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Mehrfacherkrankungen: Krankheiten mit Nebenwirkungen

Mehrfacherkrankungen: Krankheiten mit Nebenwirkungen

Von Sozialverband VdK Bayern e.V. - Dienstag, 26.05.2015 - 13:08 Uhr

Bei mehreren Leiden ist die Einnahme der Medikamente besonders wichtig

Viele chronische Leiden ziehen weitere nach sich. Gerade im Alter sind zwei oder mehr Erkrankungen keine Seltenheit. Die sogenannte „Multimorbidität“ ist mehr als die Summe von Einzelerkrankungen und sollte von einem fachkundigen Arzt koordiniert werden.

Fettstoffwechselstörungen sind Auslöser für eine ganze Reihe von Krankheiten. Werden mit der Nahrung zu viele Fette aufgenommen, können sie nicht mehr abgebaut werden und lagern sich stattdessen in den Adern ab. Die Blutgefäße verengen sich, und das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, steigt. „Fettstoffwechselstörungen und Arteriosklerose ist eine häufige Kombination“, sagt Prof. Dr. Ralf-Joachim Schulz, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie. Der renommierte Experte für Altersmedizin leitet die Klinik für Geriatrie am St. Marien-Hospital in Köln.

Etwa drei von vier Menschen über 65 Jahre leiden an chronischen Mehrfacherkrankungen. Die Krankheiten und auch die Medikamente können sich gegenseitig beeinflussen. Auch Bluthochdruck kann, wenn er nicht behandelt wird, zu schweren Erkrankungen führen. Er schädigt das Herz, das in der Folge nicht mehr ausreichend Blut in die Organe pumpen kann. Dadurch werden die Organfunktionen beeinträchtigt. Insbesondere die Nieren können betroffen sein. Eine weitere gefährliche Kombination ist Diabetes und Arteriosklerose. Ist der Blutzucker schlecht eingestellt, können sich überschüssige Stoffe an den Gefäßwänden ablagern. Diese führen im schlimmsten Fall zu Durchblutungsstörungen und Nervenschädigungen.

Bei all diesen Leiden sieht Schulz eine gemeinsamen Ursache: „Sie haben oft ihren Ursprung im Übergewicht“, sagt er. Prävention bedeutet für ihn, darauf zu achten, dass es gar nicht erst so weit kommt. „Dazu gehören eine gesunde Ernährung, körperliche Aktivität, Normalgewicht und ein geregelter Tag-Nacht-Rhythmus.“ Mehrfacherkrankungen sind ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren. Ein Laie kann sie nicht ohne weiteres verstehen. „Man braucht einen Arzt, der die Erkrankungen in einen sinnvollen Zusammenhang bringt“, betont Schulz.

Im Idealfall ist das für ihn der Hausarzt, der eine geriatrische Weiterbildung hat. Er setzt in der Therapie die Prioritäten, denn „es hat keinen Sinn, eine Arteriosklerose zu behandeln, ohne dass die Fettstoffwechselstörung mitbehandelt wird, die der Auslöser dafür war“. Auch der Patient kann aktiv mitwirken, um mit seinen Erkrankungen besser zurechtzukommen: „Er sollte die Risikofaktoren kennen, sein Gewicht sowie seinen Flüssigkeitshaushalt, und er sollte wissen, welche Diät er braucht, was er essen darf und was nicht“, so Schulz.

Besonders wichtig ist bei Mehrfacherkrankungen die Medikation. Bei zwei oder mehr chronischen Krankheiten muss der Patient oft eine Vielzahl an Tabletten einnehmen, die gut aufeinander abgestimmt sein sollten. Deshalb, so Schulz, sei es wichtig, die Anweisungen der Ärzte genau zu befolgen. „Es sollen nur die Medikamente genommen werden, die verschrieben wurden“, rät er. Auch pflanzliche Mittel, die vermeintlich ungefährlich sind, könnten eine negative Auswirkung auf die Therapie haben. Ginkgo beispielsweise sorge dafür, dass bestimmte Medikamente schneller abgebaut werden und damit weniger wirksam sind.

Zur besseren Versorgung der Patienten sei es wichtig, dass sich Fachärzte, Krankenhäuser und Hausarzt vernetzen. „Hier wäre die elektronische Gesundheitskarte zum Datenaustausch eine echte Hilfe“, betont Schulz. Vor allem hochbetagte Menschen und Kranke, die sich nicht mehr oder nur eingeschränkt äußern können, würden enorm davon profitieren. (Annette Liebmann)

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Mehrfach-Krankheiten? - Die meisten "Mehrfach-Krankheiten" haben einen gemeinsamen Nenner... Diesen zu lösen und die Ursache zu behandeln und nicht lediglich die Symptome zu unterdrücken - würde den Menschen mehr helfen als eine Tablette nach der anderen in sich hineinzutun.
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