Mein inneres Kind und die Depression

Beitrag von wize.life-Nutzer

Das Kind in uns steht für Lebensfreude, für Unbekümmertheit, für Freiheit. Doch wo ist es geblieben? Es gab eine Zeit, da war ich Kind, aber ich fühlte mich als Kind nicht angenommen. Ich war nicht richtig, glaubte ich, nicht fertig, nicht brauchbar. Ergo beschloss ich irgendwann, erwachsen zu werden. Und ich wurde erwachsen. Schnell wurde ich erwachsen, viel zu schnell. Das Kind war mir im Weg, also habe ich es beiseite geschoben. Ich habe es ignoriert. Ich habe es genauso behandelt, wie man einst mich behandelte, als ich noch ein Kind war. Und da war ich nun. Ich war erwachsen, erfolgreich, strebsam und zuverlässig. Ich handelte stets überlegt, kontrolliert und angemessen. Ich versuchte, perfekt zu sein. Auf keinen Fall wollte ich mich kindisch verhalten.
Na toll! Und was hat es mir am Ende genutzt? Hat es mir die Anerkennung und Aufmerksamkeit eingebracht, nach er ich als Kind so gelechzt habe? Mitnichten. Die Anerkennung, auf die ich es unbewusst abgesehen hatte, die Anerkennung meiner Eltern, habe ich bis heute nicht bekommen.
Bin ich deshalb depressiv geworden? Möglicherweise hat es auch damit zu tun. Und kann ich das Ruder jetzt, mit Mitte Fünfzig noch einmal herumreißen? Ich denke, ja. Etwas zu ändern ist jeden Tag möglich. Das innere Kind zu erspüren und es mit Liebe und Respekt zu behandeln, dafür ist es nie ganz zu spät. Es ist da. Es wartet...

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