Höchste Qualität in Bürgerhand

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Noch sind in Deutschland rund 90 % der Wasserwirtschaft in kommunalen Händen. Ganz anders in Frankreich. 80 % der französischen Wasserversorgung ist privatisiert. Dick im Geschäft: die Konzerne Veolia und Suez, die weltweit ganz vorn im Wassergeschäft mitmischen. 2010 klärte der Dokumentarfilm „Water makes money“ über die haarsträubenden Machenschaften auf.

In den nächsten Jahren werden Tausende von Konzessionsverträgen deutscher Kommunen mit privaten Energiekonzernen auslaufen. Wünschenswert, dass Städte, Gemeinden und Bürger bis dahin genügend sensibilisiert sind, um die Energie und Wasserversorgung zurück ins kommunale Eigentum zu holen. Einer, der hier schon deutlich Stellung bezogen hat, ist Münchens Oberbürgermeister Christian Ude. Sehr klar auch sein Statement im oben genannten Dokumentarfilm:
„Privatisierung ist nur am ersten Tag schön, wenn man einen Verkaufserlös kassieren kann. Aber dann kommt der Tag, an dem man nichts mehr hat. Man hat keinen Einfluss auf die Preise, auf die ökologische Qualität… Man hat eigentlich als Gemeinderat abgedankt.“

Die Stadtwerke München, in deren Händen Münchens Wasserversorgung liegt, ist eine 100prozentige Tochter der bayerischen Landeshauptstadt. Seit über 100 Jahren engagiert man sich hier konsequent für die Wassergewinnungsgebiete und investiert in neuen Grunderwerb, um eine Wasser schonende Nutzung zu gewährleisten. Per Förderprogramm wird zudem der ökologische Landbau unterstützt. Eine Vielzahl von Maßnahmen trägt dazu bei, dass das Münchener Leitungswasser eines der besten in ganz Europa ist. Die Qualität ist so hervorragend, dass auch Babys und Kleinkinder direkt aus dem Wasserhahn trinken bzw. versorgt werden können. Trotz dieser Vorteile und des großen Engagements bleiben die Münchener Wasserpreise auf konstant niedrigem Niveau. Der Grund liegt auf der Hand: Was jedem gehört, was jeder täglich für sich nutzen möchte, darum wird sich auch intensiv gekümmert. Alle Belange von der Wassergewinnung bis zur Abwasserentsorgung bleiben unter der ö–ffentlichen Kontrolle der Bürger. So ist auch die Abwasserentsorgung München ein städtischer Eigenbetrieb. Auf diese Weise lässt sich ein stabiles Preis/Leistungsverhältnis aufrecht erhalten.

Direkt aus dem Voralpenland kommt das Trinkwasser für die bayerische Landeshauptstadt. Obwohl die Münchener Wasserversorgung seinen Bürgern ein Trinkwasser bietet, das zu den besten in ganz Europa zählt, halten sich die Wasserpreise auf konstant niedrigem Niveau.

Wasserprivatisierung mindert Qualität
Private (Monopol)Betriebe haben da ganz andere Motive. Hier bestimmt die Marktmacht Qualität, Leistung und Preis, an erster Stelle stehen immer die Gewinne. Warum z. B. zum Wassersparen motivieren, wenn doch jeder Tropfen bares Geld bringt? Warum die Wasserleitungen instand halten, teure Sanierungen vornehmen oder die Grundwasserressourcen schützen, wenn es doch viel günstiger ist, Wasser aufzubereiten oder zu Dumpingpreisen neu einzukaufen. Die logische Folge: Infrastruktureinrichtungen werden heruntergewirtschaftet, immer häufiger wird recyceltes Abwasser als Trinkwasser eingesetzt. Zum Glück gibt es so viele mutige und engagierte Menschen, die das Augenmerk der Allgemeinheit auf die gravierenden Missstände richten.

Hier noch weitere Filme, die sich kritisch mit dem Thema Wasser auseinandersetzen:
„Flow – Wasser ist Leben“ (2009);
„Blaues Gold – Der Krieg der Zukunft“ (2010);
„Abgefüllt“ (2012)

Lesen Sie mehr zum Thema Privatisierung in folgendem Bericht >> http://www.memon.eu/magazin/wem-geho...rinkwasser/