Die Depression als Ausweg

Beitrag von wize.life-Nutzer

Hunderttaudsendmal habe ich mich das schon gefragt. Warum ich? Warum habe ich Depressionen bekommen? Ich habe analysiert und recherchiert, mein ganzes Leben auseinander genommen und argwöhnisch beäugt, immer auf der Suche nach dem Feind. Hier und da wurde ich auch fündig: in meiner Kindheit, während meiner Stasikonfrontation, während der Trennung von meiner Exfrau. Aber irgendwie zufriedenstellend war das alles nicht, denn nirgendwo kam ich dabei als Akteur vor. Soll denn mein ganzes Leben ein einziges Opfer gewesen sein, soll ich ein einziges Opfer sein und sonst nichts und am Ende auch noch ein Opfer der Depression? Da muss doch noch etwas sein! Da muss es doch noch andere Antworten geben als die, die auf die äußeren Umstände hinweisen. Was ist mit mir? Welche Rolle spiele ich bei dem ganzen Dilemma?
Also mal ehrlich, ich hab die Nase gestrichen voll von dem ganzen Opferzeugs. Ich will kein Opfer (mehr) sein. Und so leise regt sich in mir der Verdacht, dass ich es auch gar nicht immer war. Als Kind vielleicht, okay. Was haben Kinder in abhängigen Beziehungen denn auch für eine Chance? In abhängigen Beziehungen hat man nie eine Chance, es sei denn es gelingt, sich daraus zu lösen. Aber das können Kinder nicht. Dann werden sie sofort unter Obhut gestellt, was manchmal sogar besser ist, aber eben nicht gut, eher ein geringeres Übel, finde ich.
Als ich erwachsen war, war ich nicht mehr nur Opfer. Als ich erwachsen war, entschied ich mich, so zu leben. Jedenfalls entschied ich, mich den gesellschaftlichen Bedingungen anzupassen, obschon ich gern anders gelebt hätte, hielt ich mich überwiegend im Mainstream auf...

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