Was hat Depression mit Hilflosigkeit zu tun?

Beitrag von wize.life-Nutzer

Ich habe Depressionen. Nicht immer geht es mir deswegen schlecht. Ich kann eine Menge dafür tun, dass ich nicht in das sogenannte schwarze Loch hinab rutsche. Aber manchmal ist es dann doch so weit. Ich fühle mich hilflos, mitunter sogar ohnmächtig, außerstande noch irgend etwas zu tun, außerstande den kleinen Finger zu bewegen oder mich auf die andere Seite zu drehen. Das Gefühl der Hilflosigkeit breitet sich in meinem ganzen Körper aus. Ich kann nichts dagegen tun, also gebe ich mich dem hin.
Depression sei erlernte Hilflosigkeit, heißt es und in solchen Phasen kann ich dem zustimmen. Ja es erinnert mich an ähnliche Situationen. Ich kenne dieses Gefühl. Damals war es schon einmal da. Es war sogar schon öfters da. Damals war es begründet. Ich war wirklich hilflos. Ich war ein Kind. Später war ich in Haft. Dicke Mauern, Eisengitter, Maschinenpistolen. Heute stellt sich das Gefühl der Hilflosigkeit automatisch ein, weil mein Dachcomputer sich gemerkt hat, das solche oder ähnliche Situationen schon einmal so ausgegangen sind, dass ich mir nicht mehr zu helfen wusste. Wie praktisch!? Ich würde allerdings viel lieber selbst entscheiden, ob ich jetzt wirklich keine Option mehr habe oder vielleicht doch. Wenn ich aber die Hilflosigkeit gelernt habe, müsste ich doch eigentlich auch etwas neues lernen können, quasi etwas drüber packen? Vieles von dem, was wir damals in der Schule lernten, ist heute nicht mehr wahr und wir ersetzen es durch neue Wahrheiten und Erkenntnisse...

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