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Die Weihnachtsbäckerei - Warum backen wir zu Weihnachten Plätzchen?

Die Weihnachtsbäckerei - Warum backen wir zu Weihnachten Plätzchen?

Von wize.life-Nutzer - Montag, 07.12.2015 - 21:43 Uhr

♫ ♫ In der Weihnachtsbäckerei, gibt es manche Leckerei, ....
So singen viele Kinder, aber auch Erwachsene.

Das Backen von Plätzchen gehört zum Advent und zu Weihnachten, wie der Adventskranz und der Christbaum. Es hat eine lange Tradition und ist nicht wegzudenken. Jeder von uns hat gerade zum Plätzchen backen, die schönsten Kindheitserinnerungen.

Der Duft von Vanille, Zimt und anderen Zutaten, die sinnliche, haptische Erfahrung von Mischen, Mengen, Kneten und anderen Verarbeitungen von Mehl, Butter, Eiern und Gewürzen vergisst niemand und ruft die schönsten Erinnerungen ins Gedächtnis.

Es ist ein Stück heile Welt, und deswegen wird immer noch in vielen Familien dieser Brauch fortgeführt, anstatt die Plätzchen zu kaufen.

"Platz" oder „Blatz“ bedeutet in vielen Dialekten„kleiner, flacher Kuchen“.Daraus entstand das Wort Plätzchen.
Doch, warum backen wir so viele Plätzchen ausgerechnet zur Weihnachtszeit?
Das ist eine lange Geschichte und führt uns weit in vergangene Zeiten zurück.

Als Plätzchen noch etwas ganz Besonderes waren.
Im Winter gab es früher viel weniger zu essen als heute. Kühlschränke gab es noch nicht und Lebensmittel mussten haltbar hergestellt werden und Vorräte geschaffen werden um über den Winter zu kommen. Am besten war es, wenn diese Lebensmittel sehr kalorienhaltig waren. Gebäcke waren süß und fett zugleich und längere Zeit haltbar. Somit ideal!
Aber, weil es noch keine Maschinen gab, war die Plätzchenbäckerei auch mit viel aufwändiger Arbeit verbunden. Für Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu war es den Menschen dennoch wichtig, etwas Besonderes zu machen. Diesen Festtag zu ehren! Deshalb wurde es Tradition ein besonders gutes Stück Fleisch zuzubereiten und Plätzchen zu backen.

Plätzchen backen wie wir es kennen.
Die Plätzchenbäckerei, so wie wir sie kennen, innerhalb von Familien, begann so um 1850. Beliebt wurden Plätzchen dann im 19. Jahrhundert. Die Teekultur der Briten, die ja gerne Gebäck dazu reichen, wurde Vorbild, gerade in der feinen Gesellschaft. Zu Weihnachten wurden dann diese Gebäcke und Plätzchen mit Schokolade, Marzipan, Marmelade oder Nüssen verfeinert.
Vor allem die Österreicher und Böhmer dachten sich Plätzchen wie Vanillekipferl, Spitzbuben, Spritz- und Buttergebäck aus. So kreierte jedes Land seine eigenen Plätzchensorten, die auch heute noch bekannt sind.

Im Mittelalter backen die Mönche und Nonnen
Allerdings liegt der Ursprung, zu Weihnachten Plätzchen zu backen, noch weiter zurück. Bevor sich das Backen innerhalb der normalen Familien etablierte, wurden schon im Mittelalter in den Klöstern Weihnachtsbrote und -plätzchen gebacken. Natürlich um den Festtag der Geburt Christi zu ehren, aber auch, weil sich nur die Mönche, die teuren Gewürze und Zutaten leisten konnten. Gewürze wie Zimt, Nelken, Muskat, Ingwer und Kardamom kamen aus dem Orient. Auch Zucker war teuer. Lebkuchen und Christstollen stammen aus dieser Zeit. Es sind Dauerbackwaren.
Vermutlich wurde das Gebäck unter den Armen verteilt. Und/oder nach dem Weihnachtsgottesdienst an die Kirchgänger. Also wertvolle Geschenke für arme Menschen zu Ehren der Geburt Jesu.

Backen im Winter hat eine lange Tradition!
Die winterliche Backtradition besteht allerdings schon seit sehr, sehr langer Zeit. Rituelles Backen gab es schon lange vor Christi Geburt. Die Kelten feierten die Wintersonnenwende, die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember, mit flachen Fladen aus zermahlenen Getreidekörnern und Honig, die sie auf heißen Steinen buken. Die Fladen sollten sie vor bösen Dämonen schützen und als Opfergabe Götter und Naturgewalten gnädig stimmen. Übrigens fußt auch der Termin von Weihnachten auf der Wintersonnenwende. Diese keltische winterliche Backtradition wurde dann von den Christen übernommen.

Chronologie und Geschichte der Plätzchenbäckerei in Kürze

  • Schon die Kelten buken in vorchristlicher Zeit, zur Feier der Wintersonnenwende Brote als Opfergaben um ihre Götter gnädig zu stimmen.
  • Die Mönche in mittelalterlichen Klöstern übernahmen diese Tradition und backten Weihnachtsbrote, die immer aufwändiger wurden und dann süße Gebäcke wurden, zur Ehren Jesus. Es entstanden im Laufe der Jahre/Jahrzehnte/Jahrhunderte die Plätzchen, so wie wir sie heute noch kennen.
  • Zum Beginn der Neuzeit so, ca um 1850 herum wurde begonnen Plätzchen in den normalen Häusern und Familien zu backen. Seitdem wurde es eine feste Tradition in der Adventszeit.

In über 2000 Jahren vom Opferbrot zum Vanillekipferl und Spritzgebäck

Fazit: Das Backen von etwas Besonderem ,an besonderen Tagen und Festen gibt es schon seit Tausenden von Jahren. Und wie so vieles ist der Ursprung bei den Kelten zu finden.

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Ich wünsche allen SBlern und ihren Familien eine besinnliche Adventszeit und fröhliche Weihnachten und hoffe alle kommen in den Genuß, selbstgebackene Plätzchen zu essen.

39 Kommentare

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Hi Edel, toll informativ. Ich weiss noch von früher, dass meine Oma die Plätzchen vier Wochen vor Weihnachten massenweise backte und dann bis Weihnachten versteckte. Ich finde aber Plätzchen gehören heutzutage in die Adventszeit, aber früher waren die Leute meist arm und bei 6 Kindern, reichten sie mal gerade zu den Weihnachtstagen
Genau das finde ich auch. Plätzchen gehören dazu
Ich kenne es auch nicht anders, aus meiner Kindheit und später mit meinen Kindern
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Man lernt immer wieder dazu Edelgard, klasse
Danke schön, Helge
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Danke und wieder was gelernt...
Ich danke dir
Und das als Mann
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Ein sehr interessanter Beitrag, liebe Edelgard. Ich backe schon seit Wochen quer durch meine Rezeptesammlung. Vieles davon ist schon wieder weg und ich freue mich, wenn die süßen Sachen bei meiner Familie gut ankommen. Ich verpacke aber auch jede Menge meiner Plätzchen in hübsche Dosen und verschenke diese im hiesigen Seniorenheim. Ich gehe dort das ganze Jahr über zu Insassen, die keinen Besuch bekommen. Meine Plätzchen kommen auch dort gut an.
Danke schön, Rosi

Das kann ich mir gut vorstellen. Gerade selbst gebackene Plätzchen sind lecker und was Besonderes

Das ist ganz toll, dass du das machst
..ich habe ein Plätzchen-Rezeptbuch von meiner Uroma von
18-1900...nur leider ist die Schrift nicht zu entziffern
von 1878 bis ca. 1960 ist wohl exakter...sorry
Sütterlin kam später, erst ab 1915 wurde es in Deutschland eingeführt
Davor war es die Kurrentschrift
Allerdings wurde Sütterlin aus der Kurrentschrift entwickelt
Josepha, mach mal ein Foto von einer Seite und setzte es in mein Buch
Das ist ein Schätzchen was du da hast
Edelgard..hallo...ich werde es versuchen..hoffentlich gelingt es mir...viele Grüße
Josepha
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Das war mal wirklich interessant zu lesen, kleine Kulturgeschichte des Backens, danke sehr
ich danke dir, Rosel
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Toll ........... ......und der Spekulatius wurde von der Kirche auch als Fastenspeise anerkannt ( ganz früher war auch die Vorweihnachtszeit wie die Karwoche eine Fastenzeit )
das stimmt, es war früher Fastenzeit

Dann ist das mit dem Spekulatius, wie mit dem Fisch an Freitagen. Eine Umgehung der Regeln
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Ich backe weil es bei uns Tradition ist.
Mein Mann ist sehr gerne Spritzgebäck.
Das esse ich auch sehr gerne
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Sehr aufschlußreicher Beitrag, hab wieder was dazu gelernt.
Ich muß gestehen dass ich schon länger keine Plätzchen mehr gebacken habe, aber nach dem Beitrag bekommt man doch wieder bisschen Lust dazu
Danke schön Michi
Freut mich, dass es die Lust wieder geweckt hat
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Auch ich habe schon Plätzchen gebacken, die gibt es bei mir immer zum Nikolaus und da bekommen auch die Kinder Ihre Plätzchen mit...
und zu Weihnachten gibt es Schokochrossies, da freuen sich die Enkel drauf....
ohne eigene Plätzchen ist für mich keine richtige Weihnachten...
bei uns waren die Plätzchen immer für Nikolaus und Weihnachten.
Gehören halt dazu, wie man dem Beitrag entnehmen kann, wurde das halt schon "immer" gemacht
so ist es bei uns auch, die Jungen bekommen zu Nikolaus die Plätzchen mit nach Hause und haben dann bis Weihnachten, nur wir haben die Erfahrung gemacht dass zu Weihnachten kaum Plätzchen gegessen werden, es ist so viel anderes, aber wir stellen sie auch noch nach Weihnachten auf ... Silvester und Neujahr und oft haben wir auch noch am 94.01. gegessen am Geburtstag meines Sohnes vor dem Hauptessen oder so zum Naschen zwischendurch.....
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In Italien ist es üblich ein Panetone mit Kanditen oder Rosinen zu essen , so Ähnlich wie Stollen, dein Eintrag hat mich sehr gefreut zu lesen , sehr schön , vielleicht mach ich noch ein paar Plätzchen hab Lebkuchen der hier Panpepato heist tüpisch Emilianisch
Panetone habe ich auch schon mal gegessen.
Es schmeckt wunderbar

Vielen Dank Heidrun
Panetone esse ich auch sehr gerne
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