DEF Altdorf in Gnadenberg
DEF Altdorf in GnadenbergFoto-Quelle: DEF

Die Pforten der Sünde und der Verzeihung

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern

DEF Altdorf besucht das Birgittenkloster Gnadenberg

Der Ev. Frauenbund Altdorf hatte zu seinem Septembertreffen nach Gnadenberg in der nahe gelegenen Oberpfalz eingeladen. 26 Frauen und einige Männer waren dieser Einladung gefolgt. Frau Dr. Sandra Frauenknecht, die die Sanierung und Restaurierung des „Klosterstadels“ betreut und darüber promoviert hat, übernahm die Führung durch Kloster und Kirchenruine. Mit spannenden und begeisternden Berichten informierte sie über die Geschichte des Klosters und seine Sanierung seit 2013.
Kloster Gnadenberg wurde nach 1422 durch Katharina von Pommern-Stolp , der Gattin des Pfalzgrafen Johann von Neumarkt-Neunburg gegründet und zwar nach den Regeln des Birgittenordens.
Klostergründungen waren damals ein Versuch, angesichts der katastrophalen Situation der Kirche zu größerer Frömmigkeit aufzurufen. Die junge Katharina von Pommern kannte das erste Kloster des Birgittenordens in Vadstena/Schweden. Nach den Plänen der Hl. Birgitta von Schweden entstand in Gnadenberg ein Doppelkloster für 60 Nonnen und 25 Brüder bzw. Priester. Das Kloster wurde von einer Äbtissin geleitet, die Priester und Brüder sollten sie beraten und die Pilger betreuen, die die Kirche besuchten.
Es galten strenge Klausurregeln, d.h. der Tag begann um 5 Uhr mit einer Messe. Vom Schlafsaal aus konnten die Nonnen auf eine Kirchenempore gehen und der Messe beiwohnen. Jeden Freitag fand eine Karfreitagsprozession statt, bei der die Nonnen durch den Kreuzgang schritten und die sieben Bußpsalmen rezitierten.
Allen Besuchern wurde der Durchgang vom Dormitorium zur Kirche gezeigt. In dem renovierten Schlafsaal sind heute die Namen aller Nonnen und Brüder aufgeführt, die in Gnadenberg gelebt haben ehe das Kloster 1563 – nach der Reformation – aufgelöst wurde. Großformatige Fotografien aus dem noch bestehenden Kloster in Vadstena veranschaulichen das Klosterleben.
In den über 100 Jahren seines Bestehens erhielt das Kloster viele Spenden und Stiftungen, u.a. aus der reichen Stadt Nürnberg.
Zum Schluss konnten alle einen Blick in den Klostergarten werfen, der anstelle des ehemaligen Kreuzgangs angelegt wurde. Auf dem Weg in die imposante Kirchenruine zeigte Dr. Frauenknecht die beiden Haupttore, die „Pforte der Sünde“, durch die die Pilger eintraten und die „Pforte der Verzeihung“ , durch die sie sie wieder verließen.
Vom 15. April bis 15. Oktober kann das Konventsgebäude mit vielen Informationen samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr besucht werden.