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Vorhersage von Krankheiten: Für seine Forschung ist Professor Matthias Mann  ...

Krebs und Diabetes erkennen, bevor es ausbricht - Deutscher Forscher entwickelt Medizin der Zukunft

Von News Team - Freitag, 14.06.2019 - 06:40 Uhr

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Ein Arzt erkennt bei einem Patienten Diabetes, Parkinson oder Krebs, lange bevor der daran erkrankt. Schließlich könnte auf diese Weise verhindert werden, dass Millionen Menschen überhaupt krank werden.

Ein Traum? Eher eine Vision, aus der dank des wissenschaftlichen Fortschritts schon bald Wirklichkeit werden könnte.

Im Video:

Diese Erfindung soll Ärzten helfen, Krankheiten vorherzusagen


Einen großen Anteil an diesem Fortschritt hat der deutsche Professor Matthias Mann. Der Physiker, Biochemiker und Bioinformatiker forscht seit Jahrzehnten an Methoden und entwickelt Erfindungen, die Ärzten dabei helfen sollen: Krankheiten besser vorherzusagen, zu diagnostizieren und zu behandeln.

"Zweidrittel der Patienten werden falsch behandelt"

Für seine Forschung ist Mann jetzt für den renommierten Europäischen Erfinderpreis 2019 des Europäischen Patentamts nominiert worden. Die Gewinner werden am 20. Juni bekannt gegeben.

"In der Medizin, wie sie jetzt praktiziert wird, diagnostizieren wir Patienten oft nicht richtig", sagt der interdisziplinär arbeitende Wissenschaftler.

"Und selbst wenn wir richtig diagnostizieren, behandeln wir die Patienten in Zweidrittel der Fälle falsch", so Mann, der neben dem Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München auch Forschungsteams an der Universität Kopenhagen leitet.

Jeder Mensch reagiert anders auf Krankheiten

Worauf der Professor anspielt: Jeder Mensch reagiert auf seine ganz eigene Art auf Krankheiten und Medikamente. Aus dem Grund kommt es immer wieder vor, dass Ärzte mit ihren Diagnosen bei manchen Patienten daneben liegen - oder dass bei ihnen bestimmte Medikamente nicht anschlagen.

Die Folgen: Der erwünschte Erfolg einer Behandlung bleibt aus. Patienten werden unnötig starken Medikamenten ausgesetzt, die für sie nichts bringen.

Der deutsche Physiker, Biochemiker und Bioinformatiker Matthias Mann entwickelt Verfahren zur Diagnose von Krankheiten
Europäisches Patentamt (EPA)/Heinz TrollDer deutsche Physiker, Biochemiker und Bioinformatiker Matthias Mann entwickelt Verfahren zur Diagnose von Krankheiten

Für ein bestmögliches Ergebnis müsste eine Krankheit, wie etwa Krebs, bei jedem Menschen individuell bekämpft werden. Das ist das Prinzip der so genannten "personalisierten Medizin", die bisher noch in den Kinderschuhen steckt, in Zukunft aber enorm an Bedeutung gewinnen könnte.

Auch darum geht es Professor Matthias Mann und seinem Forschungsteam: Methoden zu entwickeln, die Ärzten dabei helfen, zielgenaue und damit optimale Arzneimittel für den jeweiligen Patienten zusammenzustellen.

Um dies und die Früherkennung von Krankheiten zu ermöglichen, nehmen die Wissenschaftler genau die Moleküle ins Visier, die darüber entscheiden, ob unser Körper gesund bleibt oder krank wird: Die Proteine in den Zellen.

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Das Problem: Es handelt sich um eine gigantische Menge. "Allein in einer Zelle stecken Hunderttausende Proteine", so Professor Mann. Und bei jedem Menschen ist eine einzigartige Kombination aus Proteinen aktiv.

"Um sagen zu können, was der Unterschied zwischen einer gesunden und einer kranken Zelle ist, müssen wir die Proteine ganz genau quantifizieren können", so Mann. Bloß: Dafür bräuchte man demnach mit den bisherigen Methoden mehrere Jahre.

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Doch um tatsächlich etwas zum Wohle der Patienten ausrichten zu können, muss das viel schneller gehen - binnen Stunden oder Tagen erledigt werden können.

Für eine Proteinanalyse hat der Bioinformatiker ein Verfahren namens SILAC entwickelt, mit der genau das möglich ist. Damit können genau die Proteine enttarnt werden, die einen Menschen krank machen.

Medizin der Zukunft

Jetzt wollen Unternehmen die Proteinanalyse praktisch umsetzen. Die neue Technik sei jetzt schon dabei, "nicht nur die Forschung zu revolutionieren, sondern auch die personalisierte Medizin", heißt es vonseiten des Europäischen Patentamts.

Ein Markt, der demnach in den kommenden Jahren ein Volumen von geschätzten 170 Milliarden Euro haben wird.

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