Ebola und die Macht der Medien
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Ebola und die Macht der Medien

Monika Preuk
Beitrag von Monika Preuk

„Ebola wird immer beängstigender“, „Ebola erobert New York“, „Ebola-Patient fuhr mit der U-Bahn“. Zeitungen und Websites überbieten sich derzeit mit Horrormeldungen über Ebola. Viele, die noch vor einem Monat vernünftig argumentierten, werden jetzt in den Sog der allgemeinen Panik gezogen. Manche Medien sorgen sogar mit einem Live-Ticker dafür, dass die Angst quasi im Minutentakt geschürt wird.

Ebola zur Steigerung der Auflage

Klar, die viel zitierte Informationspflicht der Medien verlangt es, dass über eine so gefährliche Krankheit wie Ebola informiert wird. Dabei jedoch ständig Schrecken zu verbreiten, als würde die Pest vor der Tür stehen, ist unverantwortlich. Was inzwischen allen klar sein müsste: Ebola verbreitet sich – Gottseidank – nicht wie Schnupfen oder die Windpocken. Unbestritten schenkt das Thema Ebola jedoch den Printmedien hohe Auflagen und den Websites viele Klicks.

Mehr Aufklärung, mehr medizinische Hilfe

Die „Aufklärungsarbeit“, die Medien in Europa und den USA momentan durchführen, sollte besser in den von Ebola betroffenen Ländern stattfinden. Immer noch werden Ebola-Patienten zu spät ins Krankenhaus gebracht, an Ebola Verstorbene von den Angehörigen angefasst und geküsst. Außerdem wichtig: gezielte medizinische Hilfe. Doch dafür braucht es viel Geld. Die EU hat deshalb ihre Hilfe auf rund eine Milliarde Euro verdoppelt.

21 Tage Quarantäne für jeden, der aus Ebola-Gebieten kommt

Und endlich werden nun erstmals Helfer, die aus Ebola-Gebieten kommen, 21 Tage lang unter Quarantäne gestellt. Das ist die Zeitspanne, in der die Krankheit ausbricht, falls eine Infektion stattgefunden hat. Leider gibt es diese Quarantäne vorerst nur in den USA. Wünschenswert wäre, wenn dieses Beispiel in allen Länder Schule machen würde – davon liest man aber sogar in den Ebola-Live-Tickern leider nichts. Die verängstigen nur weiter. Dabei weiß jeder, dass Angst immer ein schlechter Berater ist. Schön wäre es in diesem Zusammenhang, mal über die engagierten und unerschrockenen Helfer zu berichten, die auch in deutschen Kliniken Ebola-Patienten versorgten.