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Fit im Kopf
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Fit im Kopf

Service Tipp
Beitrag von Service Tipp

Die meisten Menschen sind heute auch mit 50 und älter so flott im Denken wie die Generation ihrer Eltern mit 40. Auch die Werte der Senioren werden zunehmend jünger – und sogar der digitale Altersunterschied schrumpft.

Neulich bin ich auf eine interessante Studie gestoßen. Sie ist zwar nicht mehr ganz taufrisch. Aber auch ein gutes Jahr nach Ihrer Veröffentlichung ist sie noch so aktuell wie aufmunternd. Es geht um den „Flynn-Effekt“, benannt nach dessen Entdecker, den neuseeländischen Politologen James R. Flynn. Er besagt, dass die Menschen unserer Generation auch im Alter noch zunehmend intelligenter werden. (Ob Sie auch klüger werden, steht auf einem anderen Blatt.)

Die Alters- und Entwicklungsforscher Vegard Skirbekk und Ursula Staudinger beschreiben in ihrer Studie „Der Flynn-Effekt und die alternde Bevölkerung“ eine Tatsache, die vor allem für alle Arbeitgeber, die keine älteren Mitarbeiter mehr beschäftigen mögen, ein Schlag ins Gesicht ist. Denn: Im Vergleich zu den Generationen vor uns funktioniert das Arbeitsgedächtnis bei einem heute 50jährigen wie geschmiert, heißt es dort. „Jede neue Generation entwickelt einen höheren Level an fluider Intelligenz in jungen Jahren und frühem Erwachsenenalter“, schreiben die Wissenschaftler. Demnach sind die meisten Menschen heute auch mit 50 und älter so fit im Kopf und so schnell im Denken wie die Generation ihrer Eltern mit 40. Das Erfreuliche daran: Dieser Zuwachs an Intelligenz und flottem Denken wirkt ein Leben lang

Die Ergebnisse der Studie liefern möglicherweise auch die Begründung dafür, dass jung gebliebene Senioren in unserer Gesellschaft zunehmend die Oberhand gewinnen. So gleichen sich Umfragen zufolge die Wertvorstellungen der Alten und Jungen immer mehr an. Traditionelle Werte wie Sparsamkeit, Bescheidenheit und Genügsamkeit verlieren bei den „neuen“ Senioren an Bedeutung. Immer wichtiger werden ihnen dagegen moderne Werte wie Toleranz, Aufgeschlossenheit und Unabhängigkeit – die selben Werte, die heute auch für die Jugend im Vordergrund stehen.

Selbst bei der Nutzung des Computers, nach wie vor eine Domäne der Jugend, holen die Alten auf: der digitale Altersunterschied schrumpft, ergab eine aktuelle forsa-Umfrage. Demnach sind immer mehr „Silversurfer“ im Internet unterwegs: Anfang 2014 nutzten 71 Prozent der 60- bis 65-jährigen Deutschen das Internet, 2002 waren es erst 30 Prozent – also stimmt das wohl mit dem „fit im Kopf“. Von den 18- bis 29-Jährigen sind heute übrigens 98 Prozent online, vor 12 Jahren waren es 86 Prozent. In zehn Jahren haben wir Alten sie wohl eingeholt. Wäre doch gelacht.

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