Scham wegen Depression - Depression wegen Scham

Beitrag von wize.life-Nutzer

Menschen mit Depressionen sind oftmals Persönlichkeiten, die im Laufe ihres Lebens immer mehr an Selbstvertrauen verloren haben. Sie sind mehrfach in Situationen geraten, in denen sie sich hilflos und klein fühlten. Sie waren Opfer. Und sie schämten sich dessen. Irgend wann hatten sie nicht mehr die Kraft, aus solch einer Situation aufzustehen und so weiter zu machen, als wäre nichts gewesen. Sie funktionierten nicht mehr. Die Diagnose Depression wurde gestellt. Und wieder ist es die Scham, die ganz von ihren Opfern Besitz ergreift. Sie tut dies erfolgreich, denn kaum einer Krankheit wird sich so sehr geschämt wie der Depression. Depressionen werden in den Köpfen der Menschen vielfach immer noch gleich gesetzt mit Schwäche. Es wird nicht auf die enorme Belastung geschaut, denen diese Menschen viel zu lange standhalten mussten, sondern lediglich auf ihr "Versagen", auf ihren Zusammenbruch. Ist es denn ein Versagen, krank zu werden? Ist es ein Versagen nach einem Leben voller Belastungen irgend wann zu sagen: "Ich will so nicht mehr!"? Mitnichten. Es ist die einzig gesunde Reaktion, die der Mensch noch zur Verfügung hat. Und trotzdem halten sich die Vorurteile gegenüber depressiven Menschen hartnäckig und wir Depressive tragen leider auch unseren Teil dazu bei...

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