Was Frauen wirklich denken: Gesundheit - ein Geschäft mit der Angst?
Was Frauen wirklich denken: Gesundheit - ein Geschäft mit der Angst?Foto-Quelle: © xixinxing - www.Fotolia.com

Was Frauen wirklich denken: Gesundheit - ein Geschäft mit der Angst?

Sonja Bissbort
Beitrag von Sonja Bissbort

Was kostet unser Gesundheitssystem? Wie viel ist uns unsere Gesundheit wert? Ist medizinische Versorgung zu teuer, überhaupt noch bezahlbar? Brauchen wir gigantische Verwaltungsapparate, die Geld und Leistung, Patienten und Ärzte dirigieren? Welche Rolle spielen Pharmaunternehmen in dem ganzen Konstrukt? Warum sind Medikamente in Deutschland deutlich teurer als in anderen Ländern? Wer "kassiert" von was wie viel und wer kassiert wen ab?

Die Zahlen werden in vielen Talkshows im Kreis diskutiert. Zahlen sind ja auch sehr geduldig und lassen sich in jede gewünschte Richtung argumentieren. Hinter den Zahlen und "Fällen" stehen aber in erster Linie Menschen. Einer dieser Menschen ist die Mutter einer Bekannten.

Diagnose: Leukämie.


Der Schock ist groß, ebenso die Angst. Man müsse schnell handeln, so die Empfehlung des behandelnden Professors. Großangelegte Chemotherapie, täglich, über Wochen. Die Ärztin, die den Behandlungsplan vorstellt, sagt: "Wenn Ihre Mutter das alles dann überlebt, dann leiten wir die nächste Stufe ein. Erst noch einmal eine weitere Chemotherapie, dann sehen wir weiter."

Die Klinik drängt, keine Zeit zu verlieren, es gäbe da noch einen Platz in einer Studiengruppe, aber man müsse sich schnell entscheiden. Mutter und Tochter erleben bange Tage und Nächte, suchen Rat bei Nahestehenden, widerstehen schließlich der Angst und wollen erst einmal zwei weitere Meinungen einholen. Bei einer anderen Spezialklinik und bei einer Homöopathin.

Erst auf wiederholten Wunsch stellt die erste Klinik die Untersuchungsergebnisse zur Verfügung. Die zweite Klinik stellt fest, dass es bei den Untersuchungen Unstimmigkeiten gibt. Offensichtlich wurde die zweite Entnahme falsch gemacht, sodass sich das Ergebnis dramatischer darstellt, als es ist. Der Professor, der auf die Studiengruppe gedrängt hat, ruft die Patientin an. Sie werde ihn doch wohl nicht verklagen wollen? Die Mutter versteht nicht so recht, was er damit meint. Die Tochter schon, aber sie will ihre Mutter nicht beunruhigen.

Nach langem Überlegen entschließen sie sich für den alternativen Weg.


Die Homöopathin ist eine alte Freundin der Familie. Sie erklärt, was sie warum empfiehlt. Sie ist auch spätabends und am Wochenende da, wenn Symptome auftreten oder die Angst groß wird. Das Ganze ist jetzt über ein Jahr her. Die Werte sind fast wieder normal, die Mutter meiner Bekannten fühlt sich wohl und gesund, sie lebt ihr ganz normales Leben. Der Hausarzt, der in wöchentlichen Abständen die Werte kontrolliert, kann sich die positive Entwicklung ohne Chemo nicht erklären. Ein Wunder? Seine Rechnung ist höher als die der handelnden Homöopathin.

Eine Ausnahme?


Auch ich habe Ähnliches erlebt. Eine schlechte Diagnose, eine schlechte Prognose, viel Angst, wenig Perspektive. Irgendwann wäre ich wohl austherapiert gewesen. Auf ganzheitlichem Weg habe ich Hilfe gefunden und Heilung. Die Kosten waren deutlich geringer als die der modernen Hochleistungsmedizin.

Ich frage mich immer öfters, ob Geräte, Medikamente, Studiengruppen übernehmen können, was Menschen Sache ist? Und: Sind wir Patienten da, um die Hochleistungsmedizin zu amortisieren, oder ist letztere wirklich noch für uns da? Auf der Homepage des renommierten Mediziners Prof. Rosemeyer findet sich der Satz:

„Heilung ist ein Prozess, der den ganzen Menschen betrifft. Die Aufgabe des Arztes besteht darin, alles zu tun, diesen Prozess lebendig zu halten.“


Was den ganzen Menschen betrifft, kann kein noch so ausgeklügeltes System sehen und heilen, sondern nur wer selbst ganz Mensch ist. Das wäre doch eine schöne Aufgabe für unser Gesundheitssystem und für alle, die es kritisieren und verändern wollen. Nicht der Ab- und Zufluss von Geld, nicht das Geschäftliche und Bürokratische, die Wirtschaftlichkeit sollten im Mittelpunkt stehen, sondern der Mensch - auf beiden Seiten, auf Seiten der Patienten wie auch der Ärzte. Dann kommt der Erfolg für beide von allein. Im alten China z.B. wurden Ärzte solange bezahlt, wie ihr Patient gesund war. Ein Alternative gegen den Moloch Gesundheitssystem, den wir konstruiert haben?