Massenhaft Bienen, Wespen und Hornissen: Wer sie einfach tötet, riskiert ein ...
Massenhaft Bienen, Wespen und Hornissen: Wer sie einfach tötet, riskiert ein Strafverfahren

Massenhaft Bienen, Wespen und Hornissen: Wer sie einfach tötet, riskiert ein Strafverfahren

News Team
Beitrag von News Team

In diesem Jahr gibt es besonders viele Bienen, Wespen und Hornissen. Entsprechend häufig informieren Bürger die Feuerwehr und bitten um Hilfe bei der Bekämpfung. Doch die ist meist gar nicht zuständig. Der Landkreis Erding hat deshalb in einem Infoblatt zusammengefasst, welche Regeln gelten.

Die Behörde stellt klar:

Generell ist es verboten, wild lebende Tiere zu verletzen oder zu töten. Auch ihre Nester dürfen nicht zerstört werden.

Bienen, Hummeln (Wildbienen), Hornissen und wenige Wespen stehen unter Artenschutz. Wird gegen diese Tiere ohne die notwendige artenschutzrechtliche Genehmigung vorgegangen, handelt es sich um eine Straftat.

Deshalb rät der Landkreis, stets einen professionellen Schädlingsbekämpfer heranzuziehen, wenn eine Bedrohung von den Tieren ausgeht. Diese Experten bestimmten zunächst die Art der Insekten und holen dann gegebenfalls eine Genehmigung für die Umsiedlung oder Vernichtung ein.

Video: Hornissen verletzen Wanderer schwer

Bei Wespen hilft oft Abwarten


Sollte die Lage nicht akut sein, hilft bei Wespen häufig schon einfaches Abwarten. Das alte Nest wird nicht mehr bezogen. Deshalb ist in den meisten Fällen nur Geduld angesagt, wenn ein Nest in Wohnungsnähe entdeckt wird. "Wespen leben nur einen Sommer lang. Sie sterben, je nach Art zwischen August und November, nur die Königinnen überwintern, um im nächsten Frühjahr zwischen April und Mai ein neues Volk zu gründen", heißt es in dem Infoblatt.

Die Feuerwehr dürfe ein „normales“ Wespennest nur bei einer konkreten Gefahr
im Verzug, etwa Lebensgefahr für Kleinkinder oder kranke Menschen beseitigen, wenn ein Schädlingsbekämpfer nicht in vertretbarer Zeit zur Verfügung stehe. "Zudem ist auch der Einsatz der Feuerwehr kostenpflichtig." Es gibt auch Wespenarten für deren Beseitigung eine Genehmigung der Bezirksregierung nötig ist.

Hornissen stehen unter Artenschutz


Hornissen bevölkern wie Wespen ihr Nest nur einjährig. Die Genehmigung zur Umsiedlung oder Beseitigung von Hornissennestern fällt in die Zuständigkeit des Landratsamts. Diese "artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung" darf aufgrund der Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes grundsätzlich nur im Interesse der Gesundheit des Menschen (z. B. bei Allergien, Babys und Kleinkindern im Haushalt) erteilt werden.

Bei Bienen an den Imker wenden


Beim gehäuften Auftreten von Bienen empfiehlt die Behörde, mit einem örtlichen Imker Kontakt aufzunehmen. Nützliche Hinweise gebe auch die Seite www.schwarmboerse.de.

Da Hummeln und Wildbienen in der Natur immer seltener vorkommen, stehen sie unter Artenschutz. Der Antrag für die notwendige Genehmigung zum Beseitigen und Umsiedeln muss direkt bei der Regierung von Oberbayern gestellt werden.