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Radon-Mineral-Bad

Bad Stebener Radon-Symposium beantwortet Fragen zum Thema Schmerz

Von Bayerisches Staatsbad Bad Steben GmbH - Dienstag, 21.04.2015 - 14:52 Uhr

Echte Alternative zur Schmerztherapie mit Medikamenten


BAD STEBEN. Viele interessante Fragen zum Thema Schmerzlinderung beantwortete das erste Bad Stebener Radon-Symposium mit renommierten Fachärzten aus ganz Deutschland. Mit großem Interesse verfolgte das Publikum die Ausführungen bei der Auftaktveranstaltung der Bad Stebener Gesundheitswoche im Kurhaus. Zu den Zuhörern zählten auch Kurgäste und Schmerzpatienten, wie die anschließende Podiumsdiskussion zeigen sollte.

Am Ende durften die Besucher die Erkenntnis mit nach Hause nehmen, dass Radon eine echte Alternative zur Schmerztherapie mit Medikamenten darstellt und als sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin zu sehen ist. Auch auf die Frage nach der Häufigkeit der Anwendungen gab es eine klare Antwort. Das Gremium war sich einig, dass eine Kompaktkur von neun bis zehn Radon-Wannenbädern innerhalb von zwei Wochen für einen Schmerzpatienten verträglich sei und somit auch als Abendkur für Berufstätige in Frage komme – das Ganze jedoch nur auf ärztliche Verord-nung.

Im ersten von vier Arztvorträgen fasste der Bad Stebener Kardiologe Dr. Gerhart Klein die wichtigsten Ergebnisse der Bad Stebener Radonstudien zusammen. Wie der Vorsitzende des örtlichen Kurortforschungsvereins ausführte, hat die sechste Studie, die in Zusammenarbeit mit der Strahlenklink Erlangen als Doppelblindstudie durchgeführt wurde, den wissenschaftlichen Nachweis erbracht, dass eine Serie von neun Radonbädern – verabreicht innerhalb von drei Wochen – Schmerzen über einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten lindern kann. Das Ganze ohne zusätzliche Einnahme von Medikamenten. Als Zusatzeffekt habe die jüngste Studie erstmals auch den Nachweis einer Blutdrucksenkung bei einer Behandlung mit Radon-Kohlensäure-Mischbädern erbracht.

Anschließend sprach Dr. Hans Jöckel aus Bad Kreuznach über „Nutzen und Risiken von Radonbädern“. Der bekannte Internist zerstreute die Ängste vor dem radioaktiven Edelgas Radon, das dank fachgerechter ärztlicher Verordnung nur in unschädlicher Konzentration verabreicht werde und den Selbstheilungsprozess des Körpers anrege.

Wie die Aktivität der Immunzellen bei einer Radon-Therapie erreicht wird, erläuterte Dr.-Ing. Benjamin Frey von der Strahlenklinik der Universitätsklinik Erlangen. Zusammen mit seinen Kollegen hatte er bei der 6. Bad Stebener Radonstudie das periphere Blut der Probanden untersucht und die Immunzellen mit ihren Subtypen analysiert. Dabei zeigte sich ein Langzeiteffekt auf antientzündliche Aktivierungsmarker, womit sich die Langzeitwirkung von Radonbädern erkläre. „Dadurch ist erstmals der Nachweis einer antientzündlichen Wirkung serieller Radonbäder erbracht worden. Es konnte kein signifikanter Unterschied zwischen reinen Radonbädern und Radon-Kohlensäure-Mischbädern beobachtet werden“, so Dr. Frey.

Auch Dr. Christoph von Ascheraden aus St. Blasien bestätigte die langanhaltende scherzlindernde Wirkung des Naturheilmittels Radon. Sein Erfahrungsschatz habe ihm bei den verschiedensten Krankheitsbildern gezeigt, dass zwei Radon-Serien pro Jahr ausreichend seien. Hierzu zählte der Allgemeinmediziner die Erkrankungen des Bewegungsapparates bis hin zu den entzündlichen rheumatischen Erkrankungen und degenerativen Erkrankungen des Musculo-Skeletalen-Systems. Hauptvertreter der entzündlichen Erkrankungen sei die rheumatoide Arthritis mit schmerzhaften Entzündungsschüben praktisch aller Gelenke. Am häufigsten sichtbar seien die schweren Deformierungen der Fingergelenke mit schmerzhaften Schwellungen und Einschränkung der Funktion. Dr. Christoph von Ascheraden weiter: „Der Morbus Bechterew, die entzündlich, schubweise auftretende Erkrankung der Wirbelsäule, wird schon seit über 100 Jahren mit Radontherapie erfolgreich gelindert.“

In Einzelbeispielen berichtete Dr. Christoph von Ascheraden von einer Langzeitwirkung von mehreren Jahren. Dies deckte sich mit den Erfahrungen von Radonpatientin Maria Barth-Bullemer aus Bad Steben, die nach ihrer ersten Radon-Kur fünf Jahre und nach einer zweiten Radon-Kur über zehn Jahr beschwerdefrei geblieben sei. Die etwa 34 Grad warmen Radonbäder beschrieb sie als sehr angenehm. Der Perleffekt der Radon- und Kohlensäure-Bläschen auf der Haut sei einzigartig. „So stelle ich mir ein Bad in Champagner vor“, berichtete Maria Barth-Bullemer mit einem Lächeln.

De wortgewandte Moderator Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel, Balneologe aus Sarow-Törpin in Mecklenburg-Vorpommern, nahm zahlreiche Wortmeldungen aus dem Publikum entgegen, unter anderem von der Vorsitzenden des Kurvereins Petra Lessner, die die Gesundheitspolitik aufforderte, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu ändern – im Sinne einer Rückkehr zu mehr genehmigten Kuren. Auf Nachfrage des Bad Stebener Kurarztes Dr. Klaus Tinter bestätigte das Ärztegremium, dass ein Patient eine Serie von zehn Radonbädern durchaus in einem kurzen Zeitraum von zwei Wochen absolvieren könne.

In seinem Grußwort als Ehrengast hatte der Präsident des Landesgesundheitsamtes, Dr. Andreas Zapf, seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass die Balneologie wieder einen bedeutenderen Bestandteil in der medizinischen Forschung einnehmen wird. Mit Freude habe er deshalb der Durchführung der jüngsten Bad Stebener Radonforschung zugestimmt. Sein Dank galt Dr. Gerhart Klein, der den entscheidenden Anstoß zu den neuesten Untersuchungen gegeben habe. Auch Kurdirektor Ottmar Lang dankte Dr. Gerhart Klein für sein jahrelanges Engagement für den Kurort und bezeichnete ihn als „Motor“ auf dem Gebiet der Radon-Forschung.

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