Apfel Meditation
Apfel MeditationFoto-Quelle: Dieter Buchner

Fastenwandern: Turbo für Gesundheit und Glück

Beitrag von wize.life-Nutzer

Einmal „Reinigen komplett“, bitte! Wenn der Körper in den Fastenstoffwechsel schaltet.

Fasten, das ist für sich allein genommen schon eine Herausforderung. Aber Fasten und dabei wandern, hat man dafür überhaupt die Kraft? Und wozu soll das gut sein?

Beim Fasten verzichtet man für einen begrenzten Zeitraum auf feste Nahrung und Genussmittel. Das heißt: Eine Fastenbrühe am Tag ist erlaubt, dazu Kräutertees, frisch gepresste Säfte und viel Wasser.

Was dann passiert, kennt unser Körper schon seit Urzeiten. Anders als wir heute hatten unsere Vorfahren nämlich regelmäßig Phasen, in denen sie ohne feste Nahrung auskommen mussten. Daraus entwickelte unser Körper die Fähigkeit, in Notsituationen den Stoffwechsel umzustellen und Energie nicht über die Nahrung, sondern über Reserven des Körpers zu beziehen. Dieser Fastenstoffwechsel steckt uns noch heute in den Genen, nur kommen wir nicht mehr dazu, das am eigenen Leib zu erfahren. Und das ist schade, denn die Aktivierung des Fastenstoffwechsels kompensiert nicht nur einen Mangel, der Körper nutzt die nahrungsfreie Zeit auch dazu, mal wieder klar Schiff zu machen: Giftstoffe, die in den Fettzellen eingelagert sind, werden freigesetzt und ausgeschieden, Entzündungen abgebaut, das Bindegewebe wird gestärkt und das Immunsystem kann sich regenerieren. Mit anderen Worten: Der Fastenstoffwechsel ist nicht nur ein nützliches Notprogramm, er ist vor allem ein effektives Mittel zur Stärkung unserer Gesundheit.

Nach einem Entlastungstag, an dem die Fastenden mit leichter Kost und frischgepressten Fruchtsäften eingestimmt werden auf die eigentliche Fastenzeit, wird es ernst: Der Darm muss entleert werden, und zwar völlig. 20 bis 40 Gramm Glaubersalz in lauwarmem Wasser auflösen, langsam austrinken und immer schön in der Nähe einer Toilette bleiben. In der Regel ist man nach ein paar Stunden damit durch. Ein leerer Darm sorgt jetzt zum einen dafür, dass man während des Fastens keinen Hunger verspürt, und ist zum anderen nötig, um alte Stoffwechselprodukte loszuwerden, die der Körper ansonsten während des Fastens aufnehmen würde.

Muss das wirklich sein? Die Sache mit dem Einlauf

Neben der Darmentleerung gehört zum Fasten auch die regelmäßige Anwendung dessen, was bei manchen Fastenwilligen bisweilen starke Vorbehalte auslöst: der Einlauf. Alle zwei Tage, oder bei Bedarf, sollte man einen solchen machen, damit auch noch die letzten Abbauprodukte ausgespült werden und typische Probleme wie eine Rückvergiftung des Körpers ausbleiben. Das führt nämlich gerne zu deutlich spürbaren Wehwehchen wie Kopf- und Gelenkschmerzen und kann einem das Fastenerlebnis buchstäblich versauern. Ich erinnere mich an meine bisher jüngste Teilnehmerinn, die sich zunächst standhaft gegen die Anwendung wehrte, sich einen Morgen lang quälte, um dann euphorisch die befreiende Wirkung des verhassten Einlaufs zu feiern. Das zeigt, manche Dinge muss man einfach am eigenen Leib erfahren, um sie wertschätzen zu können. Ein Sinnbild für das Fasten insgesamt.

Fasten denke vielen kann man doch auch alleine. Wozu braucht es da eine Gruppe? Geht man sich da nicht ziemlich auf den Nerv, wenn man so aufeinanderhängt? Die Erfahrungen, die ich über die Jahre gemacht habe, bezeugen das Gegenteil. Er weiß, das Gruppenerlebnis ist schon die halbe Miete: Es sind vor allem die vielen Gespräche, vor allem über Essen (!), aber auch über die jeweiligen Lebenssituationen der Teilnehmer, ihre Wünsche und Ziele, die sich im Laufe ihrer gemeinsamen Zeit herauskristallisieren, das Erleben dieser unmittelbaren Gegenwart, die das Fasten mit sich bringt – all dies erlebt man in der Gruppe einfach intensiver als alleine.

Natur anders wahrnehmen beim Fastenwandern

Beim Fasten öffnen sich die Sinne für Geräusche, Gerüche, für die Schönheit der Landschaft. Man spürt, manche vielleicht zum ersten Mal überhaupt, wie viel Kraft einem der Kontakt zur Natur beschert. Vor allem beim Wandern.
Und das erfüllt beim Fastenwandern gleich zwei wichtige Funktionen: Zum einen muss man während des Fastens unbedingt moderate Bewegung mit einplanen, da der Körper sonst das Muskeleiweiß verzehren würde und das ist natürlich Tabu. Zum anderen ermöglichen die täglichen Wanderungen eiin wohltuendes Eintauchen und die Verbindung mit der Natur. Und noch etwas erstaunt die Fastenden immer wieder: wie viel Kraft sie haben und wie ausdauernd sie wandern können, ohne auch nur den leisesten Anflug von Hunger. Das liegt daran, dass dem Körper rund 35 % mehr Energie zur Verfügung steht, die er während des Fastens nicht für die Verdauung benötigt. Fasten und Wandern – das geht also perfekt zusammen.

Nach dem Fastenbrechen kommt die wichtigste Phase überhaupt

Das präventive Fasten für Gesunde, das auf den Prinzipien des Heilfastens von Dr. Otto Buchinger basiert, kommt nach etwa zwei Dritteln der Zeit in die entscheidende Phase: Das Fastenbrechen, das klassischerweise mit einem Apfel zelebriert wird, läutet die Aufbautage ein. Jetzt kommt alles auf die richtige Ernährung an. Die sollte aus möglichst hochwertiger, naturbelassener pflanzlicher Kost bestehen, da der Körper sie nach der inneren Reinigung zu 100 % absorbiert.

Man könnte meinen, dass manche Fastenbrecher sich an dieser Stelle auf Schnitzel und Pommes freuen – aber weit gefehlt: Wer schon einmal erlebt hat, wie selig und genüsslich sich die Leute an einer Pellkartoffel laben, wie sie begeistert den intensiven Geschmack einer Karotte aufsaugen, wie sie sich Zeit lassen zum Schmecken und ihre Sinneswahrnehmungen diskutieren, der weiß, dass gesunde Ernährung einfach glücklich machen kann. Und das ist vielleicht das schönste Geschenk, das man von dieser Erfahrung mit nach Hause nimmt: Dass man mit einfachen Mitteln, mit dem Kontakt zur Natur und Achtsamkeit für den eigenen Körper die Weichen stellen kann für ein genussreiches und erfülltes Leben.

Wenn Sie mehr Fragen zum Fastenwandern haben und wie Sie davon profitieren können, freue ich mich von Ihnen zu hören.

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