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Ein gesunder Schlaf ist wichtig. Zungenschrittmacher können offenbar bei Sch ...

Schlafapnoe: Was bei Atemstillstand im Schlaf hilft – und vor Altersdiabetes schützt

Von News Team - Dienstag, 14.05.2019 - 18:13 Uhr

Frauen und Männer über 40 leiden bisweilen an Schlafapnoe – das sind wiederholte Atemaussetzer, die tagsüber zu Müdigkeit führt oder schlimmstenfalls Depressionen fördert. Einer neuen Studie zufolge helfen Zungenschrittmacher. Nicht nur der Schlaf wird besser, auch der Zuckerstoffwechsel.

Bei Schlafapnoe werden im Schlaf die Atemwege versperrt, weshalb es zu Atemstillstand kommt. Dies passiert etwa durch die Zunge, die sich durch eine zu starke Entspannung der Rachenmuskulatur die Sauerstoffzufuhr unterbindet. Meist schnarchen Betroffene laut - umgekehrt bedeutet es aber nicht, dass Schnarcher Atemaussetzer haben.

Zungenschrittmacher stimulieren Atemwegsmuskulatur

Einer neuen Untersuchung zufolge bringen so genannte Zungenschrittmacher gute Ergebnisse, wie aponet.de unter Berufung auf eine Studie im Fachblatt „Journal of Sleep Research“ berichtet.

Dabei wird die Atemwegsmuskulatur elektrisch stimuliert, so dass die oberen Atemwege frei bleiben.

Bei 20 Patienten, die mit einem Zungenschrittmacher behandelt wurden, zeigte sich nach zwölf Monaten eine deutliche Verbesserung der obstruktiven Schlafapnoe.

Zungenschrittmacher schützen indirekt auch vor Typ-2-Diabetes

Die Patienten schliefen allerdings nicht nur entspannter, die Behandlung kam auch ihrem Zuckerstoffwechsel zugute: Die Resistenz gegen Insulin ließ nach. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Zungenschrittmacher die Patienten vor einem Typ-2-Diabetes schützen kann“, erläutert Privatdozent und Studienverfasser Armin Steffen vom Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein.

Dies erfolge möglicherweise indirekt durch ein verändertes Essverhalten, zu dem offenbar die größere Erholung in der Nacht führte. Die Patienten hätten weniger „hedonistischen“ Hunger, der Menschen auch dann essen lässt, wenn ihr Körper gar keine Kalorien benötigt – dieses Verhalten wird oft bei Schlafmangel beobachtet.

Schrittmacher im Brustbereich

Zungenschrittmacher werden dem Bericht zufolge in Deutschland seit fünf Jahren eingesetzt, wenn die Behandlung mit einer Atemmaske keine Wirkung zeigt.

Dabei wird ein kleiner Schrittmacher im Brustbereich unter die Haut implantiert und mit dem Nerven verbunden, der die Bewegungen der Zunge kontrolliert. Patienten schalten ihn abends vor dem Schlafengehen ein und morgens wieder aus.

Drei bis fünf Prozent betroffen

Dass bei Menschen nachts ab und zu nachts der Atem aussetzt, ist an sich kein Grund zur Besorgnis. Gefährlich wird es, wenn dies dauerhaft häufig passiert. Deutschlandweit leiden geschätzt drei Prozent der Frauen und fünf Prozent der Männer an einer obstruktiven Schlafapnoe. Folgen sind Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Bluthochdruck, erhöhter Blutdruck. Sie kann sich auch auf die Stimmung schlagen und zu Depressionen führen.

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1 Kommentar

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Ich finde einen Zungenschrittmacher eine ganz schön technisch aufwendige Lösung. Habe selbst mit schnarchen und Aussetzern zu tun gehabt. Wurde erst durch meine Partnerin darauf aufmerksam. Habe mir dann auf Empfehlung diese Nasivent Nasenstöpsel geholt und seitdem atme ich nachts wieder besser und mein schnarchen hat sich stark reduziert. Man muss sich etwas daran gewöhnen, die Dinger nachts zu tragen. Aber dann sind sie Gold wert. Fühle mich morgens ausgeruhter und muss nicht unbedingt zu einer so technischen Lösung wie oben greifen...
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