Wie lange muss man Antidepressiva eigentlich einnehmen?

Beitrag von wize.life-Nutzer

Am Anfang ist man froh, dass man sie hat. Sie sind der rettende Strohhalm, lassen einen etwas zur Ruhe kommen. Was wäre die Psychiatrie ohne Antidepressiva? Die Zahl derer, die sich für den Tod entscheiden würden, wäre vermutlich um einiges höher, als sie ohnehin schon ist. Jährlich wählen etwa 10.000 Menschen in Deutschland diesen Weg für sich. Antidepressiva sind in Kombination mit Psychotherapie das Mittel der Wahl, um die Depression nachhaltig zu behandeln. Psychotherapie wird vom System sanktioniert, währenddessen Psychopharmaka in Massen verordnet werden. Gut, wenn sie helfen. Gut, dass es sie gibt. Aber wie lange muss man sie eigentlich nehmen? Glaubt man den Herstellern, sind Antidepressiva für eine Therapie auf Zeit ausgelegt. Guckt man aber in die depressive Runde, ist es zumeist eine Dauermedikation. Ich nehme jetzt seit sieben Jahren Antidepressiva, das aktuelle Präparat seit vier Jahren. Drei Jahre dauerte es damals, ein geeignetes Medikament für mich zu finden. Und ich stelle mir des öfteren die Fragen: Wer bin ich? Bin ich so wie ich bin, weil ich Depressionen habe oder bin ich so wie ich bin, weil meine Medikamente mich dämpfen? Brauche ich die Antidepressiva überhaupt noch, ja sind sie mir vielleicht sogar hinderlich? Nehmen sie mir Energie und Motivation, weil sie mich ja beruhigen müssen? Ich wüsste zu gern, wie ich mich, meine Umwelt, mein Leben wahrnehmen würde ohne psychotrophe Beeinflussung...

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