wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
In Hildesheim ist ein Erwachsener an einer Maserninfektion gestorben

Hildesheim: Tödliche Maserninfektion - Erwachsener stirbt trotz Impfung

Von News Team - Dienstag, 07.05.2019 - 15:43 Uhr

Ein Todesfall in Niedersachsen ist vermutlich auf eine Maserninfektion zurückzuführen. Die erwachsene Person aus dem Landkreis Hildesheim sei im April verstorben, nachdem sie drei Tage zuvor an Masern erkrankt war, teilte das Gesundheitsamt der Stadt am Dienstag (7. Mai 2019) mit.

Nähere Angaben zu der verstorbenen Person wollte die Behörde aus Datenschutzgründen nicht machen. Es ist daher nicht bekannt, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt. Lediglich das grobe Alter teilte die Behörde mit: Die verstorbene Person war demnach zwischen 30 und 40 Jahre alt.

Erkrankte Person starb binnen weniger Tage

Die Krankheit hatte bei der verstorbenen Person einen auffälligen Verlauf genommen. Deshalb habe das Gesundheitsamt des Landkreises Hildesheim eine Obduktion angeordnet. Der bisher vorliegende Befund zeige eine Infektion mit dem Masernvirus. Dies deute darauf hin, dass die Infektion "maßgeblich zum Tod beigetragen hat".

Unklar sei, warum die Viruserkrankung bei der verstorbenen Person aus Niedersachsen einen so dramatischen Verlauf genommen habe.
Im Video:

Masern-Impfpflicht: Gesundheitsministerin Huml ist skeptisch


Nachdem in der Familie des späteren Todesopfers Masern aufgetreten waren, hatte er oder sie sich acht Tage vor dem Tod erstmals gegen Masern impfen lassen.

Die Impfung konnte in diesem Fall allerdings die Erkrankung nicht mehr verhindern

heißt es vonseiten des Gesundheitsamts. Klarheit sollen in den kommenden Wochen weitere Ergebnisse der Obduktion klären.

Fünf Tage nach der Impfung erkrankte die Person an Masern, bekam auch den für die Krankheit typischen Hautausschlag. Drei Tage später starb sie.

„Wir wissen, Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Gehirnentzündungen durch Maserninfektionen sind keine Seltenheit. Tödliche Verläufe sind bekannt, ungefähr jede 1000. Masernerkrankung führt zum Tod“, erklärt die Leiterin des Hildesheimer Gesundheitsamts, Dr. Katharina Hüppe.

Seit der Einführung des Infektionsschutzgesetzes im Jahr 2001 sei dies der erste Todesfall im Zusammenhang mit Masern im Landkreis Hildesheim.
Lesen Sie auch:

Nach Masern-Ausbruch in Hildesheim: Kindern ohne Impfung droht Ausschluss von der Schule

In Niedersachsen hatte es seit Jahresbeginn insgesamt 71 Masernfälle gegeben, die meisten davon in Hildesheim. Das sind weit mehr als in den Vorjahren: So waren im gesamten Jahr 2018 insgesamt 18 Menschen in dem Bundesland daran erkrankt.

Weil sich Masernerkrankungen nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in anderen Bundesländern häufen, plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Einführung einer Impfpflicht.

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren