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Pelzmärtel war da

Pelzmärtel kommt!

Von Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern - Mittwoch, 11.11.2015 - 14:29 Uhr

Bei uns im Büro des DEF ist ja alles ein klein bisschen anders. Aber die alten Bräuche halten auch wir hoch, manchmal ein bisschen kreativ anverwandelt. Heute konnten wir, und für den münchnerischen Teil der Belegschaft war das neu, den fränkisch-schwäbischen Brauch des "Pelzmärtel" kennenlernen.

Natürlich ist es ein uralter Brauch, es verbinden sich da wie überhaupt oft im winterlichen Brauchtum Heidentum und Christentum. Also der Pelzmärtel ist natürlich - heute ist der 11. 11. - der heilige Martin. Drum heißt er ja so. Gleichzeitig überlagert er sich mit dem Heiligen Nikolaus und dessen Brauchtum. Aber anders als dieser kommt er nicht als frommer Mann im Bischofskleid und evtl. noch auf einem weißen Ross daher, sondern ist vielmehr Nikolaus und Grampus in einem. Da im Pelz stecken die ein bisschen Angst machenden bösen Wintergeister. Von des Nikolaus' Seite kommen dann die guten Gaben hinzu. Wie alles Martins- und Nikolausbrauchtum weist auch der Pelzmärtel schon auf den kommenden Weihnachtsmann hin, in dessen Gefolge beziehungsweise als dessen Vorhut er durch die dunklen Nächte wandelt.

Auch die reformatorisch gebildeten und aufgeklärten Zeiten wollten auf den Pelzmärtel und sein Brauchtum nicht verzichten. Nicht der ganze Aberglauben wurde abgeräumt, sondern in reformatorischer Überformung ließ man den Menschen ihre lieb gewordenen Sitten. Schließlich ist der Name Martin ja auch der Luthers, da konnte er ja nicht ganz so verkehrt sein oder gar verteufelt werden. Nur gerade ein Bischof sollte vielleicht nicht mehr sein. Weswegen der Pelzmärtel eher zu den dunklen als den hellen Gestalten im Winterbrauchtum gehört. Aber Süßes oder zumindest Apfel Nuss und Mandelkern durften und sollten schon bleiben.

Bei uns kam heute also zum Arbeitsfrühstück der oder vielmehr die Pelzmärtel, in Gestalt unserer Landesvorsitzenden. Also nicht am Abend, sondern am Morgen, und kein Mann, sondern eine Dame. Und das Mahl gab es nicht nach, sondern vor den Mühen der Arbeit. Und winterlich kalt war es auch nicht, sondern im Föhn erstrahlte die ganze Alpenkette im Morgenrot, und später lachte der blaue Himmel über der ganzen Münchnerstadt. Die Märtel hätte also ihren Pelz gar nicht gebraucht. Aber als Gruß aus Nürnberg hat sie uns den Brauch erzählt und ein bisschen was Süßes geschenkt. Ihre Wege haben sie schon wieder weitergeführt - sie muss ja nicht nur in diese Stadt!

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