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Die Pflege von Familienangehörigen wird immer wichtiger
Die Pflege von Familienangehörigen wird immer wichtigerFoto-Quelle: Peter Maszlen - Fotolia

Wer pflegt wen, in welchem Alter, wo und wie? Eine neue Studie liefert Antworten

Von News Team - Mittwoch, 08.05.2019 - 10:39 Uhr

Deutschland ist ein Land des langen Lebens, und die Lebenserwartung der Deutschen steigt kontinuierlich. Eine heute 50-jährige Frau wird im Schnitt 88 Jahre alt, ein 50-jähriger Mann 84 Jahre. Eine positive Entwicklung, die aber auch neue Herausforderungen mit sich bringt. Denn je länger Menschen leben, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass sie irgendwann einmal im Alter Pflege oder zumindest Unterstützung im Alltag benötigen.

Wie sieht diese Unterstützung aus? Wer übernimmt die Pflege? Und wer wird gepflegt? Eine Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen gibt hier erstmals im Detail Aufschluss. Ein Ergebnis: Fast jeder zehnte Bundesbürger ab 17 Jahren pflegt einen Angehörigen oder Bekannten.

Den Fokus der Studie haben die beiden Wissenschaftlerinnen Ulrike Ehrlich und Nadiya Kelle bewusst auf das familiäre Umfeld gelegt. Denn es sind die Angehörigen, die bereits heute einen großen Teil der Unterstützung und Pflege gewährleisten. Dies wird sich, glauben die Wissenschaftlerinnen, in Zukunft noch verstärken.

„Da der Mangel an Pflegekräften im professionellen Pflegesektor in absehbarer Zeit nicht zu lösen ist, wird erwartet, dass die familiäre Pflege auf Grund der demografischen Alterung der Bevölkerung zusätzlich an Bedeutung gewinnt“, schreiben die Wissenschaftlerinnen in der Einleitung ihrer Studie.

Familiäre Pflege immer wichtiger

Die große Bedeutung der familiäre Pflege zeigt bereits das erste Ergebnis der Analyse: Fast jeder zehnte Bundesbürger ab 17 Jahren unterstützt oder pflegt einen Angehörigen. Am stärksten gefordert ist hier vor allem die Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen. Hier ist mit 13 Prozent der Anteil der Menschen, die pflegen, am größten.

Wer gepflegt wird, ist in den verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich. Im jüngeren und mittleren Erwachsenenalter (17 bis 39 Jahre) sind es zum einen die Eltern bzw. Schwiegereltern, die unterstützt werden. Im gleichen Umfang kümmert sich diese Altersgruppe aber auch um Bekannte oder Verwandte, die Hilfe benötigen.

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In den folgenden Altersgruppen zeigt sich dieser Trend: Die Hilfe für die Elterngeneration nimmt zu, während die Hilfe für Bekannte oder Verwandte wieder abnimmt. Bei den 55- bis 64-Jährigen beispielsweise unterstützen drei Viertel der Pflegepersonen ihre Eltern und Schwiegereltern, 19 Prozent helfen Verwandten oder Bekannten.

Pflege des Partners

In der Altersgruppe 65 plus ist dann die Pflege des Partners am wichtigsten. Die Über-65-Jährigen investieren von allen Altersgruppen auch den größten Zeitaufwand in die Pflege: 3,2 Stunden sind es täglich. Insgesamt liegt der Pflegeaufwand aller Altersgruppen im Durchschnitt bei täglich 2,6 Stunden.

IM VIDEO | Pflege, aber richtig

Deutlich macht die Studie auch, dass die Pflege zwar hauptsächlich, aber nicht nur in einem Privathaushalt erfolgt. So kümmern sich 22 Prozent der Pflegepersonen in der Altersgruppe von 55 bis 64 Jahren um Angehörige, die in einem „institutionellen Kontext“, also in einem Pflegeheim oder einer Altersresidenz leben.

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„Die Analysen“, stellen Ulrike Ehrlich und Nadiya Kelle in ihrem Fazit fest, „unterstreichen die Bedeutung von Familien und von privaten Netzwerken bei der Erbringung von Hilfe und Pflege für Personen, die darauf angewiesen sind.“

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