Leistung und innerer Frieden
Leistung und innerer FriedenFoto-Quelle: Benno Blues

Leistung und innerer Frieden

Beitrag von wize.life-Nutzer

Es ist schön, wenn man sich etwas leisten kann. Aber ohne Gegenleistung ist meist nicht viel zu haben. Was leisten wir uns eigentlich? Was können wir uns leisten und was nicht? Und denken wir manchmal noch darüber nach, dass auch wir ständig mehr leisten müssen? Leistung ist inzwischen das Maß aller Dinge geworden. Zwar wirst du nicht unbedingt nach deiner Leistung bezahlt, aber wenn du sie nicht mehr erbringst oder erbringen kannst, wirst du sehr schnell die negativen Auswirkungen einer Leistungsgesellschaft zu spüren bekommen. Als ich in 2007 einige Wochen in einer psychiatrischen Klinik zubrachte, staunte ich nicht schlecht, wie viele Arbeitnehmer dorthin ihre Kündigung geschickt bekamen. Was sie verbrochen hatten? Sie waren krank geworden, noch dazu psychisch krank! Das geht ja wohl gar nicht! Solche Menschen scheinen ja zu nichts mehr zu gebrauchen zu sein? Jedenfalls muss dies die landläufige Meinung in deutschen Führungsetagen sein. Zwar fängt der Staat mit einer Erwerbsminderungsrente das Schlimmste auf, aber wer will mit Mitte 40 schon Rentner werden? Ich war damals 46! Zwei Jahre habe ich versucht, im System zu bleiben. Aber es gab irgendwie keinen Platz mehr für mich. Entweder du bist leistungsfähig oder krank. Dazwischen gibt es nach meiner Ansicht nichts Menschenwürdiges. Zwar kannst du, wenn du psychisch krank bist, für ein Taschengeld in einer Behindertenwerkstatt arbeiten, aber vernünftige, echte Arbeit in einem dir anpassbarem Umfang gibt es nicht. Deine Leistung ist dein Urteil! Und das alles mit fatalen Folgen. Bevor jemand nämlich so ausgebrannt ist, dass er sich freiwillig in eine solche Klinik begibt, hat er vermutlich über Jahre hinweg Höchstleistungen vollbracht, ist permanent über seine Grenzen gegangen und wurde dafür allseits bewundert auf dem Roten Teppich der Leistung...

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