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Impotenz und Depressionen drohen: Finger weg von diesen Haarwuchsmitteln!

Impotenz und Depressionen drohen: Finger weg von diesen Haarwuchsmitteln!

Von News Team - Donnerstag, 23.05.2019 - 12:46 Uhr

Er schluckte Pillen gegen Haarausfall und bekam deswegen Depressionen und sexuelle Störungen. So beschrieb es ein Kläger aus Nordrhein-Westfalen, der nach Einnahme eines Haarwuchsmittels 100.000 Euro Schmerzensgeld von einem Pharmahersteller fordert. Am Mittwoch hat sein Prozess vor dem Landgericht in Paderborn begonnen.


In der Verhandlung berichtete der Kläger, er leide seit Jahren unter den verzögerten Nebenwirkungen - einem sogenannten „Post-Finasterid-Syndrom“. Dabei handelt es sich um Störungen, die nach dem Absetzen eines Medikaments auf Finasterid-Basis auftreten und längere Zeit andauern können. In Bezug auf den Wirkstoff hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukt (BfArM) 2018 vor solchen Nebenwirkungen gewarnt.

Finasterid ist seit Jahren auf dem deutschen Markt präsent und in mehreren Arzneimitteln enthalten. Als synthetisches Steroid ähnelt er sich dem Sexualhormon Testosteron und greift in dessen Stoffwechsel ein. Neben verschreibungspflichten Arzneien beinhalten auch frei verkäufliche Produkte wie Propecia, Finapil und Finasterid-ratiopharm, die den Haarausfall bekämpfen sollen, den umstrittenen Wirkstoff.

Kritiker fordert Verkaufsverbot für Finasterid-Medikamente

Doch das synthetische Steroid ist höchst umstritten. Neue Studien deuten daraufhin, dass Finasterid neben Impotenz auch Stimmungsveränderungen auslösen kann, darunter Depressionen und Suizidgedanken. Bei Männern unter 42 Jahren, die Finasterid länger als 205 Tage einnahmen, sei das Impotenzrisiko zum Beispiel fünfmal höher als bei Männern, die es kürzer einnahmen. Kritiker fordern deshalb ein Verbot des Wirkstoffs.

Der Prozessfinanzierer ProzessFinanz AG, der auch das Paderborner Verfahren unterstützt, spricht von einem Musterfall. Eine weitere Klage sei in Berlin angelaufen, eine dritte für Oktober geplant.

Über dieses Thema hatte zuerst „Spiegel Online“ berichtet.

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