Mit Herz und Verstand - Mit Leib und Seele
Mit Herz und Verstand - Mit Leib und Seele

Mit Herz und Verstand - Mit Leib und Seele

Beitrag von wize.life-Nutzer

Menschen tun sich oft schwer, sich zu begreifen. Manche von uns sind ihr Leben lang auf der Suche nach sich selbst. Sie suchen Antworten auf die großen Fragen des Lebens in Religionen oder Ideologien. Se studieren namhafte Philosophen oder die griechische Mythologie. Sie wollen wissen, woher sie kommen und wohin sie gehen und sie wollen wissen, aus welchem Stoff sie gemacht sind. Sie wollen wissen, was sie für ein Mensch sind, welcher Charakter ihnen innewohnt und worauf dieser gründet. Ich wage zu behaupten, dass alle Menschen, bewusst oder unbewusst, auf der Suche nach ihren Wurzeln sind, jedenfalls ab einem bestimmten Alter. Es sind Fragen wie: Wer bin ich? Wie funktioniere ich und wie funktionieren meine Mitmenschen? Wo ist mein Platz im Leben?, die uns immer wieder mal beschäftigen. "Ego cogito, ergo sum." „Ich denke, also bin ich.“, war die Überzeugung des französischen Philosophen René Descartes. Nur weil ich denken kann bin ich? Was aber ist meine Seele? Gibt es einen Ort für sie? Und mein Herz? Fühle ich nicht auch mit dem Herzen? Ich denke also bin ich? Bin ich auch ohne meinen Körper? Wo bin ich dann? Viele spannende Fragen und wenngleich ich die Antwort natürlich auch nicht weiß, weiß ich doch eines: Ich bin mehr als mein Verstand. Nicht weil ich denke, bin ich. Ich bin, weil ich einen Körper habe, der zu mir passt und mir ein Leben lang treu dient. Ich bin, weil ich fühlen und mitfühlen kann, weil ich empfinden und wahrnehmen kann und ich bin auch, weil ich des Denkens mächtig bin. In der Schule lernte ich, dass nur der Mensch denken könne, und wir deshalb etwas ganz Besonderes im Universum seien. Ich finde, auch jeder Hund, jede Katze, jedes Pferd, ja jedes Huhn ist etwas Besonderes, wenn man sich nur einmal die Zeit nimmt, sich auf ein Tier einzulassen. Das gilt auch für Bäume, Sträucher und Blumen. Jedes Lebewesen ist etwas Besonderes und ob es denken kann oder nicht, wer will das schon so genau wissen? Und selbst wenn nicht? Manchmal denke ich, wäre es besser wenn ich nicht so viel denken würde, sondern mehr fühlen und wenn ich auch mehr auf mein Gefühl hören würde als auf meinen Verstand. Im Laufe meines Lebens habe ich circa zwanzig Jahre die Schulbank gedrückt, die Berufsausbildung und zwei Studiengänge mit eingerechnet. Vermutlich habe ich dadurch verinnerlicht, dass der Kopf die Schaltzentrale des Menschen ist, das der Kopf über das beste Wissen verfügt und das der Kopf stets die Kontrolle behalten sollte. Spätestens mit dem Hervortreten meiner Depressionen wuchsen meine Zweifel an dieser Auffassung. Heute glaube ich, dass es mein Herz ist, das die besten Entscheidungen trifft. Nur wenn mein Herz sich nicht entscheiden kann, wird der Kopf befragt. Aber wie immer diese Entscheidung auch ausfällt, es kann niemals die beste Entscheidung für mich werden. Es wird immer ein Kompromiss sein. Eine Kopfentscheidung eben.
Auch wenn ich all diese spannenden Fragen nicht beantworten kann, hat es mich doch gereizt, mich ihnen einmal auf meine Weise anzunähern. Also, wie verhält es sich nun mit Körper, Seele und Geist?

Hier weiter lesen:

KÖRPER SEELE HERZ UND VERSTAND - TEIL 1
KÖRPER SEELE HERZ UND VERSTAND - TEIL 2