Mein Wort zum Sonntag: Ist Altern eine Krankheit?
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Mein Wort zum Sonntag: Ist Altern eine Krankheit?

News Team
Beitrag von News Team

Wir alle wollen nicht alt werden, sondern jung bleiben. Gib es ein Jugend-Elixier? Das scheint tatsächlich zu existieren.
Was wissen wir eigentlich vom Altern? Etwa dies:
Dass der Mensch alt, siech und krank wird, ist ihm vorherbestimmt. Die Wissenschaftler vermuten eine Art "Todesgen", welches den Menschen zum Tod vorprogrammiert. Ein solches Gen hat man bei niederen Tieren, nämlich beim Tintenfisch, bereits gefunden. Man weiß auch, wann die Organe des Menschen beginnen zu degenerieren. Am frühesten fängt das bei den Augen an; bereits im Alter von 10 Jahren haben sie das Maximum ihrer Leistungskraft erreicht. Auch die Zeugungsfähigkeit nimmt nach den Vierzigerjahren ab. Am spätesten ist wohl das Gehirn dran, aber auch hier sind degenerative Prozesse nicht aufzuhalten. Eine Möglichkeit, das Altern hinauszuzögern, besteht höchstens darin, sich zu schonen, einen ruhigen Lebensabend zu verbringen und auf die Entdeckung eines "Lebenselixiers" zu warten. Bis es so weit ist, müssen wir uns mit dem Unausweichlichen abfinden.

Unsere Vorstellung vom Altern: Mythen!

Klingt hübsch, nicht wahr? Hat nur einen Nachteil: Es ist alles falsch! Sie wissen gar nicht, wie viele Mythen unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit in Umlauf sind. Da waren frühere Völker noch ehrlicher. Sie versteckten sich nicht hinter Fachausdrücken und Formeln. Bevor wir weiterreden, eine Klärung. Wenn wir in diesem Kapitel von alten Menschen sprechen, meinen wir eigentlich das Gegenteil, nämlich jung Gebliebene. Alt werden kann jeder, aber jung bleiben, darauf kommt's an. Nun haben Untersuchungen sehr alter, sprich: im hohen Alter noch jugendlicher Menschen einige recht merkwürdige Dinge ergeben. So haben diese Menschen selten ein ruhiges, leichtes Leben geführt. Meist blieben sie bis zum Tod, auf jeden Fall ins hohe Alter, aktiv, geistig wie körperlich. Schwerarbeiter sind unter ihnen ebenso wie Künstler, die in einem Alter ihren Beruf ausüben, wo andere schon seit 20 Jahren auf ihr Ableben warten.

Wer nichts tut, degeneriert

Das mit der Organ-Degeneration stimmt nur dann, wenn ein Organ nicht gebraucht wird. Das gilt nicht nur für das Gehirn, von dem eine Leistungsabnahme nicht bekannt ist (außer bei Menschen, die es ihr Leben lang nicht benützt haben), sondern auch für so scheinbar jugendabhängige Funktionen wie die Zeugungskraft. Die Weltreisende und Schriftstellerin Alexandra David-Néel (1868-1969) machte als Hundertjährige Pläne für einen vierbändigen Romanzyklus. Da gibt es den Südsee-Häuptling, der es sich auch mit 80 nicht nehmen lässt, seiner täglichen Pflicht nachzugehen. Die besteht nicht im Vor-Sitzen des Ältestenrats, sondern im Bei-Liegen junger Mädchen, die ihre Unschuld nur durch den höchsten Repräsentanten des Volks verlieren dürfen. Bergfex Luis Trenker erklomm mit 95 noch immer seinen Hausberg. Show-Star Johannes Heesters (1903 - 2011) stand mit 107 immer noch auf der Bühne.
Gleichmäßigkeit, Ruhe und Frieden führen nicht unbedingt zu langem Leben. Eher trifft das Gegenteil zu. Wer sich engagiert - für andere Menschen, eine Idee, oder für sich selbst - der bleibt jung. Wer gebraucht wird oder sich unersetzlich macht, der stirbt auch nicht. Hermann von Siemens (*9.8.1885) wurde 101 Jahre alt, aber in seinem Horoskop finden wir den sogenannten Todes-Aspekt!

Es gibt ein Jugend-Elixier!

Ein Jugend-Elixier scheint es tatsächlich zu geben. Es ist das Schilddrüsen-Hormon Thyroxin, das den Menschen offenbar jugendlich erhält. Warum altern wir dann? Nimmt die Produktion des Hormons ab? Das ist nicht der Fall, wohl aber schwindet die Sensibilität (Aufnahmefähigkeit) des menschlichen Körpers diesem Hormon gegenüber. Thyroxin regt den Stoffwechsel an, macht den Menschen also, im übertragenen Sinn "wacher". Und Wachsein ist nicht nur der Schlüssel zur ewigen Jugend, sondern auch zur Erleuchtung. Denn in anderen Religionen - zum Beispiel im Taoismus - heißt der Erleuchtete "der Erwachte".
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