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Vergessen?

Vergessen?

Von wize.life-Nutzer - Sonntag, 28.04.2019 - 18:09 Uhr

"Die Menschen wissen heute nicht, erleben es nicht, was das ist: freudiges, schönes Leben. Wir wollen es ihnen zeigen.“

Diese Worte, geschrieben von Gustav Landauer, einem Schriftsteller, Übersetzer und
„pazifistischen Anarchisten“ (wie er sich selbst bezeichnete), sind über 100 Jahre alt, auch heute noch hochaktuell.
Gustav Landauer

Vordenker der Räterepublik war er, Freund von Eisner, der ihn nach München geholt hatte, um die ‚neue Gesellschaft‘ mit zu gestalten. "Beauftragter für Volksaufklärung" sollte er werden.
Dazu kam es nicht mehr:
Eisner selbst wurde am 21. 2. 1919 von einem Nazi erschossen.
Der Mord machte aus der bis dahin friedlichen Revolution in München ein blutiges Gemetzel mit Straßenschlachten und Terror, dem im Mai dann auch Landauer zum Opfer fiel.
Es gibt einen Augenzeugenbericht vom 2.5.1919:
„Im Gefängnishof war ein Major in Zivil, der mit einer schlegelartigen Keule auf Landauer einschlug. Unter Kolbenschlägen und den Schlägen des Majors sank Landauer zusammen. Er stand jedoch wieder auf und wollte zu reden anfangen.
Da rief ein Vizewachtmeister: 'Geht mal weg!' Unter Lachen und freudiger Zustimmung der Begleitmannschaften gab der Vizewachtmeister zwei Schüsse ab, von denen einer Landauer in den Kopf traf. Landauer atmete aber immer noch.
Da sagte der Vizewachtmeister: 'Geht zurück, dann lassen wir ihm noch eine durch!'
Dann schoss der Vizewachtmeister Landauer in den Rücken, dass es ihm das Herz herausriss und er vom Boden wegschnellte.
Da Landauer immer noch zuckte, trat ihn der Vizewachtmeister zu Tode."
Das bestialische Abschlachten wurde nicht wirklich ernsthaft verfolgt und gesühnt. Man hielt dem Angeklagten zugute, dass er Landauer für einen „gewissenlosen Hetzer“ hielt und deshalb so handelte. 14 Jahre später wurde selbst sein Grab verwüstet, um sein Andenken zu zerstören.

Aber die Gerichtsakten dazu wurden erst vor kurzem wieder aufgefunden und ins Netz gestellt:
„Neue Details zum Mord an Gustav Landauer am 2. Mai 1919. Ein sensationeller Fund im Generallandesarchiv Karlsruhe brachte jetzt Gerichtsakten zu dem 100 Jahre alten Fall ans Tageslicht. Kleine Ausstellung im Generallandesarchiv Karlsruhe. 2. April - 10. Mai 2019".
Ausstellung und Lesung in Karlsruhe
Berliner Ausstellung zum 100. Todestag

Wovon Landauer wohl heute träumen würde?

5 Kommentare

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Welcher Klasse unterrichtest Du diesen Stoff?
Du meinst "in welcher Klasse"?
In der 9.
Es interessiert mich, wie die 15jährigen auf Deinen Vortrag reagieren.
Wirst Du das Thema in einen Zusammenhang mit den Freitagsdemos stellen?
Weißt du was, du kommst einfach morgen gegen 10:55 h zur 4. Stunde, wohnst dem Unterricht bei und lernst dann gleich auch mal, genau wie sie, Originalschriften und geschichtliche Quellen zu suchen, zu verwerfen, zu finden und auszuwerten. Da hapert es bei dir ja auch immer noch.

Du erwartest einen "Vortrag"?
Das wird dich enttäuschen, den gibt es nicht. Es gibt ein Tafelbild mit den Fakten, damit sie nicht in die Irre geleitet werden, dabei stehen ein paar Daten.
Es wird Gruppenarbeit rund um 6 oder 7 tablets bzw. laptops herum geben, und sie werden mindestens 30 Minuten allein sein mit der Fülle des Materials.
In der 5. Stunde wird ausgewertet und beurteilt.

Und zu deiner Frage betr. Freitagsdemos: Nein.
Also Literaturstunde.

Zugegeben, Deutsch war nie so mein Steckenpferd gewesen. Das lag aber weniger an mir, als am Lehrer.

Saukel hieß er. Nein, nicht Fritz. Das war wohl ein Onkel von ihm gewesen.

Du mutest Deinen Buben und Mädels aber was zu. Meine Herren

Und wie würdest Du mich den Kids vorstellen?
Als den alten.... ? von ??

Jetzt bereite Dich mal vor, nicht dass die Bande uns dann morgen den Vogel zeigt.
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