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... könnt wohl wehtun

Über das HeldenGen und die Weicheier

Von wize.life-Nutzer - Sonntag, 26.07.2015 - 10:18 Uhr

Es gibt schmerzempfindlichere und weniger schmerzempfindliche Menschen. Während es Manchen schon bei geringem Anlass die Tränen in die Augen treibt, ertragen andere große Schmerzen scheinbar heroisch. Doch Schmerzempfindung ist keine Frage des Charakters! Sensibelchen müssen sich nicht für ihre scheinbare Wehleidigkeit schämen. Ihre Empfindsamkeit liegt in einer ungünstigen genetischen Ausstattung begründet.
Generell ist Schmerz ein Gefühl, das der Körper nicht einfach hinnimmt. Stattdessen produziert er körpereigene Opiate - die so genannten Endorphine - und reduziert auf diese Weise unsere Reaktionen auf Schmerzen.
Wie viel der Schmerz hemmenden Stoffe der Körper letztendlich erzeugt, hängt (vereinfacht) von der Aktivität eines bestimmten Gens ab.
Von diesem gibt es aber zwei unterschiedliche Varianten. Bezeichnen wir sie mal mit plus und minus. Da wir von jedem Elternteil eines dieser Gene mitbekommen haben, gibt es 4 mögliche Konstellationen:
++, +-, -+, und - -.
Somit wird klar, dass die Hälfte der Bevölkerung "normal" ist weil sie die Variante +- bzw. -+ aufweist.
Die 25% mit dem minus-minus-Gen sind die "Weicheier" und die restlichen 25% tragen das "Heldengen" in sich.
Wer also schneller zur Schmerztablette greift, braucht zukünftig nicht unbedingt ein schlechtes Gewissen zu haben. Er hat wahrscheinlich einfach nur Pech gehabt und eine ungünstige Genkombination geerbt.
Auch sollten wir "Normalen" die minus-minus-Variante zukünftig nicht belächeln - wir kennen ja jetzt den Grund für deren Empfindsamkeit. Genauso wenig müssen wir "echte Männer" bewundern - sie können auch nichts dafür . Eher etwas neidisch dürfen wir sein - die haben es manchmal einfacher.

Darüber hinaus spielen natürlich auch andere Faktoren im Schmerzempfinden eine Rolle. Z.B. die Tageszeit und der Hormonstatus.
Den Gang zum Zahnarzt etwa sollten Frauen deshalb besser an den Tagen ihrer Tage am frühen Nachmittag wagen, da dann der Estrogenspiegel niedrig ist und die Schmerzschwelle höher liegt.

In diesem Sinne: Allen eine möglichst schmerzfreie Zeit bei SB .

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5 Kommentare

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Hallo Ise,

da habe ich wohl die "gute Variante" in mir

Ich würde aber auch sagen, dass es auch zum teil an dem Schmerz selbst liegt?? Man sagt ja, es gibt solche und solche Schmerzen. Kann ich nicht wirklich beurteilen.
Ich habe es auch schon wirklich miterlebt > Zwei Patienten mit der gleichen OP...der Eine "tapfer??" der andere "wehleidiger??"

Liegt es wohl wirklich an der Disposition?
sicherlich lässt sich das Schmerzempfinden schlecht standardisieren. Selbst bei dem selben Patienten werden sie - je nach Ausgangslage - unterschiedlich empfunden. Aber "schlechte Gene" sind doch allemal für eine Entschuldigung tauglich, oder ?
...Absolut Ise
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Die Menschen gehen unterschiedlich mit Schmerzen um. Da gibt es welche die wegen jeder Kleinigkeit sofort eine Schmerztablette nehmen und welche die Schmerzen aushalten selbst wenn ihnen die Tränen in die Augen schießen. Ich habe noch nicht rausgefunden womit es zusammenhängt, denn es sind nicht immer wehleidige und oder bequeme Menschen die gleich zur Tablette greifen.
wehleidig oder gedankenlos sind in diesem Zusammenhang abwertende Attribute die eben der genetischen Prädisposition nicht gerecht werden. Das habe ich versucht, in diesem Beitrag zu klären. Freu mich immer, wenn sich jemand mit diesen Gedanken auseinandersetzt.
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