Eigentlich wollen wir gesund leben, aber manchmal überfallen einen der nächt ...
Eigentlich wollen wir gesund leben, aber manchmal überfallen einen der nächtliche Heißhunger.Foto-Quelle: Alexander Raths - www.Fotolia.com

Nächtlicher Heißhunger: Warum plündern wir zur Geisterstunde den Kühlschrank?

News Team
Beitrag von News Team

Den ganzen Tag halten wir unsere Vorsätze brav durch und essen gesund in vernünftigen Portionen, trinken gewissentlich Wasser und schauen, dass wir in Bewegung bleiben. Dann kommen wir müde nach Hause vom Kino oder von Freunden und nehmen uns eisern vor: bloß nicht Richtung Küche wanken, direkt ins Schlafzimmer.

Der Feind vor meinem Bett

Aber der Körper spielt (wieder mal) nicht mit, sondern schleppt den trägen Geist zum Feind. Die Hand, immer schon treuer Weggefährte von Rumpf und Füßen, reiht sich treudoof in deren Marschrichtung ein und öffnet die Kühlschranktür. Das Auge scannt, gedankenlos, die vollgestopften Regale und findet schnell den Zipfel einer Wurst. Die Zunge hat daraufhin nichts besseres zu tun, als sich einzuwässern. Die Hand befreit noch schnell die Lippen vom Sabber, greift dann nach der Wurst und weckt mit einem Schlag auf die Wange die Zähne auf. Die strecken sich mit einem Gähnen und beissen bei der Rückwärtsbewegung gleich mal ein Stück von der Wurst, um Strecke zu sparen. Der Rest des Körpers bleibt dumb und regungslos an die Küchenwand gelehnt, während die Zähne ihre Nachtschicht erledigen. Nur die Hand zuckt, ohne große Überlegung, sondern aus einer Art Reflex kurz Richtung Bierflasche am Innenregal des Kühlschranks. Restfetzen von geistiger Energie werden alarmiert und dirigieren den Körper mit letzter Kraft in die Horizontale. Die gleichen nervigen Restfetzen, die sich am Morgen danach mit Manöverkritik zum Vorabend melden. Und dafür sorgen, dass tagsüber wieder Disziplin herrscht.