Der Salonwaggon im Museum von Compiegne
Der Salonwaggon im Museum von Compiegne

Der Salonwagen von Compiegne - Ende des 1. Weltkrieges

Beitrag von wize.life-Nutzer

In diesen Tagen denken wir an das Ende des 1. Weltkrieges, das am 11. November 1918 in einem Salonwagen durch die Vertreter der Siegermächte und des besiegten Deutschen Reiches besiegelt wurde. Auf einem Gemälde sind als Vertreter der Entente zu sehen General Maxcime Weygand und Marschall Ferdinand Foch, der britische Marineoffizier Rosslyn Memyss, George Hope und Jack Marriott. Von deutscher Seite Staatssekretär Matthias Erzberger, Generalmajor Detlof von Winterfeldt, Alfred von Oberndorff und Kapitän zur See Ernst Vanselow. Aus aktuellem Anlaß trafen sich zum Gedenken an das Ende des 1. Weltkrieges die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Macront und trugen sich in das Gästbuch ein.

Um diesen Salonwagen ranken sich viele Geschichten und wer seinen Urlaub in Nordfrankreich nordöstlich von Paris verbringt, sollte auf jeden Fall im Wald von Compiegne diesen historischen Ort und das Museum mit diesem Salonwagen besuchen. Nicht nur, dass eben dort das Ende des 1. Weltkrieges besiegelt wurde, auch nach der Niederlage der Franzosen im 2. Weltkrieg wurde von Adolf Hitler zur Tilgung der Schmach des verlorenen 1. Weltkrieges dieser Ort im Wald von Compiegne ausgewählt, um durch die Vertreter des besiegten Frankreichs sowie des Deutschen Reiches (Hitlerdeutschland) in diesem Salonwagen die Kapitulationsurkunde zu unterschreiben.

Für diese Unterschrift unter die Kapitulationsurkunde wurde dieser Platz auf einer Lichtung im Wald von Compiegne sehr aufwendig durch die Deutsche Wehrmacht umgebaut und hergerichtet. Dazu gehörten jeweils ein Bahngleis für die französische und für die deutsche Delegation. Nach diesem Akt veranlaßte Hitler, dass dieser geschichtsträchtige Salonwagen, der nicht mehr fahrtauglich war, auf der Straße nach Berlin gebracht, dort ausgestellt und später in einem Schuppen untergebracht wurde.

1944 soll der Salonwagen von Berlin nach Crawinkel in Thüringen gebracht worden sein. Dort stand er nahe einer Stollenanlage von Jonastal. Nach Recherchen von Schülern aus Crawinkel soll er dann Anfang 1945 vermutlich von der SS zerstört worden sein. Neben dieser Darstellung wird noch gemutmaßt, dass der Salonwagen durch einen Flugzeugangriff oder durch ehemalige Gefangene des Zwangsarbeitslagers Ohrdruf oder durch die Zivilbevölkerung zerstört worden ist.

Besucht man im Wald von Compiegne diese Lichung, dann sind zu sehen die beiden getrennten Geleise, auf denen jeweils die Delegationen per Bahn angekommen sind, das Gleis mit dem Standplatz des Waggons und des Salonwagens, der in Form eines bauähnlichen Wagens mit der ursprünglichen Nummer 2419 D am 16. September 1950 aufgestellt wurde. Im Museum selbst findet man unter den vielen interessanten militärischen Ausstellungstücken auch einen Zeitungsbericht "Die Odyssee des Luxus-Speisewagens Nr. 2419 D, Baujahr 1914" in dem über die Recherchen der Ohrdrufer Schüler und ihres Lehrers zu seiner Wiederauffindung berichtet wird. Ebenfalls zu sehen ist eine Sonderausgabe des Wehrmachtsberichtes "Sonnenwende in Compiegne" und eine Bildreportage, in der jeweils über die Unterzeichnung der Kapitulation der Franzosen im 2. Weltkrieg aus nazideutscher Sicht berichtet wird.

Oberpirach 1, 83119 Obing auf der Karte anzeigen:
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