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Napoleon und Bayern

Napoleon und Bayern

Von wize.life-Nutzer - Dienstag, 07.07.2015 - 09:05 Uhr

Seit dem 30. April bis zum 31. Oktober 2015 findet in Ingolstadt im "Neuen Schloss" des Bayerischen Armeemuseums die Bayerische Landesausstellung 2015 "Napoleon und Bayern" statt. Es ist eine wirklich sehenswerte sehr umfangreiche Ausstellung, nicht nur für geschichtlich Interessierte.
Mehr als 200 Jahre ist es her, dass ganz Europa unter dem sich selbst gekrönten Herrscher der Franzosen leiden mußte. Viele Kriege hat er geführt, die meisten siegreich, doch letzten Endes wurde auch er durch die Völker Europas besiegt, die sich ihm nicht dauernd beugen wollten. So berichtet die Ausstellung über die Schlachten, die Napoleon auf bayerischem Gebiet geschlagen hat und an der Bayern in unterschiedlicher Weise teilgenommen haben, mal gegen, mal für und dann wieder gegen Napoleon. Bayern wendete sich am Ende von Napoleon ab und gehörte letztlich zu den "Siegern", denn der heutige Freistaat wurde durch Napoleon geschaffen, der dem bayerischen Land große zusammenhängende Gebiete zusprach, das Königreich versprach und dafür sorgte, dass Bayern durch eine liberale und fortschrittliche Verfassung zu einem der modernsten Staaten Europas wurde. Zu diesen Gebieten zählten der Kirche im Rahmen der Säkularisation genommene Besitztümer, Besitztümer des Adels und der freien Reichsstädte. Der Preis für diese staatliche Förderung war jedoch groß denn Napoleon forderte nicht nur von Bayern ca. 30.000 Soldaten für seinen Feldzug gegen Rußland, von denen lediglichnur etwa 2.000 ihre Heimat wiedersahen. All die Anderen blieben zurück auf seinen Schlachtfeldern. Gerade sein letzter Feldzug 1812 gegen Rußland wird sehr übersichtlich dargestellt. Es äußern sich auch bayerische Soldaten um die Umstände dieses verlustreichen und menschenverachtenden Krieges in Tagebuchaufzeichnungen und in Votivtafeln. Napoleon verlangte auch von seinem neuen Bündnispartner die Hand der Königstochter Amalie Augustine, Tochter des bayerischen Königs Max I. Joseph für seinen Adoptivsohn Eugène de Beauharnais. Nachdem Bayern am Schluß kein Verbündeter von Napoleon mehr war, wurden ihm im "Wiener Kongreß" keine Gebiete abgenommen.
Viele interessante Exponate machen diese Ausstellung für jeden sehr interessant. Wer z.B. weiß, dass alle bayerischen Untertanen "dienstverpflichtet" waren und somit damals die Wehrpflicht geboren wurde? Wer letztlich zum Waffendienst einberufen wurde, entschied das Los. Lossack und hölzerne Loskugeln gehören mit zu den interessanten Exponaten dieser Ausstellung. Auch über die Vermessung von Napoleons Einflußgebieten wie z.B Bayern, die primär militärischen Hintergrund hatte, kann man sich sehr gut informieren.
Die Ausstellung informiert den Besucher sehr abwechslungsreich und plastisch über die Anfänge des Königreiches Bayern bis hin zum Mythos Napoleon und seinen Untergang nach der Schlacht bei Waterloo und seine endgültige Verbannung auf die Insel Helena im atlantischen Ozean.
"Napoleon und Bayern", eine wirklich gelungene Ausstellung mit hohem Informationswert, deren Besuch sich durchaus auch ein zweites Mal lohnen würde.

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