Trinken sollte man schon vor dem Durst
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Trinken sollte man schon vor dem Durst

Sozialverband VdK Bayern e.V.

Gerade an warmen Tagen kann der Flüssigkeitsbedarf rapide ansteigen

Das sommerliche Wetter lockt zu vielen Freizeitaktivitäten. Doch Vorsicht: Wer sich oft draußen bewegt und schwitzt, muss auf seinen Flüssigkeitshaushalt achten. Dies gilt besonders bei großer Hitze.

„Gerade bei älteren Menschen ist das Trinkverhalten oft nicht optimal“, weiß Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Trinken ist lebensnotwendig. Der Körper besteht je nach Alter etwa zur Hälfte aus Wasser, im Babyalter sogar zu 70 Prozent. Wasser wird benötigt, um die Zellen mit Nährstoffen zu versorgen, Stoffwechselprodukte und Salze abzutransportieren, Körperflüssigkeiten zu produzieren und die Körpertemperatur zu regulieren.

Auch wenn bei älteren Menschen der Wasseranteil im Körper geringer ist als bei jungen Menschen, so müssen sie doch weiterhin ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Nur dann zu trinken, wenn sich der Durst einstellt, ist laut DGE zu wenig. „Bei älteren Menschen sinkt das Durstempfinden“, sagt Keller. Dass zu wenig getrunken werde, könne zudem noch weitere Gründe haben, wie zum Beispiel Schluckstörungen, häufiger Harndrang, Inkontinenz oder ganz einfach Vergesslichkeit. „Spielen mehrere Faktoren zusammen, besteht die Gefahr, zu dehydrieren“, warnt Keller.

Laut DGE sollten Erwachsene 40 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen, bei über 65-Jährigen reichen 30 Milliliter. Wer 70 Kilogramm wiegt, benötigt demnach 2,1 Liter. Knapp ein Liter Wasser wird bereits über die Nahrung aufgenommen. Keller rät, über den Tag verteilt etwa eineinhalb Liter Flüssigkeit zu trinken „Senioren sollten mindestens 1,3 Liter trinken, 1,5 Liter sind optimal“, so die Expertin.

Als Durstlöscher eignen sich Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees und Saftschorlen, die zu drei Viertel mit Wasser verdünnt sind. Auch Leitungswasser ist gut geeignet: „Die Qualität ist in Deutschland gut. Gerade für ältere Menschen, die oft kein Auto und Probleme mit dem Heben der Getränkekästen haben, ist Leitungswasser eine gute Alternative“, so Keller. Wenn man in einem älteren Haus mit Bleileitungen wohne, sollte man allerdings sichergehen, dass das Wasser nicht zu lange in der Leitung gestanden hat. Bevor man sein Glas füllt, solle man es so lange laufen lassen, bis es gleichbleibend kühl aus dem Wasserhahn kommt.

Nicht geeignet als Durstlöscher sind Bier, Wein und sonstige Spirituosen. Sie zählen zu den Genussmitteln, die nur in Maßen konsumiert werden sollten. „Gelegentlich ein Glas Bier oder Wein sind schon in Ordnung, aber nicht, wenn man Durst hat“, rät Isabelle Keller. Zudem sollte mit dem Arzt geklärt werden, ob der Alkohol die Wirkung von Medikamenten beeinflusst. Ebenfalls als Genussmittel gelten Kaffee und Schwarztee.

Keine Empfehlung gibt die DGE hinsichtlich der Temperatur der Getränke. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden“, so Keller. Wichtig sei, dass das Heißgetränk oder der Saft mit Eiswürfeln gut vertragen werde. Wer bei warmem Wetter eine Wanderung macht oder im Garten Unkraut jätet, muss mehr trinken als sonst – vor allem, wenn er dabei ins Schwitzen kommt. „Bei heißer Umgebung und gleichzeitig starker körperlicher Aktivität kann der Wasserbedarf um das Drei- bis Vierfache ansteigen“, betont Keller. Nicht unterschätzt werden dürfe auch sportliche Betätigung bei kälterem Wetter. Denn hier verliert der Körper über Schweiß und Atmung ebenfalls viel Wasser. (ali)

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