Es geht wieder los: Pollenflug macht Arbeit

Marion Dr. Diwo M.A. -HP

Pollen oder schlichtweg Blütenstaub ist eine mehlartige Masse, die sich im Frühjahr auf dem Luftweg aufmacht, Pflanzen zu bestäuben. Soweit, so gut.. Die einzelnen Pollenkörner sind mikroskopisch winzig und machen Allergikern zu schaffen. Ihre Oberfläche ist widerstandsfähig, und sie sind ausgestattet mit Haft-und Hak-Strukturen, mit denen sie sich natürlich auch bei uns in Nase, Augen und Lunge festsetzen können. Und hier beginnt das Problem: Sie werden bei Allergikern vom Körper als Fremdstoff identifiziert und dieser versucht nun, mit allen Mitteln, solche Substanzen wieder loszuwerden. Die Folge: Schnupfen (Nase), Triefen (Augen), Husten (Atemwege), bei hoher Belastung Kopfschmerz, Juckreiz, Rötungen.

Nasendusche, Augenbadewanne, Atemmaske oder Gitternetz
Eine einfache Empfehlung: Helfen Sie dem Körper, die Pollenkörner schneller von seinen Oberflächen wegzuwaschen. Täglich mehrmals sollte der Betroffene Augen, Nase und Mund ausspülen, Gesicht und Hände reinigen, um die Belastung zu verringern, auch das Haarewaschen am Abend kann die Pollenpräsenz in der Nacht reduzieren. Auch Befeuchtungssprays können helfen. Es gibt eine Reihe physikalischer Hilfsmittel dafür: Nasendusche, Augenbadewanne, etc. Allerdings macht das Arbeit, hilft aber. Analog zu den Smogmasken, wie wir sie aus den asiatischen Ländern kennen, kann man einen solchen Mund-und Nasen-Feinpapierschutz (Apotheke) auch hier tragen. Das ist zwar ein noch ungewohntes Bild bei uns, hat aber einen weiteren Vorteil: Auch Krankheitskeime in Bus und Bahn erreichen uns nicht so unmittelbar. Pollenschutzgitter empfehlen sich für alle, die im Frühjahr nicht nur bei geschlossenen Vorhängen und Fenstern in der Bude sitzen möchten. Dabei ist wichtig zu wissen: In ländlichen Gebieten ist die Intensität des Pollenflugs morgens am höchsten, in der Stadt abends, entsprechend sollte man lüften. Auch Straßenkleidung direkt an der Wohnungstür zu wechseln, hält die Pollen aus der Wohnung fern.

Apothekenpflichtige Medikamente
Wem sie helfen- und wem nicht, ist ein Glücksspiel. Nasensprays dienen dem Abschwellen von Schleimhäuten, Komplexmittel aus dem Bereich der Homöopathie versuchen, Breitbandwirkungen zu entfalten, dann gibt es natürlich die ganze Palette der chemisch-basierten Medikamente. Die Nachteile der Reihe nach: Nasensprays können nicht über lange Zeit angewendet werden, sie trocknen die Schleimhaut aus. Bei Breitbandsubstanzen weiß man nicht, welche genau hilfreich ist und Chemie ist nicht jedermanns Sache.

Naturheilmittel Spitzwegerich, Malventinktur, Olivenöl
Wer es mit Mutter Natur versuchen möchte, kann den Spitzwegerich ausprobieren. Seine Inhaltsstoffe: Kieselsäure, Schleim-und Gerbstoffe sowie Acubin, ein bakterienhemmender Stoff, dienen von alters her der Lungenheilung. Er schützt gereizte Schleimhäute, festigt das Lungengewebe, mildert Schmerzen beim Atmen und Husten. Die Heuschnupfen-Allergiker entdecken ihn gerade für sich neu. Zudem ist er vielseitig zuzubereiten: Als Tee, als Sirup aus den Blättern entfaltet er eine gewisse Süße, so dass auch Kinder ihn trinken. Er ist sogar wohlschmeckend als Gemüse oder als Inhalt von Suppen. Er hat neben der antibakteriellen Wirkung die Fähigkeit, abschwellend und juckreizstillend zu wirken. Daher kann er als verdünnter Tee auch für Waschungen der Haut oder als Wickel (zerstoßene, nasse Blätter) eingesetzt werden. Empfehlungen erhält auch die Malventinktur aus Malvenblüten, die -mit 30%igem Alkohol aufgefüllt, nach 3 Wochen abfiltriert, den Juckreiz lindern und die Schleimhäute schützen sollen. Die Tinktur wird eingenommen, sobald die Beschwerden beginnen( stündlich 10 Tr. im Mund zergehen lassen). Man kann auch einmal versuchen, Öl in die Innenwand der Nase zu geben, um das Anhaften der Pollen zu erschweren.

Im Zweifel zum HNO-Arzt
Spezifische Immuntherapien kann der HNO-Arzt einleiten. Solche Hyposensibilisierungen laufen allerdings über mehrere Jahre und eignen sich nicht als Akutheilmittel. Der Erfolg stellt sich daher erst nach längerer Zeit ein. Allerdings gibt es auch Kurzzeittherapien, die mehrerer Injektionen über einen kurzen Zeitraum bedürfen. Wer also extrem leidet, der sollte in jedem Fall mit einem Arzt Rücksprache halten. Der sogenannte Pricktest zeigt dort, auf welche Stoffe und Pollen genau der Patient allergisch reagiert. Meist dauern die Beschwerden- je nach Pollenflugzeit- nur einige Tage bis Wochen. Daher macht es Sinn, Buch zu führen, wann, wie lange und wie intensiv die triefende Nase andauert.. Das hilft, das Problemfeld einzugrenzen. Im Sommer ist das Problem für Viele dann wieder vorbei- bis zum nächsten Jahr….

Liebe Leser: Welche Erfahrungen haben Sie mit Heilmitteln gegen Heuschnupfen und Pflanzenallergien gemacht?? Welche Tipps und Tricks kennen Sie?