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Jeder dritte Erwachsene klagt ständig oder häufig über Rückenschmerzen.

Volkskrankheit Bandscheibenvorfall - Risiko steigt durch zwei Faktoren enorm

Von News Team - Freitag, 10.05.2019 - 14:39 Uhr

Rückenschmerzen sind in Deutschland eine der häufigsten Gründe für Arbeitsunfähigkeit. Laut dem Statistik-Portal "Statista" klagt jeder dritte Erwachsene ständig bzw. häufig über Rückenprobleme. Dabei sind Männer häufiger betroffen als Frauen. In vielen Fällen steckt ein Bandscheibenvorfall hinter den Schmerzen. Rund 200.000 pro Jahr sind behandlungsbedürftig, schätzen Mediziner.

Ein Experte erklärt gegenüber "Focus Online", wer besonders gefährdet ist, wie man Bandscheibenerkrankungen vorbeugen bzw. kurieren kann. Und wann eine Operation unumgänglich ist.

Fehlbelastung und Bewegungsmangel häufigste Gründe


In der Wirbelsäule gibt es 23 Bandscheiben, die jeweils aus einem festen knorpeligen Faserring aus Kollagen und einem fest-elastischen Gallertkern bestehen. Ihr Funktion gleicht der eines Stoßdämpfers. Die Bandscheiben machen die Wirbelsäule flexibel und belastbar. Fehlbelastungen, Bewegungsmangel und jahrelanger Verschleiß können jedoch zu Bandscheibenvorfällen führen.

Im Video | Rückenschmerzen und Sport? Das sagt der Experte

Bernd Kladny, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie und Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie an der m&i-Fachklinik in Herzogenaurach, sagt:

Eine Belastung von bis zu 700 Kilopond (entsprechend 700 Kilogramm) drückt etwa auf die Bandscheiben der Lendenwirbel, wenn ein Getränkekasten falsch aus dem Kreuz hochgehoben wird.

Im schlimmsten Fall reißt der Faserring, der Gallertkern tritt aus und drückt auf Nerven. Die Folge: Schmerzen.

Auch zu wenig Bewegung kann zu einer Erkrankung führen. Beim Sitzen drückt beispielsweise das gesamte Körpergewicht auf die Bandscheiben. Außerdem "ernährt" sich das faserknorpelige Gebilde quasi durch den Wechsel von Be- und Entlastung.

Es heißt zu Recht: Sitzen ist das neue Rauchen.

Ein Mensch sei kein Faultier, sondern eine Lauftier, so der Experte.

Bei Bewegung werden die Bandscheiben schwammartig ausgedrückt und können sich dann nachts im Liegen wieder aufpumpen.

Nicht jeder Bandscheibenvorfall verursacht Schmerzen


Je nach Patient kann selbst eine Bandscheibenvorwölbung bereits Schmerzen verursachen, obwohl der Faserring noch völlig intakt ist. Andere hingegen bemerken einen Bandscheibenvorfall mit gerissenem Faserring nicht einmal. So ergab eine Untersuchung von Menschen ohne Rückenschmerzen bei 60 Prozent einen krankhaften Befund, ohne dass sich die Betroffenen dessen bewusst waren.

Warum das so ist, dass der eine davon nichts spürt, der andere jedoch Schmerzen hat, weiß man noch nicht.

Männer und Frauen zwischen 35 und 50 Jahren sind besonders gefährdet, einen Bandscheibenvorfall zu erleiden. Ältere sind deshalb weniger betroffen, weil die Bandscheiben eintrocknen und nicht mehr "auslaufen" können.

Muskelaufbau gegen den Schmerz


Die beste Möglichkeit Bandscheibenvorfälle vorzubeugen oder auch vorhandene Erkrankungen zu behandeln, ist der Muskelaufbau. Wenn die Muskulatur die Wirbelsäule stützt, muss diese selbst weniger Gewicht tragen. Die Bandscheiben werden entlastet.

Allerdings ist nicht jeder Sport rückenfreundlich. Von Sportarten, bei denen man ins Hohlkreuz fällt (z. B. Tennis, Squash, Badminton, Volleyball), ist abzuraten. Empfehlenswert sind dagegen Schwimmen, Langlauf, Walking oder gezieltes Muskeltraining.

Schmerzen können alternativ mit Physiotherapie, Schmerzmitteln oder Injektionen unter Röntgenlicht behandelt werden. In den meisten Fällen führt dies zu einer Linderung. Manchmal bilden sich Bandscheibenvorfälle sogar selbst zurück, da der ausgetretene Gallertkern austrocknet, dadurch kleiner wird und nicht mehr auf umliegende Nerven drückt.

Im Ernstfall nur 6 Stunden Zeit


Erst bei Lähmungserscheinungen ist eine Operation sinnvoll, damit es zu keiner permanenten Nervenschädigung kommt. Im Extremfall muss allerdings schnell gehandelt werden. Bei Symptomen wie Blasenstörung, Stuhlinkontinenz oder starken Lähmungserscheinungen ist Gefahr im Verzug. Dies kommt jedoch sehr selten vor.

Diese Symptome "müssen dann aber innerhalb von sechs Stunden von einem Arzt abgeklärt werden und gegebenenfalls sofort zu einer Operation führen". Damit der Nerv nicht dauerhaft geschädigt wird und die Symptome irreversibel bleiben.

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2 Kommentare

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bei mir führten erst die op zu den kastastrophen einer nervenwurzelkompression, völlig überflüssig und sinnlos, und keiner hat es ernst genommen
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Dazu kann ich nur sagen, bewegt euch !!!!
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