Weißer Hautkrebs: Die unterschätzte Gefahr

Beitrag von wize.life-Nutzer

Frühling, Sonne, Natur genießen. Endlich wieder auf dem Balkon lümmeln, im Garten werkeln oder im Park picknicken. Die wenigsten denken dabei an die Gefahr, der sie dabei ihre Haut aussetzen. Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 224 000 Menschen neu an Hautkrebs, sagt die Deutsche Krebshilfe. An dem sehr gefährlichen schwarzen Hautkrebs, Malignes Melanom genannt, erkranken jährlich 26 000 Menschen, 198 000 an weißem Basalzell- oder Stachelzellkrebs. Andere Experten schätzen die Zahl der Neuerkrankungen bei Weißem Hautkrebs sogar auf 250.000 im Jahr. So oder so ist Weißer Hautkrebs die häufigste Krebsart bei Menschen mit weißer Haut. Weil gerade der weiße Hautkrebs im Frühstadium sehr gut heilbar ist, spielt Früherkennung eine wichtige Rolle. Das Angebot einer Hautuntersuchung wird jedoch noch zu wenig genutzt. Eine Umfrage der Techniker Krankenkasse hat ergeben, dass nur 37 Prozent ihrer Versicherten eine Hautkrebsfrüherkennung bei sich haben machen lassen.

 Weißer Hautkrebs wird oft jahrelang übersehen

„Weißer Hautkrebs ist oft nicht richtig zu erkennen, da er sich meist zu Beginn nur durch leichte Rötungen und etwas Schuppungen zeigt", erläutert Professor Volker Steinkraus, Leiter des Dermatologikums Hamburg. „Er wird daher oft jahrelang übersehen und als „kleine rauhe Stelle" eingestuft, die keiner dermatologischen Behandlung bedarf."  Generell gilt, bei Hautveränderungen, die schlecht heilen, sollte auf jeden Fall der Hautarzt aufgesucht werden. Weißer Hautkrebs entsteht durch Entartungen der Oberhautzellen. Diese treten meist im Gesicht und an den Handrücken auf, also an Stellen, die besonders exponiert dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Hellhäutige Menschen mit blauen Augen sind anfällige als dunkle Hauttypen, ebenso sind mehr Männer unter den Patienten.

Vorsicht im Frühjahr

Wer sich schützen möchte, sollte im Frühjahr gut aufpassen, denn, so Steinkraus, "die Lichtschwiele, die UV bedingte Verdickung der Hornhaut, muss erst neu aufgebaut werden." Und da die Ozonschicht im Frühjahr häufig dünner ist als sonst, ist auch die Strahlung teils schon sehr stark - da hilft auch die jüngste Meldung, die Ozonschicht sie wieder etwas dicker geworden (um vier Prozent) nicht viel.  Angemessene Kleidung, eine Sonnenbrille, Lichtschutzfaktor zwischen 30 und 50 und öfter mal einen Schattenplatz suchen, all das ist ratsam, um sich zu schützen. Die Haut sollte erst langsam wieder an die Sonne gewöhnt werden. Im Falle einer Erkrankung gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, von leichten Cremes über Bestrahlungsverfahren mit Rotlicht oder Kältebehandlung bis hin zur Operation.  "Generell gilt, dass sich weißer Hautkrebs so gut wie immer einfach und sehr effektiv behandeln lässt", sagt der Dermatologe Steinkraus.

Untersuchung alle zwei Jahre

Die Behandlung ist um so einfacher, je früher der Hautkrebs entdeckt wird. Deswegen empfehlen Ärzte ein regelmäßiges Hautkrebsscreening. Es dauert nur etwa 20 Minuten. Dabei wird  die  Haut mit einer Lupe Zentimeter für Zentimeter angesehen, auffällige  Veränderungen untersucht der Facharzt mit einem Auflichtmikroskop. Bei Zweifeln kann der Arzt auch eine Hautprobe im Labor untersuchen lassen. Liegen keine Risikofaktoren vor, reicht es, sich alle zwei Jahre untersuchen zu lassen. Die Krankenkasse zahlt das Screening im Zwei-Jahres-Intervall bei Patienten, die das 35. Lebensjahr erreicht haben. Wenn jemand unter Risikofaktoren leidet, wie Hautkrebs in der Eigen- oder Familienvorgeschichte, zahlreiche Muttermale, zahlreiche Sonnenbrände in der Vergangenheit oder auch beim Vorliegen eines sehr hellen Hauttyps, dann wird empfohlen, den Hausarzt einmal im Jahr aufzusuchen.

Informationen gibt es zum Beispiel unter:

www.info.dermatologikum.de

www.weisserhautkrebs.de

Bild: pixelio.de

Mehr zum Thema