Anleitung zum Glücklichsein

Beitrag von wize.life-Nutzer

Ach ja, wenn das mal so einfach wäre! Ich bräuchte nur eine Handlungsanweisung befolgen, eine Todo-Liste abzuarbeiten und schwupps, schon bin ich im siebten Himmel. Aber so einfach ist es nicht mit dem Glück, jedenfalls nicht für mich, dem Depressiven. Dennoch höre ich nicht auf, danach zu suchen. Ich suche hier und suche dort und sammle ein, was mir nützlich erscheint. Eigentlich ist uns Menschen das Glück in die Wiege gelegt. Doch da fängt das Dilemma oft auch schon an. Die Kindheit ist nicht für Jeden die schönste Zeit. Manch kleiner Erdenbürger erfährt viel zu früh die dunklen Seiten des Lebens. Dazu ist er noch gar nicht bereit. Ein Kind kann nicht verstehen, was abseits der Liebe von statten geht. Und so beeilen sich diese Kinder mit dem Erwachsen werden. Viel zu früh sind sie erwachsen, so wie ich es auch war. Viel zu früh übernehmen sie eine Verantwortung, der sie noch gar nicht gewachsen sind. Ich war sogar noch stolz darauf, dass mich die "Großen" für besonders verständig hielten. Es mag für ein Kind auf der Suche nach Anerkennung vielleicht sogar verlockend sein, frühzeitig erwachsen zu werden, aber der Lohn ist doch eher gering, der Preis dafür hoch. Das frühe Erwachsenwerden werden kostet die Unbeschwertheit, das Urvertrauen und die Naivität. Das frühe Erwachsenwerden kostet das Albernsein, die Ausgelassenheit und die Unvernunft. Es kostet die Kindheit. Menschen, die zu früh den Ernst des Lebens erfahren, verbannen das Kind in sich, denn all diese kindlichen Eigenschaften können sie nun nicht mehr gebrauchen. Ich glaube, dass dieses verbannte Kind noch in mir ist, weg geschlossen, ruhig gestellt. Aber ich weiß nicht, wo es ist. Ich kenne es nicht.
Ich beneide Menschen, die noch als Erwachsene ausgelassen und fröhlich sein können, naiv, unbeschwert und albern. Ich kann das nicht. Nicht ohne Alkohol. Ich beneide all die Menschen, die das Kind in sich spüren, in guter Verbindung mit ihm stehen und es regelmäßig ermöglichen, dass dieses Kind in ihnen auch leben darf. Das Kind in mir ist zwar auch ein Teil von mir, aber ich weiß so wenig von ihm. Ich glaube, wenn das Kind in mir nicht glücklich sein kann, dann werde ich es auch nie sein...

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