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Ärztin erklärt: Darum stinken alle Leute im Sommer (und das ist die Lösung!)

Ärztin erklärt: Darum stinken alle Leute im Sommer (und das ist die Lösung!)

Ina Gesellensetter
29.07.2018, 16:33 Uhr
Beitrag von Ina Gesellensetter

Nein, ich schimpfe nicht übers Wetter. Wir haben lange genug auf den Sommer gewartet. Jetzt sollten wir ihn in vollen Zügen genießen. Nur ist das gar nicht so leicht.Was ich tagtäglich in der Praxis zu riechen bekomme, hat mit Genuss jedenfalls nichts zu tun.

Gestern, acht Uhr morgens. Noch ist es draußen relativ kühl. In den Praxisräumen herrscht ein angenehmes Raumklima, von der Schwüle des letzten Nachmittags ist nichts mehr zu spüren. Zunächst. Dies änderte sich mit dem ersten Patienten des Tages nachhaltig. Offensichtlich hat der Herr am Vortag einen gepflegten Grillabend verlebt, zumindest aber reichlich Knoblauch zu sich genommen. Dies in Kombination mit Körperausdünstungen (ich erspare Ihnen Details) nahm der (vormals) frischen Luft entschieden ihre wohltuende Wirkung. Und wie schon so oft in diesem Sommer fragte ich mich: Warum riechen manche Menschen so, wie sie riechen?


Warum stinkt Schweiß ?

Tut er gar nicht- zumindest nicht wenn er frisch ist und der Mensch gesund. Schweiß an sich ist nämlich geruchlos. Schuld an dem unangenehm beißenden Gestank sind Bakterien, die auf unserer Haut leben und sich vom Schweiß ernähren. Und wer isst, der muss auch etwas ausscheiden. So auch die besagten Bakterien. Und wie bei uns Menschen ist es auch bei diesen Kleinstlebewesen so, dass Stoffwechselprodukte stinken - in diesem Fall eben der - verdaute - Schweiß.

Das, was wir im Sommer allzu oft zu riechen bekommen, ist also fast immer alter Schweiß. Er klebt in alter Kleidung - oder auf Körpern, die länger nicht geduscht wurden. Meistens jedenfalls.
Denn es gibt auch Ausnahmen.

Wenn Schwitzen zur Krankheit wird

Das Schwitzen an sich ist lebenswichtig für unseren Organismus. Es reguliert unsere Körpertemperatur und kühlt sowohl die Haut als auch das Innere des Körpers ab. Bei etwa ein bis zwei Prozent der Menschen in Deutschland liegt aber eine massiv übersteigerte Schweißbildung vor, eine sogenannte Hyperhidrose. Hier produzieren die Schweißdrüsen unabhängig von Temperatur und Aktivität ungebremst Schweiß.

Wenn Sie etwa einen Menschen mit Hyperhidrose bitten, die Hände von sich weg zu strecken, so werden sich unter den Händen am Boden rasch Tropfen oder gar kleine Pfützen bilden. Das dies für die Betroffenen extrem belastend ist, leuchtet ein. Denn 100 Milliliter Schweißproduktion pro Achselhöhle sind bei Hyperhidrose gang und gäbe - in fünf Minuten, wohlgemerkt.

Eine Sonderform der Hyperhidrose ist die sogenannte Bromhidrose. Durch die ständige Durchfeuchtung der Haut wird deren äußere Schicht, die Hornhaut, zersetzt. Dadurch entstehen chemische Substanzen, die ausnehmend übelriechend sind. Patienten mit Bromhidrose können dem Geruch durch normale oder sogar intensive Körperhygiene nicht Herr werden. Selbst eine Behandlung der Haut mit reinem Alkohol hat meist keine Wirkung. Oft helfen hier nur relativ radikale medizinische Maßnahmen oder gar operative Eingriffe.

Vorbeugen ist besser, als stinken

Aber zurück zu Otto-Normal-Schwitzer. Das sind immerhin fast 99 Prozent der Bevölkerung. Die können durchaus etwas gegen ihre Ausdünstungen tun. Hilfreich ist natürlich adäquate Körperhygiene und regelmäßiges Wechseln der Kleidung. Auch die regelmäßige Verwendung eines Deos ist - unterstützend - zu den vorgenannten Maßnahmen, ausgesprochen hilfreich.

Bleibt die heikle Frage: Wie soll man reagieren, wenn selbst nette Menschen bei tropischen Temperaturen zum Geruchsproblem werden? Soll man ihnen einen diskreten Hinweis geben, das Thema ganz offen ansprechen - oder gebietet es die Höflichkeit, still zu leiden und flach zu atmen? Ich freue ich auf Ihre Kommentare!

17 Kommentare

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Seife und Wasser ist eine gute Kombination, aber sehr wichtig, die Kleidung zu wechseln.
  • 31.07.2018, 09:03 Uhr
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Es gibt einen ganz natürlichen, effektiven, gesunden DEODORANT. Es handelt sich dabei um "EM", Effektive Mikroorganismen. Diese Organismen befinden sich normaler Weise in gesunden, nicht Kunstgedüngten Böden. Sie fermentieren "grünes" zu einem hervorragenden Naturdünger, sie verdauen Geruch bildende Bakterien und reinigen dabei die Luft. Sie verdauen Schimmelbakterien und sparsam (ca. 1 ml) geschluckt erzeugen sie im menschlichen Darm mit ihren Milchsäurebakterien eine gesunde Darmflora. In den 80ger Jahren hat der japanische Professor für Landwirtschaft, nach Mißerfolgen mit Kunstdünger, sie wiederentdeckt. Sie werden in einer Lösung von Wasser und Zuckerrohr-Melasse in Deutschland unter www.emiko.de und in Österreich unter www.multikraft.at vertrieben. Als Deodorant einfach 1:100 mit Wasser vermischen (wegen der braunen Melasse-Farbe) und aus einem Sprayer auf die entsprechenden Hautstellen sprühen. Im Augenblick verschwinden alle unangenehmen Gerüche.
  • 05.10.2013, 20:53 Uhr
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Da muß man unbedingt drüber reden, denn es gibt nichts schlimmeres als schlechte Gerüche. Ich bin da auch sehr empfindlich. Letztens saß ein lieber Bekannter neben mir. Der richt auch sehr intensiv. Da ist mir fast mein Essen hochgekommen. Bei Ihm ist das zwar krankhaft bedingt, aber es gibt doch so tolle Pflegemittel. Da müsste auch seine Frau achten, dass Mann gut riecht.
Gabi G.
  • 09.08.2013, 08:39 Uhr
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Bestimmte Deosprays stehen in Verdacht Krebs zu erzeugen.
Diese Info kam vor kurzem in einer tvsendung
  • 08.08.2013, 13:07 Uhr
Ja, Aluminiumhaltige. Habe ich eben gefunden:
http://www.deoohnealuminium.de/deodo...UgORSW3Imls
  • 08.08.2013, 14:37 Uhr
Ina Gesellensetter
Tatsächlich wurde über lange Zeit Deos mit Aluminiumchlorid nachgesagt, dass sie Brustkrebs begünstigen. Mittlerweile ist aber über verschiedene unabhängige Studien ( wissenschaftlichen, nicht von der kosmetischen Industrie gesponserten ) belegt, dass da nichts dran ist.
Wer dennoch Zweifel hat, sollte auf ein Deo ohne Aluminiumchlorid zurückgreifen, dann aber bitte darauf achten, dass die Substanz Alkohol enthält. Denn bei Deos ohne beide Bestandteile wird die Schweißzersetzung nicht beeinflusst und der Gestank nur mit Parfum überdeckt.
  • 08.08.2013, 18:04 Uhr
Hllo Ina, hier ein Link von Arte. Ein Film über Alu. Erschreckend, aber unbedingt sehenswert, ich bin jetzt noch von den Socken. Nimm dir die Zeit, es lohnt sich, vor allem in Bezug auf darauf, dass Du Ärztin bist. Auch Demenz wird damit in Verbindung gebracht, aber schau selbst.

http://www.arte.tv/guide/de/045561-0...ie-akte-alu
  • 08.08.2013, 18:12 Uhr
Ina Gesellensetter
Hallo Renate, ja, ich kenne den Beitrag und muss sagen, ich meide das Zeug auch. Allerdings ist es ja leider so, dass wir über den Genuss von Seefisch teilweise signifikant mehr Alu, Quecksilber und sonstiges zu uns nehmen, als wir von außen jemals zuführen könnten. Also: Lokal angewendet passiert offenbar nichts, denn das Zeug wird über die Haut so gut wie nicht resorbiert. Im Essen allerdings: Nein!!!
  • 08.08.2013, 19:01 Uhr
Ich fand die Informationen bzgl. Brustkrebs schon bemerkenswert. Bin mir nicht so sicher, zumal unter den Achseln die Haut schon sehr empfindlich ist, beim Rasieren evtl. kleine Verletzungen entstehen. Nichts genaues weiß man aber nicht. Ich habe das Deo postwendend gewechselt. Du sagst es, es ist schwer unbeschadet durchs Leben zu kommen!
  • 08.08.2013, 19:17 Uhr
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Wie soll man reagieren? Das ist hier die Frage... Als Pflegekraft ist das recht flott beantwortet, in dem man selbst zum Lappen, Wasser und Seife greift und 'freundlich' nachhilft. Bei jüngeren Menschen, die sich selbst waschen können, wird's dann schon schwieriger. Ich denke, dies Stinker sollten direkt angesprochen werden. Du weißt ja selber, ob jemand heute am Abend müffelt, oder ob dieser Mief schon geraume Zeit alt ist. Ich finde es einfach unverschämt andere Menschen mit dem eigenen ekelhaften Körpergeruch anzustinken. Ich persönlich wurde, wenn ich es mit solchen Herrschaften zu tun bekam, mit der Zeit leicht ungehalten. Früher habe ich mich das nicht getraut, aber heute ist das was anderes. Sofern die Person klar bei Sinnen ist, denke ich, dass man ihr sehr wohl sagen darf, dass es keinen Grund gibt an Wasser und Seife zu sparen.
Schon beim Lesen u. jetzt beim Schreiben kräuseln sich mir wieder die Fingernägel, der Nacken-Schulterbereich zieht sich mir zusammen und ich empfinde
  • 08.08.2013, 11:24 Uhr
Übelkeit, weil mir auch sehr oft sloche Stinker über begegnet sind. Ich erinnere mich an einen jungen Mann, der regelmäßig Ende der 70er in der Augenklinik stationär aufgenommen wurde (damals war das noch so), wg. ich glaube Glaskörperentzündugne, die nicht in den Griff zu bekommen waren. Der Kerl stank zum Gott erbarmen. Als man die Zimmertür öffnete wollte man eingentlich nur noch sterben! Der Stationsarzt verordnete dann 'medizinische Bäder'
Ich fühle mit Dir. Aber ich denke wirklich, dass man sich solchen Gestank nicht bieten lassen sollte, denn in der Praxis, Ambulanz, Station gibt es genügend andere Gerüche, die auch noch auszuhalten sind...
Nur Mut! Du musst das aushalten und flach atmen schadet dem Denken und Arbeiten
  • 08.08.2013, 11:30 Uhr
Ina Gesellensetter
Ich habe ja schon Duschgel- Pröbchen verschenkt und ähnliches- manchmal sag ich was, aber letztendlich wird man der Diskussionen auch müde- es ist ja nicht so, dass es sich um Einzelfälle handelt!!
  • 08.08.2013, 11:50 Uhr
Ich weiß, leider. Was unsereins da schon erlebt hat, spottet jeder Beschreibung. Auch ein Grund, warum ich nicht mehr in diesem Beruf arbeiten möchte. Die Zumutungen sind da sehr extrem. Und ein Grund, warum ich nicht gerne in Schwimmbäder gehe.
Ich weiß nicht, ob Du dieWeiterbehandlung verweigern darfst. Ich glaube nicht. Aber die Idee mit meizinisch notwenigen Waschungen, wegen der Infektionsgefahr an Wunden finde ich super.
Wie gesagt, im ambulanten Bereich ist man wohl ziemlich machtlos. Wenn Du im Krnakenhausbereich arbeitest, findet sich im allgemeinen ein Pfleger, der das Wort erheben kann, was dann auch die meisten tun. Meiner Erfahrung nach, sind diese nicht so zurückhaltend. Oder bewaffne Dich mit einem Raumspray, sofern das erlaubt ist. Oder eine Duftlampe. Lemongras, Bergamotte, Pfefferminze, Neroli, Basilikum. Vorsicht mit Orange, kann Allergien auslösen. Dann kannst Du dort wenigstens eine Nase voll nehmen.Schwierig, keine Frage. Mein größtest Mitgfühl für Dich.
  • 08.08.2013, 12:48 Uhr
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Gehöre zu den glücklichen Normalschwitzern und bin da auch noch eine von denen, die kaum schwitzt. Dennoch hab ich mir schon seit vielen Jahren angewöhnt, auf Duschgels und Intimwaschzusätzen, so wie Seifen jeglicher Art zu verzichten. Noch nie hab ich gemerkt oder von jemandem gehört, dass ich "rieche". Ich mag den Geruch von Deos UND Schweiß nicht. Empfinde es als äußerst unangenehm, wenn einer meiner Kunden im Auto eine Zigarette raucht und noch schnell unterm Hemd seine Achselhöhle und die Klamotten auch von außen mit AXE einsprüht, bevor er aussteigt und meine Räumlichkeiten betritt.
  • 08.08.2013, 10:44 Uhr
Ina Gesellensetter
Hallo Gudrun, das kann ich gut verstehen- die Mischung aus Stinki und penetranten Düften ist grauenhaft. Bin auch eher der Typ für neutrale Pflegeprodukte- gepaart mit reichlich WASSER !!
  • 08.08.2013, 11:02 Uhr
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Was ich nicht verstehe: Warum stinken manche Leute schon morgens so schlimm?
  • 08.08.2013, 10:42 Uhr
Ina Gesellensetter
Entweder, weil sie den Schweiß vom Vortag noch nicht abgewaschen haben oder die Klamotten nicht gewechselt. Zumindest ist das in den meisten Fällen so.
  • 08.08.2013, 11:01 Uhr
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