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Der Salonwaggon im Museum von Compiegne
Der Salonwaggon im Museum von Compiegne

Der Salonwagen von Compiegne - Ende des 1. Weltkrieges

Von wize.life-Nutzer - Sonntag, 25.11.2018 - 11:38 Uhr

In diesen Tagen denken wir an das Ende des 1. Weltkrieges, das am 11. November 1918 in einem Salonwagen durch die Vertreter der Siegermächte und des besiegten Deutschen Reiches besiegelt wurde. Auf einem Gemälde sind als Vertreter der Entente zu sehen General Maxcime Weygand und Marschall Ferdinand Foch, der britische Marineoffizier Rosslyn Memyss, George Hope und Jack Marriott. Von deutscher Seite Staatssekretär Matthias Erzberger, Generalmajor Detlof von Winterfeldt, Alfred von Oberndorff und Kapitän zur See Ernst Vanselow. Aus aktuellem Anlaß trafen sich zum Gedenken an das Ende des 1. Weltkrieges die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Macront und trugen sich in das Gästbuch ein.

Um diesen Salonwagen ranken sich viele Geschichten und wer seinen Urlaub in Nordfrankreich nordöstlich von Paris verbringt, sollte auf jeden Fall im Wald von Compiegne diesen historischen Ort und das Museum mit diesem Salonwagen besuchen. Nicht nur, dass eben dort das Ende des 1. Weltkrieges besiegelt wurde, auch nach der Niederlage der Franzosen im 2. Weltkrieg wurde von Adolf Hitler zur Tilgung der Schmach des verlorenen 1. Weltkrieges dieser Ort im Wald von Compiegne ausgewählt, um durch die Vertreter des besiegten Frankreichs sowie des Deutschen Reiches (Hitlerdeutschland) in diesem Salonwagen die Kapitulationsurkunde zu unterschreiben.

Für diese Unterschrift unter die Kapitulationsurkunde wurde dieser Platz auf einer Lichtung im Wald von Compiegne sehr aufwendig durch die Deutsche Wehrmacht umgebaut und hergerichtet. Dazu gehörten jeweils ein Bahngleis für die französische und für die deutsche Delegation. Nach diesem Akt veranlaßte Hitler, dass dieser geschichtsträchtige Salonwagen, der nicht mehr fahrtauglich war, auf der Straße nach Berlin gebracht, dort ausgestellt und später in einem Schuppen untergebracht wurde.

1944 soll der Salonwagen von Berlin nach Crawinkel in Thüringen gebracht worden sein. Dort stand er nahe einer Stollenanlage von Jonastal. Nach Recherchen von Schülern aus Crawinkel soll er dann Anfang 1945 vermutlich von der SS zerstört worden sein. Neben dieser Darstellung wird noch gemutmaßt, dass der Salonwagen durch einen Flugzeugangriff oder durch ehemalige Gefangene des Zwangsarbeitslagers Ohrdruf oder durch die Zivilbevölkerung zerstört worden ist.

Besucht man im Wald von Compiegne diese Lichung, dann sind zu sehen die beiden getrennten Geleise, auf denen jeweils die Delegationen per Bahn angekommen sind, das Gleis mit dem Standplatz des Waggons und des Salonwagens, der in Form eines bauähnlichen Wagens mit der ursprünglichen Nummer 2419 D am 16. September 1950 aufgestellt wurde. Im Museum selbst findet man unter den vielen interessanten militärischen Ausstellungstücken auch einen Zeitungsbericht "Die Odyssee des Luxus-Speisewagens Nr. 2419 D, Baujahr 1914" in dem über die Recherchen der Ohrdrufer Schüler und ihres Lehrers zu seiner Wiederauffindung berichtet wird. Ebenfalls zu sehen ist eine Sonderausgabe des Wehrmachtsberichtes "Sonnenwende in Compiegne" und eine Bildreportage, in der jeweils über die Unterzeichnung der Kapitulation der Franzosen im 2. Weltkrieg aus nazideutscher Sicht berichtet wird.

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9 Kommentare

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Kindische Spiele, die sich in diesem Salonwagen abgespielt haben.
Kindische Spiele waren das nicht, vielmehr war es das Machtverhalten der Siegermächte der damaligen Zeit. Führt man sich vor Augen, was die damals Mächtigen vor, während und nach dem 1. Weltkrieg an Leid, Not und Elend verursacht haben, Entscheidungen, die sich leider immer noch bis in die heutige Zeit auswirken und immer noch Leid, Not und Elend erzeugen und sieht man das Verhalten der heute politisch Mächtigen in Ost und West, dann hat sich leider nichts geändert: Der Mensch lernt einfach nichts dazu!
Hasko, bitte denk auch daran, dass die sehr viele Deutsche und Franzosen zu Beginn des Krieges gejubelt haben.
Und 15 - 20 Jahre später haben wiederum viele Menschen gejubelt, nicht wissend, was auf sie zukam, in Deutschland, in Österreich und in der Tschechoslowakei. Sie wurden wieder verführt durch die "neuen" Mächtigen und, haben die Menschen aus den Folgen des 1. und des 2. Weltkrieges gelernt?
Ich denke, dass die Menschen einen freien Willen haben. Deshalb wurden sie nicht verführt, sondern haben dem "Führer" begeistert zugejubelt.

Ich habe noch die Bilder im Kopf, als Hitler das Sudetenland annektierte und die Menschen ihm fanatisch zujubelten. Oder, nach dem Sieg über Frankreich, als Hitler seinen Triumpfmarsch durch Berlin bekam. 1945 wollte natürlich niemand davon wissen, sie waren alle nicht dabei gewesen.

Deshalb greift es zu kurz, Hasko, wenn Du meinst, das die Menschen nicht wussten, was auf sie zukam. Sie akzeptierten die Ausgrenzung der Juden und die Schlägerbanden der SA. Somit sind alle schuldig, die aus rassischen, ideologischen und religiösen Gründen andere Menschen verteufeln.
Und was ist mit den Menschen, die nicht begeistert gejubelt haben, die ins Ausland flüchteten, ins Gefängnis und in Konzentrationslager kamen, die ermordet wurden, im Krieg standrechtlich erschossen, in Strafbataillone gesteckt, aufgehängt oder im günstigsten Fall "weggesperrt" wurden? Diese Menschen hatten auch einen "freien" Willen! Dieses Elend ist uns in unserer "aufgeklärten" Zeit doch bekannt! Die Taten der Mächtigen und ihre Folgen sind uns bewußt und wir werden noch täglich damit konfrontiert!
In meinem Bericht spreche ich davon, dass durch den 1. Weltkrieg und die Folgen der Niederlage viel Leid entstanden ist, auch im Sudetenland, dessen deutschsprachige Bürger sich nicht an einer Abstimmung über ihre politische Zukunft - entgegen der von Wilson vertretenen Meinung der freien Selbstbestimmung der Völker - und damit für ein Deutsch-Österreich beteiligen konnten und die sich dann im Laufe der Jahre auflehnten gegen die Zustände in der neu gegründeten Republik "Tschechoslowakei". Wer sich mit dieser Geschichte des 1. Weltkrieges und seiner Folgen und dazu zählt auch das Aufblühen des Nationalsozialismus, der Weg Hitlers zum Reichskanzler und die dann durch ihn und seine Schergen eingeschlagene Politik, der nicht "alle" zustimmten, auseinandersetzt, weiß wovon ich spreche!
Es gab die Mehrzahl, die in Hitler den "Heiland" sahen, der die Ungerechtigkeiten der Siegermächte des 1. Weltkrieges beseitigen wollte. Dabei wurden die Verbrechen der Nazis in Kauf genommen. Obwohl es viele tapfere Frauen und Männer gab, die Widerstand leisteten.

Geschichte ist nun einmal so wie sie ist und kann nicht geändert werden. Man kann nur die Folgen beeinflussen.

Im schlimmsten Fall setzt sich der Rachegedanke durch, wie bei den Nazis, besser ist es jedoch, mit den ehemaligen Feinden einen Ausgleich zu finden. Nach dem 2. Weltkrieg ist das weitgehend gelungen. Die europäische Union ist ein leuchtendes Beispiel dafür. Trotz aller Querelen, die uns immer wieder beschäftigen.

Ich hoffe, Du hast erkannt, dass es sinnlos ist, vergangenes Leid immer wieder auf die Tagesordnung zu bringen. Das verlängert nur den Hass unter den Völkern und trägt nicht zum Frieden auf der Welt bei.

Das Foto zeigt die Erniedrigung eines KZ-Häftlings durch deutsche SS-Offiziere. Ich hoffe, dass sie nach dem Krieg ihre Taten gesühnt haben.
Hasko - Das was Du beschreibst bezieht sich auf Minderheiten. Hitler hat es verstanden die Mehrheit in dieser Zeit hinter sich zu scharren. Versetz Dich mal in die Zeit - Junge und alte Menschen waren arbeitslos - Kriegsende - es gab nix! Die Weimarer Republik hat versagt und änderte nichts am Zusammenleben. Sie sahen Hoffnung. Das was Hitler-Deutschland daraus machte war Mist und Verachtenswert. Sich heute noch darum streiten ist mehr als überflüssig!
Christiane, schön, dass das Foto Deine Aufmerksamkeit erregt hat. Ich fotografierte es kürzlich im KZ Oranienburg-Sachsenhausen. Die Beschriftung sagt aus, dass es aus dem Fotoalbum von dem Auschwitz-Kommandanten Koch stammt. Es lagert in einem Archiv in Moskau.
Übrigens haben die Polen nach 1945 Koch den Prozess gemacht und zum Tode verurteilt. Er wurde aufgehängt.
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