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Gundermann-Film

01.09.2018, 07:15 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

1.9.2018
Ich hab mir gestern einen Film über das Leben des Musikers Gerhard Gundermann angeschaut.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Gundermann
https://www.gundermann-derfilm.de/

Weil in diesem Film nur ein spezielles Leben nacherzählt wird und dabei die Partei SED und die Stasi eine wesentlicheRolle spielt, möchte ich noch einiges persönliches anmerken dazu um den ja hier immer wieder auftauchenden Vorurteile gegenüber ex-DDR und deren Bürgern gleich zu begegnen.

Im Film ist viel von der SED und Stasi die Rede, weil Gundermann da mitgemacht hat eine Zeit lang und wohl sein ganzes Leben lang u.a. deshalb auch mit sich selbst in Konflikt war. Einiges davon kann man aus seinen Liedern heraushören.

Klar spielte diese SED eine dominierende Rolle und ohne da Mitglied zu sein, war es nahezu unmöglich gute Jobs, speziell in leitenden Positionen zu bekommen. Es gab noch sogenannte Blockparteien wie Liberale, um der Wahl einen demokratischen Anstrich zu geben. Das Ergebnis stand aber von vorneherein fest und es wurde nur um zehntel Prozente und sogar um die Uhrzeit gewetteifert, bis zu der alle Stimmen im Kasten sind. Es gab zwar nicht offiziell, aber faktisch eine Wahlpflicht.

Von der Stasi bekamen viele gar nix mit, wenn nicht in gewissen Kreisen unterwegs. War ja schließlich eine Geheimdienst wie nun hier BND, allerdings wohl schon etwas anders in der Methodik.
Da war man schnell mal im Gefängnis, wenn man sich zu weit aus dem Fenster lehnte.

Widerstand wurde mit Panzern nieder gewalzt, wie am 17.6.1953
https://de.wikipedia.org/wiki/Aufsta...._Juni_1953
Nur durech die sowjetische Besatzungsmacht konnte sich diese absurde Diktatur so lange behaupten. Als Gorbatschow eine neue Politik verfolgte und die SED-Diktatur nicht mehr unterstützte brach recht schnell alles zusammen und die kreativ denkene Bevölkerung verschaffte sich zunehmend Gehör.

Das tägliche Leben bestimmte für die meisten einfach Arbeit, Familie und Freizeitaktivitäten oft in Vereinen organisiert, die aber auch meist von Partei und Stasi durchsetzt waren - oft ohne dass es im täglichen Geschehen eine Rolle spielte.

Da es oft Probleme mit der materiellen Versorgung der Bevölkerung mit speziellen Dingen wie Material gab, wurde viel auf Gemeinschaft und gegenseitige Nachbarschaftshilfe und Familie gesetzt.
Dies hat sich zum Glück bis heute in vielen Gegenden weitestgehend erhalten, was ich persönlich sehr angenehm finde in meinem Umfeld.

Wer nun neugierig ist, sehe sich den Film an und kann gern von seinen Eindrücken berichten. Ich fand ihn sehr gelungen, auch mit Witz und Humor wird eine ja eigentlich sehr ernste Geschichte erzählt.

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20 Kommentare

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Ich liebe seine Texte,seine Lyrik,seine sensible Art....habe den Film gesehen.....großartig gespielt - ging mir unter die Haut....ich bedaure es sehr, ihn zu Lebzeiten verpasst zu haben...........den singenden Baggerfahrer aus dem Tagebau in der Lausitz......

  • 03.09.2018, 12:42 Uhr
Ich habe damals in DDR auch wenig von ihm mitbekommen, sogar von Renft nicht, die später eine meiner Lieblingsbands wurde.
Künstler dieser Art wurden ja auch massiv behindert.
Überrascht hatte mich, dass Gundermann selbst so tief selbst im Stasi-SED-Sumpf steckte.
  • 03.09.2018, 12:46 Uhr
Ja - viele Details kannte ich auch nicht -
sein Seelenleben, die Einstellung zur Arbeit - überhaupt zu vielem ist Ausdruck und Erinnerung für mich von einem Leben, welches nicht mehr gewünscht ist, daran zu erinnern.....

denn ALLES soll aus unserem Leben gestrichen, verspottet und totgetreten werden....
Auch mit Gundi und seinen Lebensliedern!!!! wird es niemals gelingen, unsere Lebenserinnerungen an eine warmherzige Zeit ( die negativen Dinge mal ausgeblendet )!!!! wegzuwischen....denn :

Die Erinnerung ist das einzigste Paradies, aus welchem wir nicht!! vertrieben werden können!!!!!

Gundi!!!!
Wir vergessen Dich nie und hören Deine Lieder/ Texte rauf und runter! Er ist ein Stück Erinnerung an ein Leben mit all seinen Sonnen - und Schattenseiten.....!!!
  • 03.09.2018, 12:54 Uhr
Das hast du schön ausgedrückt. Ich bin froh, in meiner Heimat Thüringen geblieben zu sein, auch wenns rein finanziell wohl anders besser gewesen wäre.
Diese gewachsene gute Nachbarschaft hier im Umfeld ist nicht mit Geld zu bezahlen.
Der Film ist auf jeden Fall gelungen und sehenswert.
  • 03.09.2018, 12:58 Uhr
Ja - wir haben unsere Heimat auch nicht des Geldes wegen verlassen .....wir stehen zu unserer Heimat - da kann kommen was will.....
Es gibt vieles, was es wert wäre, genau so in den Vordergrund zu rücken, wie man es hier mit den schreienden westlichen und veramerikanisierten Mist tut!

Hier für Dich d e r Katalog, in welchem Du noch mehr findest - links ein Media-Player, alphabetisch geordnet, von Aurora Lacasa bis .....
....auch Gundis Lieder......

Viel Vergnügen!
  • 03.09.2018, 13:10 Uhr
Nun fehlt nur noch der Katalog.
  • 03.09.2018, 13:13 Uhr
https://konsum.buschfunk.com/

habs gerade gemerkt......
  • 03.09.2018, 13:13 Uhr
hihi -schaue ich mir später an. Jeden Moment kann mein TV-Freak klingeln und bringt nen neuen.
PS: danke, sieht interessant aus. Mein Fernsehfritze is immer noch nich da. Nich dass der mich versetzt.
  • 03.09.2018, 13:14 Uhr
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Dazu kann ich nur das Buch von Armin Mueller- Stahl empfehlen "Dreimal Deutschland und zurück". Er beschreibt dort die Situation der Künstler in der DDR sehr genau.
  • 01.09.2018, 08:42 Uhr
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Ich hab nichts gegen "Ossis " ... mein wissen über die DDR hab ich zum Teil von meinem Lieblingsossi und meinem direktem Nachbarn ... O-Ton:" Es war nicht alles schlecht aber vieles nicht richtig ! " er ist über Ungarn geflüchtet und war froh im Westen zu sein .
Der Trabbi steht im übrigen nach seinen Ossis/Wessitreffen immer noch vor der Tür
  • 01.09.2018, 08:08 Uhr
" Es war nicht alles schlecht aber vieles nicht richtig ! " - ja so kann man es auch kurz und schmerzlos ausdrücken. Meine Schwester ist auch über Ungarn weg damals.
  • 01.09.2018, 08:10 Uhr
So siehts aus! Und Arschlöcher gibts überall ... auf der Welt
  • 01.09.2018, 08:13 Uhr
Ich wende mich nur immer wieder gegen Vorurteile von Leuten, die oft selbst noch nie im Osten waren aber vorgeben, alles zu wissen darüber.
  • 01.09.2018, 08:16 Uhr
Sein Mutter zb . würde heute noch die Mauer wieder aufbauen .. im Osten war alles besser.. die Beeren roter ... die Äpfel dicker usw...... seine Antwort : Sei still du hast nur durch die Öffnung der Grenze profitiert ! Ist aber ein anderes Thema
  • 01.09.2018, 08:20 Uhr
Das ist natürlich Unsinn, aber schon auch Thema für manche älteren Leute noch. Da ist die Mutter wohl nicht geflohen, aber dann doch umgezogen?
Ich persönlich kenne niemanden, der so denkt.
  • 01.09.2018, 08:23 Uhr
Wir haben vor 25 Jahren zusammen gebaut ( Doppelhaus) sie war Anfang 60 ... ihre Einstellung hat sie nie geändert ... von ihrem Sohn bekommt sie immer einen drüber .. sie leugnet bis heute die Zustände in der ehemaligen DDR ... warum auch immer ich könnte endlose Beispiele anführen
  • 01.09.2018, 08:27 Uhr
Na da is wenigstens immer Leben in der Bude mit den beiden.
  • 01.09.2018, 08:30 Uhr
Sie ist eigenlich sehr nett ... nur beim Thema DDR gehen die Gäule mit ihr durch
  • 01.09.2018, 08:34 Uhr
Manchmal vermeidet man dann besser gewisse Themen. Sowas kenn ich auch im Bekanntenkreis.
  • 01.09.2018, 08:35 Uhr
Alles gut ... ich wünsch dir ein sonniges Wochenende
  • 01.09.2018, 08:42 Uhr
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