von Nasser, Assad, Ghaddafi und Saddam Hussein. --- Die Naziverbrechen erleichtern lediglich die aus anderen Gründen angestrebten "ethnischen Säuberungen" zu begründen. Da müssen sogar die Vertriebenen sagen: "Na ja, das war ja nur gerecht!" --- Aber Gründe gibt es genug auch ohne die Nazis!
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Nicht verständliche Hindernisse sind aber Unwahrheiten und Verhetzungen, auch auf beiden Seiten! 45 Jahre der Unwahrheit in den kommunistisch besetzten Staaten, die perfekt auf der nationalistischen Klaviatur spielten, haben ihre Spuren hinterlassen. Man kann heute noch Sätze hören wie: "Der Besitzer (des Schlosses Königswart) hat mit den Nazis zusammengearbeitet, deswegen musste er enteignet werden!" - Frage: "Und wenn er nicht mit den Nazis zusammengearbeitet hätte?" - Na dann wäre er auch enteignet worden, weil er Österreicher war!" - Also ist doch die angebliche Zusammenarbeit nicht die Ursache gewesen! Sudetendeutsche Familienforscher können heute noch Dokumente finden, auf denen vermerkt wurde, welche Gegenstände in ihren Bauernhäusern beschlagnahmt worden sind mit dem Vermerk: "Beschlagnahmt, weil sie Deutsche ist" o.ä. Nicht persönliche Schuld war Grund für Diebstahl, Enteignung, körperliche Torturen bis zum Mord und Vertreibung, sondern die Zugehörigkeit zum deutschen Volk!
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Verständliche Hindernisse für die Versöhnung sind manchmal wohl tatsächlich schlimme Erfahrungen, auf beiden Seiten! Eine Frau berichtete mir, dass sie den Blick in einen tschechischen Gewehrlauf nie vergessen werde, nachdem sie sich heftig gegen sexuelle Belästigungen wehrte. Nur ein weiterer tschechischer Milizionär rettete sie vor sexueller Gewalt oder dem tödlichen Schuss. Sie war nicht zur Aussöhnung bereit. Sie hat ihre tschechisch besetzte Heimat im Egerland nie wieder betreten! Und ähnlich schlimme Erlebnisse gab es sicher auch bei Tschechen! Das kann ich durchaus verstehen! Wer nicht?
Möchte eigentlich nichts mehr davon schreiben, hatte damit agbeschlossen. Sind Sie Herr Kauschat " Betroffener" ,oder nur eine Interessent ?! Wie ich schon erwähnte.... wir kamen aus Schlesien,um Breslau. Waren vom Febr. 45 bis Dez 1945 "unterwegs". Allen Besatzern ausgeliefert.....nach dem Krieg. Die Leichen ,das Morden ,das Sterben.....wir waren ja nur noch Frauen und Kinder, so wie ich.
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Zitat: "Solange die Beteiligten leben, wird es wohl zu keiner Aussöhnung kommen." --- Da kennen Sie die Realitäten nicht! Im Kreis Limburg-Weilburg haben 2 Gemeinden Patenschaften mit Gemeinden aus Vertreibungsgebieten: Pommern und Sudetenland! Beide Partnerschaften sind von Heimatvertriebenen aus den nun polnischen und tschechischen Gemeinden angestoßen und getragen worden. Mein Vorgänger als Vorsitzender des Bundes der Vertriebenen in Limburg, Günther Ahndorf, wurde für seine Verdienste um diese Partnerschaft sogar zum Ehrenbürger seiner inzwischen tschechischen Heimatgemeinde Grulich/Kraliky am Adlergebirge ernannt. Das Problem sind nicht "die Beteiligten", sondern nur einige!
Das Verhalten der Nazis in sämtlichen Besatzungsgebieten hat das Klima zwischen Deutschen und unseren Nachbarn vergiftet. Wer von Herrenmenschen und Untermenschen spricht handelt nicht besser als die Kolonialmächte in Afrika. Für diesen Grössenwahnsinn der Nationalsozialisten durften die deutschen Minderheiten in den Ostgebieten nach 1945 dann büssen.
Das ist wohl leider wahr. Ohne diese Verbrechen wäre es sicher nicht so zu den Nachfolgeverbrechen gekommen. --- Aber wenn man so argumentiert, muss man auch weiter zurück blicken: Haben nicht auch die tschechischen und polnischen Nationalisten das Klima nicht vergiftet? In der CSR mit der Grenzziehung ohne Rücksicht auf nationale Mehrheiten (Sudetendeutsche und Ungarn) unter dem Motto: "Selbstbestimmung für uns, aber nicht für die anderen"! Oder die polnischen Nationalisten, die alle ihre Nachbarn mit Kriegen überzogen. War "das Klima nicht so vergiftet" z.B. mit den Deutschen, indem sie ohne Volksabstimmung Gebietsabtrennungen durchsetzten, obwohl die Bevölkerung mehrheitlich deutsch war: Danzig und Teile Westpreußens (nur um einen Korridor zum Meer zu bekommen, dabei hätte man auch andere Wege nutzen können, um einen unkontrollierten Zugang zur Ostsee zu haben). Und dann setzten sie Volksabstimmungen durch, wo sie mit der Behauptung sich eine polnische Mehrheit erhofften, die Bewohner seien ja alles "germanisierte Polen". Die Quittung im südlichen Ostpreußen und Teilen von Westpreußen waren dann 90 bis 99% für das deutsche Ostpreußen statt für Polen. Oder die 3 bewaffneten Versuche, in Oberschlesien noch vor der Volksabstimmung polnische Fakten zu schaffen. Sie hatten wohl erkannt, dass die Stimmung trotz der deutschen Niederlage und des "polnischen Sieges" nicht für Polen stand. Trotz der berühmten Korfanty-Kuh stimmten nur rund 40% der Oberschlesier für Polen. Und trotzdem kamen einige Teile mit polnischer Mehrheit nach der Teilung zu Polen, die Gebiete mit deutscher Mehrheit (Industriestädte) einschlossen. Und auch die polnischen Verwaltungen diskriminierten teilweise die deutschstämmigen neuen Polen, so dass rund 1 Million Deutschstämmige in wenigen Jahren nach 1919 verlassen haben. --- Dabei will ich nicht verkennen, dass auch ein Teil davon deutsche Beamte waren, die nicht vom polnischen Staat übernommen wurden. Auch will ich nicht unter den Tisch fallen lassen, dass unter der preußischen Verwaltung nicht immer fair mit der polnischen Minderheit umgegangen wurde. Nur darf man die schlechte Behandlung z.B. der Knechte und Mägde nicht als nationale Unterdrückung ansehen, denn auch deutsche Knechte und Mägde wurden nicht besser behandelt!
Jedenfalls war das Klima schon nach dem 1. Weltkrieg vergiftet, obwohl das deutsche Reich schon 1916 Pläne die Wiederherstellung eines polnischen Staates anging.
Rassismus und Nationalismus haben immer wieder zu Kriegen geführt und werden es auch in Zukunft. Auf keinen Fall sind deutscher Rassismus und Nationalismus die Antwort auf den Panslawismus in Polen und der Tschechei. Rassismus und Nationalismus müssen Relikte der Vergangenheit bleiben.
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Nur um das klar zu stellen, wir wurden im Febr. 1945 "vertrieben",kamen im Dez 1946 im "Erzgebirge" an. Wir waren nur noch wenige....von denen die mit uns gehen mussten. Haß....haben wir nur auf den sinnlosen Krieg. Mein Vater ist in russ. Gefangenschaft 1946( ein Jahr nach seiner Gefangen nahme) im hinteren Ural verhungert. Die Russen hatten ja selber nichts. Auch darum geht es mir nicht. Nur das wir die waren welche einen sehr hohen Preis zahlen mussten. Nicht alle Deutschen waren ohne Heimat, ohne Zukunft, ohne Hoffnung. Meiner Mutter kann ich nicht genug Ehre zollen uns 6 Kinder und 80 jährg. Grußvater durch diese Elend gebracht zu haben. Danch mussten wir lange auf sie verzichten, ein Nervenzusammenbruch....
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Bei jeder kriegerischen Auseinandersetzung gibt es Sieger und Verlierer. Flucht und Vertreibung ist da auch eine normale Folge. Das was nach dem Weltkrieg so und ist heute nicht anders.
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