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Was Frauen wirklich denken: Wie sinnvoll ist teure Apparate-Medizin?

Was Frauen wirklich denken: Wie sinnvoll ist teure Apparate-Medizin?

Von wize.life-Nutzer - Montag, 06.04.2015 - 08:59 Uhr

Bandscheibenvorfall. Und Frozen Shoulder. Sie haben Läuse und Flöhe, sagt der Orthopäde. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Jetzt machen wir eine Röntgenaufnahme für die Schulter. Und zur MRT gehen Sie zum Radiologen. Dass man idealerweise auch eine MRT, ein anderes Wort für Kernspin, der Schulter machen sollte, um mögliche Bänder- und Sehnenrisse auszuschließen, empfiehlt er nicht. Aus abrechnungstechnischen Gründen seitens der Ärztevereinigung darf ein Radiologe nur eine Kernspin-Aufnahme pro Quartal berechnen. Man müsste zu einem zweiten Radiologen gehen, der darf es wiederum in Rechnung stellen.

Die Diagnose bestätigt sich. Und weiter?


Die Medikamente, die gegen Schmerzen und Entzündungen verordnet werden, haben einer Freundin eine hübsche Magenschleimhautentzündung beschert, die Spritzen in das Schultergelenk einer anderen Bekannten einen Bluterguss. Bei der Freundin hat es zwei Jahre gedauert, bis sie ihre Schulter wieder normal bewegen konnte, bei der Bekannten fast acht Monate.

Der Orthopäde schätzt mich auf sechs Monate, vielleicht auch ein Jahr. Manchmal entzündet sich auch die andere Schulter, sagt er noch beim Rausgehen. Kommen Sie bei den ersten Anzeichen.

Vielen Dank, denke ich für die hoffnungsvolle Prognose. Ich wähle nach Gesprächen im Freundeskreis einen ganzheitlichen Weg. Osteopathie und Feldenkrais und ich finde über Empfehlungen zu zwei sehr guten Therapeuten. Meine Krankenkasse erstattet pro Jahr nur zwei Behandlungen, also zahle ich alle anderen privat.

Die Diagnostik war teuer. Die Medikamente kosten auch nicht wenig. Sie werden bezahlt.


Ich lese von einem deutschen Arzt, der zu den reichsten und umstrittensten Medizinern in Deutschland gehört. Sein Unternehmen - ein Labor - macht jährlich Hunderte Millionen Euro Umsatz mit Blut- und Speichelanalysen. Er ist seit Jahren in Misskredit geraten, sogar von juristischer Seite. Mal wird ihm Betrug, mal Bestechung vorgeworfen.

Er lebt auf einem Schloss, seine Unternehmensgruppe hat er seiner Frau überschrieben. Er bestreitet jede Unterstellung von Falschabrechnung und beklagt sich über den "30jährigen Krieg", den man gegen ihn führe. Sein Medizingroßlabor hat sich auf die Untersuchung von Stuhl-, Speichel- und Blutproben spezialisiert und bringt ihm jährlich Millionen Euro im dreistelligen Bereich ein.

Was auch immer an den Vorwürfen gegen diesen Mediziner stimmen mag, die wichtigere Frage müsste meines Erachtens lauten:

Warum geben wir so viel Geld für eine Medizin aus, die sich immer weiter vom Menschen entfernt?


Wir werden durchgeschleust und durchleuchtet, bekommen Diagnosen und Analysen, Medikamentierungen mit zum Teil alptraumhaften Nebenwirkungen.

Wo ist der gute alte Arzt, der den ganzen Menschen sah?


Meine Osteopathin hat übrigens Wort gehalten. Nach drei Behandlungen waren meine Schmerzen um 80% weniger geworden. Meine Schulter, die angeblich monatelang "eingefroren", sprich: zuerst entzündet und dann eingesteift, sein sollte, konnte ich wieder fast wie früher bewegen. Es wird wohl noch ein paar Behandlungen dauern, bis alles wieder okay ist. Die Behandlungskosten belaufen sich auf 80 Euro pro Stunde. Eine MRT liegt ungefähr beim 10fachen.

Es gibt noch einen weiteren großen Unterschied. Die Osteopathin nimmt sich je Behandlung 60 Minuten Zeit. Auch mal länger, wenn mein Körper mehr braucht. Sie hört mir zu und sie hört meinem Körper zu, fühlt sich ein, folgt dem Gewebe, löst Blockaden und Schmerzen sanft.

Die MRT dauert 8 Minuten, solange liegt man ungefähr in der Röhre. Den Radiologen sieht man erst danach. Auf dem Überweisungsschein stehen ein paar Begriffe, z.T. medizinisches Vokabular. Das Gespräch mit dem Radiologen anhand der Aufnahmen ist in wenigen Minuten vorbei, er schaut auf den Bildschirm, gibt eine CD für den Orthopäden mit. Der zweite Termin beim Orthopäden verläuft ähnlich schnell wie der erste: meine Bandscheibe und meine Schulter ist nur ein Fall von schätzungsweise hundert anderen, die an diesem Vormittag im Wartezimmer sitzen.

Körper sind keine Maschinen. Menschen auch nicht.


Schmerzen sind Signale. Sie wollen uns warnen, aufmerksam machen, sagen, dass etwas nicht mehr stimmig ist. Sie bleiben solange, bis man sie versteht. Wenn Medizin wie am Fließband arbeitet, bleiben Verstehen und Verständnis und damit Hilfe und Heilung schnell auf der Strecke.

43 Kommentare

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Vorweg: Ich bin froh, in einer Zeit zu leben, in der dem Berufsstand der Mediziner ein so weit entwickeltes Instrumentarium zur Diagnose und Behandlung unserer menschlichen Krankheiten zur Verfügung steht.
250 Jahre Naturwissenschaften haben die menschlichen Gesellschaften mehr verändert als 5000 Jahre Religionsgeschichte. Das jüngste Beispiel sind die Entwicklungen auf dem Gebiet der Kommunikationstechnik.
Vereinfachend gesagt, die fortschreitenden technischen Entwicklungen und die damit verbundenen Optionen haben immer auch Rückwirkungen auf die Lebensgestaltung des Einzelnen wie auch auf die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, innerhalb derer er sein Leben gestaltet.
Die Mediziner bilden da keine Ausnahme.
Arzt ist eine Berufsbezeichnung und kein Synonym für Altruist. In unserer Zeit sind Ärzte zu Dienstleistern und wir zu Kunden geworden. Das ganze Gesundheitssystem atmet inzwischen diesen Geist.
Wenn sie nicht "abgefertigt" werden wollen, begegnen sie ihrem Dienstleister auf Augenhöhe und mit dem Selbstverständnis, mit dem sie ein Problem z.B. mit ihrem Nachbarn durchsprechen.
Wenn sie allerding als Bittsteller auftreten, und dem "Herrn Doktor" den Eindruck vermitteln, er könne mit ihnen so umspringen, wie er das aus seiner Sicht gerade für ausreichend hält ...... ja, dann ....

Kurzum: das alte Bild vom altruistisch geprägten Arzt auf Lebenszeit gehört aus meiner Sicht der Vergangenheit an. Die heutigen Ärzte-Generationen wie auch die anderen Elemente des Gesundheitssystems sind nach meinem Eindruck überwiegend markt- und profitorientiert aufgestellt. In der Folge ist mehr als je zuvor, der mündige Patient gefragt.

Und Sonja, bezahlt wird diese Entwicklung, weil damit alle Interessenverbände einverstanden sind.

Nobody is perfect - im Vergleich haben wir trotz berechtgter Kritik eines der besten, wenn nicht das beste Gesundheitssystem aller Länder auf diesem Planeten.
Da stimme ich Dir fast 100% zu. Bis auf den Punkt, dass andere beratende Dienstleister nicht über ein System finanziert werden, das über vieler Köpfe hinweg reguliert. Befreundete Ärzte jammern über Bürokratismen und vor allem Klinikärzte über Arbeitszeiten ohne Ende und der Patient über Zuzahlungen ohne Ende. Augenhöhe hat auch damit zu tun, dass "meine" Beiträge nicht über meinen Kopf hinweg gesteuert werden. Denn Krankenkassen als Vertreter der Patienten haben in aller Regel keine Ahnung oder keine Handhabe, sind aber zwischengeschaltet. Ich habe letztes Jahr mal - fiktiv - recherchiert, was passiert, wenn ich ein Problem mit einer ärztlichen Behandlung habe. Ich war froh, dass es nur fiktiv war ) und ich nicht auf die verschiedenen Instanzen, Wege und Gremien angewiesen gewesen wäre.
Danke für den Einwand! Darüber muss ich etwas grundsätzlicher nachdenken.
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Wie und das denken jetzt Frauen? Oder ist das der Name ihrer Kolumne? Wenn ja, warum geht es im Text nicht darum? Oder geht es als allgemeiner Artikel zur Gerätemedizin am selbst gesetzten Thema vorbei?
Richtig. Es ist der Name meine Kolumne. Und meine Meinung zu dem Thema. Und jede/r ist herzlich willkommen, seine Meinung zu äußern. Auch eine kontroverse.
Aber es handelt davon, was DU wirklich denkst. Du sprichst ja auch jetzt von DEINER Meinung zu dem Thema. Das passt aber nicht zu dem "eigentlich", denn das würde voraussetzen, dass man glaubt, du würdest eigentlich anders denken. Entschuldige, aber ich finde den Titel genauso wenig durchdacht, wie die Artikel selbst, die nicht richtig auf ein Thema eingehen, sondern stattdessen ein grober Mix sind, der sich anfühlt, als wäre er dir beim Schreiben so eingefallen. Daher aus meiner Sicht nicht mal Mittelstufen-Niveau.
Gibt es etwas anderes als die eigene Meinung? Ich glaube, von Objektivität haben wir schon lange auch erkenntnistheoretisch verabschiedet. Und eine holistische Perspektive, die nicht nur eindimensional und monokausal auf Dinge und Themen schaut, ist auch in Schulen und Universitäten schon seit längerem erlaubt. Methodenpluralismus sei nur ein Stichwort. Unsere Welt ist im Übrigen auch ein Gesamtkunstwerk, in dem manche leider immer noch Einbahnstraßen bauen, so als würde sich das Universum dem auf menschliche Verständlichkeit fokussierten Verstand fügen. Manche Frauen teilen meine Meinung, manche Männer übrigens auch ) und Wer anderer Meinung ist, ist - wie gesagt - jederzeit herzlich willkommen. PS. Dein "eigentlich" habe ich nicht verstanden?
@ Fulmi Nant
Danke! Ihre beiden Beiträge haben mir wieder bewußt gemacht, wie unersetzlich Menschen wie Sie für unsere Gesellschaft sind!
Danke Dieter.
An Sonja: Mal Objektivität, Erkenntnistheorie etc. beiseite gelassen, ich rede nur über die Aussage. Hier anhand eines Bespiels erklärt:

Nehmen wir an:

1. Sonja schreibt einen Artikel über Apparatemedizin:
Titel: "Was Sonja über Appraratemedizin denkt"
Inhalt: Sie schreibt ihre Meinung über einen Sachverhalt

2. Sonja schreibt einen Artikel darüber, was Frauen über Apparatemedizin denken:
Titel: "Was Frauen über Apparatemedizin denken"
Inhalt: Sie schreibt über die Einstellung von Frauen gegenüber der Apparatemedizin.

3. Sonja schreibt einen Artikel darüber, was Frauen WIRKLICH über Apparatemedizin denken:
Titel: "Was Frauen WIRKLICH denken, zum Thema Apparatemedizin"

Inhalt: Sie DIFFERENZIERT zwischen dem was (vermeintlich) als Einstellung von Frauen gegenüber der Apparatemedizin gedacht wird (oder bekannt ist) UND dem, was Frauen IN WIRKLICHKEIT über Apparatemedizin denken.

Aber du verfährst nur nach dem 1. Schema (d.h. du schreibst einfach einen Artikel über Sachverhalt X) benennst die Artikel aber so, als würdest du, wie in Beispiel 3, zwischen dem was (gemeinhin über Frauen) gedacht wird und was Frauen aber WIRKLICH denken, differenzieren.

Verstehst du jetzt was ich meine?
Im Übrigen haben wir uns auch laut dem Standardwerk zur evolutionären Erkenntnistheorie (Gerhard Vollmer, Was können wir wissen?) keinesfalls von Objektivität (einfach so) "verabschiedet", sondern diese wurde im Rahmen der Erkenntnistheorie lediglich in eine andere Relation zur eigenen (subjektiven) Erkenntnis/Erfahrung gesetzt. (Siehe hierzu auch: http://www.bertramkoehler.de/Bew1.htm)
Sabine, genau, das sehe ich auch so. Deshalb war ich umso perplexer, als ich feststellte, dass es sich um einen "ganz normalen Artikel" handelt. Hier hatte ich dann später das Gefühl, das Attribut "WIRKLICH" folgt der klassischen "reisserischen" Art, wie es z.B. im Privatfernsehen häufig vorkommt. Als Anspielung darauf, dass jetzt "endlich die Wahrheit auf den Tisch kommt" (und was nebenbei auch alle bisherige Berichterstattung zum Thema Lügen straft), was aber in Wirklichkeit nur der Erhöhung der Aufmerksamkeit dient. Kurz den Artikel aufpeppen soll...

Beispiele (aus Bild, Gala, Bild der Frau, etc.):

- Was ... WIRKLICH über Prinz ... denkt
- Was WIRKLICH im ... geschah
- Die WAHREN Gründe für die Trennung von...
etc.
Ich habe in meinem Studium einiges über Erkenntnisheorie gelernt, auch über die Interkulturalität von Themen. Und es gibt sicher zu jeder Zeit neue Bücher zu der großen Frage, ist die Welt wirklich, gibt es überhaupt eine Welt jenseits meiner eigenen Perspektive. Die Besonderheit einer Kolumne ist, dass man die eigene Perspektive darstellt und keinen Aufsatz schreibt. Das tut man vor allem in den ersten Klassen. Und eine Kolumne muss nicht Wissenschaftlichkeit vortäuschen, sprich: Statistiken auswerten, von denen bekannt sein dürfte, dass ihre Antworten immer nur die Fragen und die Intention des Fragenden wiedergeben. Evidence based medicine z.B. gaukelt Patienten vor, dass es getestete und damit verbriefte Wirkung von Medikamenten etc. gibt. Zu allen Tests finden sich im übrigen gegenläufige Aussagen. Aber andersrum gefragt: warum nicht die eigene Meinung zum Thema Apparatemedizin darstellen? Das wäre doch sicherlich interessant. Und das ist meine "wirkliche" Intention.
Ich glaube du hast mich noch immer nicht verstanden oder willst mich nicht verstehen.

Alle weiteren in deinem Kommentaren angerissenen Themen wirken auf mich wie "Bullshit-Bingo", die verschleiern sollen, dass du auf meine (für andere Mitleser scheinbar nachvollziehbare) Anmerkungen (die übrigens NICHT hochtrabend sondern gymnasiale Mittelstufe waren) nicht eingehst.

Ich sage: "hey deine Titel haben nix mit dem Artikel zu tun!"
Du antwortest: "Evidence based medicine z.B. gaukelt Patienten vor, dass..."

Merkst du das nicht selbst?

Ich erwarte keineswegs, dass du pseudowissenschaftlich (daher) schreibst, sondern lediglich, dass der TITEL deiner Kolumne IRGENDETWAS mit dem ihm folgenden Artikel zu tun hat.

Denn eine Überschrift, die nicht zum Artikel passt (weil sie so tut als wäre die Aussage im Artikel eine völlig andere) ist keine gute Überschrift, es sei denn es ist ein Stilmittel, dass in einer anderen Beziehung zum Inhalt steht.

Und umgekehrt ist ein Artikel, der nicht zur Überschrift passt oder etwas ganz anderes vermittelt, ein schlechter Artikel. Ist das so schwer zu verstehen?

Da hilft auch kein weiteres "Bullshit Bingo", etwa mit Verweis auf die Problematik von intertextuellen Aussagen im Hinblick die Luhmannsche Systemtheorie vor dem Hintergrund einer dekonstruktivistisch-semantischen Analyse.

Anstatt meine Position hier weiter zu erklären, schließe ich mit einer Buchempfehlung:

http://www.suhrkamp.de/buecher/bulls..._58450.html
Ebenfalls empfehlenswert, ein weiteres Buch zum Thema von zwei deutschen Autoren: http://www.bullshitalarm.de/dasbuch/
Danke Marie, ich kann deine Meinung gut nachvollziehen.
ich schließe mich an. Es ist ja alles geschrieben.
Danke Barbara!
Stattdessen aber...

"Und es gibt sicher zu jeder Zeit neue Bücher zu der großen Frage, ist die Welt wirklich, gibt es überhaupt eine Welt jenseits meiner eigenen Perspektive."

-> Bullshit
Mit einem geänderten Titel der Kolumne, z. B. Was Frau Sonja wirklich denkt, wäre zumindest der objektive Anspruch der Serie geklärt.
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Der Realität schon.
Er erkläre gerne warum ich auch dies für Bullshit halte:

"... der großen Frage, ist die Welt wirklich"

---> Hat nichts mit den Fragen im Kommentar zu tun, nichts mit Gerätemedizin, nichts mit dem Titel der Kolumne oder überhaupt der Kolumne. Soll stattdessen vom Thema ablenken, neues Fass aufmachen, Diskussion in die Irre leiten

Zwischen den Zeilen steckt aber auch die Information, dass die Autorin im "Erkenntnistheorie-Unterricht" nicht aufgepasst hat.

"... gibt es überhaupt eine Welt jenseits meiner eigenen Perspektive."

---> Hat ebenfalls nichts mit den Fragen im Kommentar zu tun, nichts mit Gerätemedizin, nichts mit dem Titel der Kolumne oder überhaupt der Kolumne

Auch hier wurde zwar zuerst der Bezug zur Erkenntnistheorie aufgemacht, aber diese Fragestellung widerspricht der Erkenntnistheorie komplett.

Ich habe hier die (belegbare) Vermutung, dass die Autorin in WIRKLICHKEIT keine Ahnung von Erkenntnistheorie hat. spare mir aber die weitere Beweisführung, weil es mir noch immer hauptsächlich um die Diskussion zu den Titeln geht.
Danke Randolf!
Ich habe ehrlich gesagt keinen Schimmer was Erkenntnistheorie ist, aber ich weiß wann sich mir Erkenntnis offenbart.
@Klaus: Erkenntnistheorie gehört zur Philosophie und beschäftigt sich mit den Fragen, welche die Voraussetzungen für Erkenntnis sind, wie Wissen zustande kommt bzw. welche Formen von Wissen und/oder Überzeugungen es gibt und was Meinungen ausmachen.

Gerhard Vollmer, der hier DIE beiden Standardwerke ("Die Natur der Erkenntnis" und "Die Erkenntnis der Natur") geschrieben hat, stellt aber in seinen Büchern weder die Frage "ist die Welt wirklich" noch die Frage "gibt es eine Welt jenseits meiner Perspektive".
@Fulmi, danke für die Erläuterung.
Erkenntnis gewinnen in meinem persönlichen Bereich liefert mir Gewissheit. Das muss nicht unbedingt belegbares Wissen sein.
Aber es sollten Gedanken oder Aussagen sein, die in sich schlüssig sind und als Aussage ohne Widersprüche funktionieren?
Für objektiv belegbares Wissen, ja.
Subjektive Erkenntnis, die zur eigenen Klarheit führt, die innere Gewissheit stärkt, kann auch den objektiven Beleg mangeln. Sie dient dem persönlichen Gebrauch und ist möglicherweise gar nicht beweisbar. Z. B. das Vorhandensein der Seele.
@Fulmi Nant: Bevor man das Wort Bullshit benutzt, sollte man sich vergewissern, dass man es zu Recht gebraucht. Es gibt nämlich keine wirkliche Welt. Das beginnt schon beim Tisch. Stichwort: Energie und Materie. Quantenphysik und Quantentheorie.
@ Randolf: Danke für den Beitrag. Denn eigentlich geht es um das Thema Apparatemedizin und Heilung.
Sorry, aber das ist schon wieder Bullshit. Natürlich gibt es eine Welt. Was steht dem entgegen? Heisenbergs Unschärferelation oder seine Quantenmechanik? Hawkings String-Theorie? Nein, denn selbst wenn letztere endgültig bewiesen würden, wäre dies kein Indiz dafür, dass "es keine Welt gibt". Aber was soll hier das "wirkliche" dazwischen? Es gibt Empirie und es gibt Kognition, also Wahrnehmung der Welt um uns herum.
Die Formulierung "wirkliche Welt" spricht hier Bände, was den Umgang der Autorin mit Empirie betrifft.

Daraus nun die Aussage "Es gibt keine wirkliche Welt." abzuleiten ist schlicht falsch, besser trifft aber hier ebenfalls der Terminus "Bullshit".
Wenn ich meinen Tisch betrachte, sieht er wirklich aus wie ein Tisch und er fühlt sich fest an und ist wirklich stabil, ich hab mich drauf gesetzt und bin nicht durchgerauscht. Was also ist daran nicht wirklich, Sonja?
Wohlgemerkt sind die Beispiele von Sonja (Quantentheorie) bisher noch THEORIE. Am Cern steckt man gerade wieder gewaltige Summen in den LHC, um diese Theorien zu beweisen. Mal sehen ob dies gelingt.

Klaus, ich bin ebenso gespannt auf Sonjas Antwort zu deiner Frage wie du.
@ Fulmi Nant
Jemand, der auf meinen sarkastische Kommentar, er sei unverzichtbar für unsere Gesellschaft, mit Danke reagiert, setzt sich selbst ins rechte Licht.
Im Übrigen macht der Hang zur Selbstdarstellung, eine gehörige Portion Häme und Besserwisserei, angereichert mit ein wenig Rethorik, noch keinen Intellektuellen aus.
Sie haben hier zwei triviale Aussagen zum Titel der Kolumne und Inhalt des Beitrages gemacht. Der Rest Ihrer Äußerungen ist -so vermute ich- einer Vielzahl von kognitiven Dissonanzen in Ihrem Persönlichkeitsprofil geschuldet.
Ach ja, hatten Sie sich nicht bereits vor etlichen Kommentaren abschließend verabschiedet?
@ Dieter Siegle,
ich habe Ihren Kommentar als ironisch empfunden, bitte verzeihen Sie, wenn der vermeintliche Humor darin eine Fehldeutung meinerseits war.

Man kann es als Häme oder Besserwisserei abtun, ja.
Wenn man aber auf Form und Inhalt des Artikels eingeht und Kritik daran übt, ist das dann verwerflich? Mit dem Totschlagargument können Sie jegliche Kritik als Besserwisserei abtun.

Darf ich fragen, wo in meiner Argumentation Sie die "kognitiven Dissonanzen" ausgemacht haben?

Ferner wäre es wohl bei meiner Verabschiedung geblieben, wenn die angesprochene Person sich nicht mit einer Antwort gemeldet hätte, auf die ich wiederum antworten wollte.
Nun, was hat denn mit Frauen zu tun? Frauen sind - sollte ich mich irren, bitte korrigieren - so wie Männer Menschen. Und alle Themen, die Menschen interessieren, interessieren auch Frauen. Sog. frauenspezifische Themen suggerieren, dass Frauen Gala und Bunte lesen und ansonsten auf die Realisierung der Quote hoffen. Oder dass wir Frauen die weibliche Seite repräsentieren sollen. Wir leben im sog. Jahrhundert der Frauen, über die Hälfte der Weltbevölkerung sind Frauen und warum sollen Frauen, pardon: eine Frau nicht über ein Thema schreiben, dass alle betrifft, und dabei "ihre" persönliche und sehr wohl recherchierte Perspektive darstellen, die im übrigen geteilt oder auch diskutiert werden kann? Jeder Mensch trägt eine weibliche und männliche Seite in sich, unterschiedlich entwickelt und ausbalanciert - wertfrei, weil ein universelles Prinzip. Beide Seiten zu leben, möglichst harmonisch, darf und sollte das Ziel sein. Was Frauen wirklich denken sagt nicht und meint nicht: Was alle Frauen wirklich denken. Und das wirklich bezieht sich darauf, dass Frauen nicht nur den femininen Counterpart beziehen.
Wunderbar! Sie sind anderer Meinung. Dann schreiben Sie Ihre Meinung. Was Sie als Frau wirklich denken. Über Apparatemezinin. Ganzheitliche Medizin. Ihre Erfahrungen. Ich kann es nur noch mal wiederholen: Meine Kolumne hat nie den Anspruch erhoben, aller Frauen Meinung zu repräsentieren. Sie ist eine Plattform, auf der sich ein Kaleidoskop unterschiedlichster Meinungen entwickeln kann. Meine Meinung habe ich dargestellt. It's up to you.
Nochmals: Ich würde gerne dazu anregen, dass
1. die angeblich schlechte Recherche konkretisiert wird und nicht einfach behauptet wird
2. die andere, persönliche Meinung formuliert wird
Dann würde genau das passieren, was die Kolumne will: zu Meinungen und Sichtweisen anregen. Sodass sich jede/r seine Meinung bilden kann, diese erweitern oder korrigieren oderoderoder
Es ist noch sehr früh in Rio de Janeiro. Bevor ich in den Tag starte, muss ich noch einen Kommentar übermitteln:
Bei SB gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die unterschiedlichsten Themen anzusprechen und sich darüber mit anderen SB Mitgliedern auszutauschen. Dabei ist niemand gezwungen, sich mit Beiträgen zu befassen, die ihn nicht interessieren, die er für irrelevant hält oder deren Qualität er für unzureichend erachtet.
Was treibt sie eigentlich, Fulmi Nant, Randolf Weihe, Sabine Henke geb. Troitsch und Marie Albrecht, hier als Zensoren aufzutreten und mit Werturteilen um sich zu werfen?
Zu dem im Beitrag von Sonja Bissbort angesprochenen Thema, haben Sie bislang kein einziges Wort verloren.

Aber, um ehrlich zu sein, nach dieser "deutschen Leerstunde" bin ich an Ihrer Meinung zum Thema auch nicht mehr interessiert.
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....Wo ist der gute alte Arzt, der den ganzen Menschen sah.....genau das ist der Punkt......es gibt ihn...den ganzheitlichen Ansatz in Medizin und Pflege...er wird von den meisen Ärzten nicht praktiziert...am wenigsten von den Fachärzten....neben den vielen....nötigen...unnötigen?...Untersuchungen und Medikamenten..bleibt das vertrauenvolle Gespräch oft auf der Strecke...es ist enorm wichtig das persönliche Umfeld des Patienten zu kennen...seine individuellen Lebensumstände...seine Bedenken...seine Nöte und Sorgen und oft seine großen Ängste...und dann dem Patienten ...wenn nötig die therapeutischen Maßnahmen ....in Ruhe...und verständlich zu erklären....und ihm Mut zu machen....und somit auch die Selbstheilungskräfte des Patienten zu aktivieren...und seine Lebensqualität helfen zu verbessern...
Leider wissen die Leute heute viel zu wenig von den Selbstheilungskräften des Körpers, Schulmedizin und Heilpraktiker sollten viel enger zusammenarbeiten, jeder hat seine Berechtigung, weil z.B. bei einem Blindarmdurchbruch oder einem Beinbruch helfen keine Globulie, da braucht man den Chirurgen...
das schlimmste ist aber, das heute keiner mehr Zeit hat, auch nicht zum Gesundwerden, der Mensch ist halt keine Maschine die man an- und abstellen kann
den Menschen....ganzheitlich betrachten...ist eine Kunst...ich kenne eine Ärztin, die Schulmedizin und Naturheilkunde in idealer Weise kombiniert...und auch Ansätze aus der chinesichen Medizin integriert...und Gesundwerden ...an Leib und Seele ist ein Prozeß der einer fürsorglichen empathischen Begleitung des Patienten bedarf......
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