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Mein böses Knie und keinen Sekt – Gedanken zur Silvesternacht

Mein böses Knie und keinen Sekt – Gedanken zur Silvesternacht

01.01.2018, 11:45 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Nun haben wir es geschafft und das alte Jahr hinter uns gelassen.
Und was nun?

Viele Menschen wünschen sich ein frohes neues gesundes Jahr. Ich auch, obwohl ich am 30. Dezember noch freiwillig in die Notaufnahme des Uniklinikums gegangen war. Mein rechtes Bein schmerzte schon seit zwei Tagen. Man kann ja nicht wissen. Thrombose, dann Lungenembolie und dann war es gewesen. Nun ist es ja noch mal gut gegangen. Wahrscheinlich ist es nur eine Arthrose im Knie. Ein Glück, damit lebe ich länger. Nur tut es halt weh. Aber dann, gestern nach der Knallerei noch Jazz in ARD - Alpha gesehen und gehört. Um ein Uhr aber ab in die Koje, bin ja nicht mehr der jüngste. Mein Knie rebellierte noch eine gute Stunde, dann schlief ich ein. Ich habe mir schon überlegt, ob ich die letzten Jahre meines Lebens in einem Dauerschmerz verbringen muss. Ach, wie hört sich das furchtbar an. Ich weiß doch nicht, wie viel letzte Jahre ich noch erleben werde und ich möchte doch gerne wissen, ob die blonde Zuckerschnecke Bundeskanzlerin wird, oder ob es der Partei so ergehen wird, wie die Piraten. Und außerdem möchte ich noch meinen Roman um eine Werwölfin beenden und Orhan Pamuks "Die Fremdheit in mir" lesen. Es gibt immer Gründe, den Zeitpunkt des Todes aufzuschieben, doch irgendwann schlägt er doch zu. Sicherheitshalber ziehe ich mir heute wieder die Antithrombosestrümpfe bis über das Knie.

Was für eine dämlich Silvesterpredigt. Erst gestern haben die Sektkorken geknallt, knutsch knutsch und so, ist ja auch alles ok, aber was kann ich dazu, wenn mir die Knie wehtun und meine Frau kurz vor 24.00 Uhr sagt, sie habe keinen Durst. Im Kühlschrank befanden sich sowieso keine Sektflaschen und die halbe Colaflasche (Mist Schleichwerbung) wird dann eben während des Wiener Silvesterkonzertes getrunken.

Ich bin mal ganz ehrlich. Ich habe keinen Bock über mein böses Knie zu grübeln. Wer sagt mir, was morgen ist, mit meinem Knie oder mit der Welt. Niemand! Es sei denn ein selbsternannter Prophet oder eine Reinkarnation des parapsychologischen Diagnostikers Edgar Cayce. Grübeln würde mich lähmen, ich würde nichts gescheites zustande bringen und mich selbst vergessen, im Nebel des Grübelns versinken. Vielleicht wird die Blondine doch keine Bundeskanzlerin und mein Grübeln wäre umsonst gewesen. Also Scheiß drauf (ich meine aufs Grübeln).

Das Leben können wir nur in unserer Gegenwart packen. Im Grübeln und in sonstigen ablenkenden Illusionen verlieren wir unsere Lebensaugenblicke. Das Leben zieht dann vorüber, ohne dass wir es am Schopfe packen. Wir können gerne vom Weltfrieden träumen. Wir können aber auch handfest zupacken und für eine bessere Welt kämpfen (friedlich gemeint). Wir können uns gerne Gesundheit wünschen, aber wenn das Knie zwackt, gehe ich trotzdem zum Arzt.

Das Alter merke ich, wenn ich mit Mühen aus der Badewanne klettere oder Schwung holen muss, um mich von dem Sofa zu erheben. Als großes Geschenk empfinde ich meinen junggebliebenen Geist. Als mein Knie begann zu rebellieren, dachte ich, irgendwann gehe ich am Stock. In der Langsamkeit könnte ich auch schönes entdecken, was ich sonst vielleicht im jugendlichen Tempo übersehen habe. Und schon träume ich wieder.

12 Kommentare

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Gut zu wissen, dass es auch anderen Menschen so wie mir ergeht. Wenn man älter wird, hat man manchmal Mühe, sich damit abzufinden, dass man die Nase nicht mehr vorn hat und es andere gibt, die besser sind.
Aber das beste Rezept scheint mir zu sein, weniger an das zu denken, was nicht mehr oder nur noch mit Mühe geht, sondern für das, was man noch kann, dankbar zu sein. Aber genau das hast du ja in deinem Bericht empfohlen.
  • 02.01.2018, 16:25 Uhr
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wize.life-Nutzer

Zunächst wünsche ich Dir ein gesundes neues Jahr, auf daß Deine Schmerzen im Knie besser werden, vielleicht ganz weg gehen und Du das Glück haben mögest noch lange Jahre Coca Cola ( Schleichwerbung ) zu Silvester zu trinken. Dafür ganz viel

Aber: Du bist nicht der einzigste mit Schmerzen, vielleicht ist das ein kleiner Trost, auch ich habe meine schmerzhaften Macken, die mir des öfteren den Schlaf rauben... beim nächstenmal werde ich an Dich denken
  • 01.01.2018, 11:53 Uhr
Hallo, ich wünsche dir auch ein frohes neues Jahr und take it easy mit dem Zwacken.
  • 01.01.2018, 11:55 Uhr
Danke Martin...
  • 01.01.2018, 12:01 Uhr
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Wieso kennst du meine Story Alter ist eben nix für Feiglinge , also Augen zu und durch .Trotzdem ein Schönes Neues Jahr und mach das Beste draus,das mach ich auch Solange Geist noch jung und wach ist , ist das Leben schön
  • 01.01.2018, 11:52 Uhr
ja so isses dir auch ein frohes neues Jahr.
  • 01.01.2018, 11:54 Uhr
Dankeschön, Herbert
  • 26.01.2018, 19:20 Uhr
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Frohes neues Jahr wünsche ich Dir.
Für Dein schmerzendes Knie empfehle ich Umschläge mit in Retterspitz getränkten Tüchern. Das wirkt Wunder.
https://www.eurapon.de/retterspitz-w...EgLobfD_BwE Gute Besserung !
  • 01.01.2018, 11:51 Uhr
Danke schön, Regina , dir auch ein frohes neues Jahr.
  • 01.01.2018, 11:53 Uhr
Ja Knieschmerzen,kann ich ein Lied davon singen........
Wenn die Knorpelschicht auf den Gelenken ,abgenutzt ist und Knochen auf Knochen reibt ,
dann hilft nur noch Op........
Kurz und bündig und alles ist Bestens
Nimm kein Voltaren,damit schädigt man die Nieren........

Viel Glück und alles Gute
  • 01.01.2018, 13:06 Uhr
mal sehen, was kommt. Dankeschön.
  • 01.01.2018, 14:38 Uhr
Nimm Weihrauchkapseln gegen die Schmerzen , das ist ein Kortisonersatz die helfen auf Dauer .Es dauert allerdings etwa 6 Wochen bis die greifen.
  • 26.01.2018, 20:26 Uhr
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