Coaches, Heiler, Scharlatane: Krebsheiler

Beitrag von wize.life-Nutzer

Auf dem Gesundheitsmarkt gibt es reichlich Alternativmediziner und Heilpraktiker, die behaupten, Krebs behandeln zu können. Wohl­gemerkt: Behandeln. Heilungsversprechen geben sie nicht ab. [Da Heilungsversprechen, also Garantien, auf medizinischem Gebiet selbst für beste Fachleute nicht möglich sind, sind sie grundsätzlich verboten, um Scharlatanen diese Werbemöglichkeit zu nehmen. ]
Doch durch ihr Gerede, insbesondere Hinweis auf angeb­lich Geheilte, erwecken diese Scharlatane den Eindruck, Krebs erfolgreich behandeln zu können. Wenn man sie allerdings nach Nachweisen fragt, kneifen sie. Doch wer fragt schon kritisch nach, wenn er in seiner Todesangst nach jedem Strohhalm greift.
Und so wenden sich zahlreiche Krebspatienten von der klassischen Behandlung der Schulmedizin ab, die immerhin konkrete Erfolgschancen hat, gehen zu solchen Scharlatanen – und sterben.
Es ist kein einziger Fall nachgewiesen, bei dem alternative Behandlungen Krebs geheilt hätten. Aber jede Menge Opfer, die wegen solcher wirkungsloser Behandlungen gestorben sind.

Hintergrundinformationen:

Grundsätzliches über Krebs

Seit im Lauf der Evolution mehrere Zellen einen gemeinsamen Organismus bilden, müssen sie ihre Vermehrung abstimmen, damit der Organismus funktionsfähig bleibt. Dafür haben sich im Lauf der Zeit komplexe Regelmechanismen gebildet.
Durch Umwelteinflüsse, z.B. Strahlung, Schadstoffe, können diese Regelmechanismen gestört werden. Da die Umwelt aber schon immer Strahlung und Schadstoffe enthielt, hat die Evolution auch dagegen Schutzmechanismen entwickelt. Treten in einer Zelle Schäden auf, die zu einer unkontrollierten Vermehrung führen würden, trifft der Körper nach und nach verschiedene Gegenmaßnahmen:

Zuerst versucht die Zelle, die zu Grunde liegenden Gen-Schäden zu reparieren.
Klappt das nicht, wird ein Selbsttötungsmechanismus ausgelöst. Versagt auch der (weil z.B. die dafür verantwortlichen Gene gestört sind), so wird die Zelle von außen durch Immunzellen erledigt.

Diese Entstehung und Vernichtung potentieller Krebszellen geschieht in unseren Körpern am laufenden Band. Aber erst wenn mehr Zellen entstehen, als unser Immunsystem wieder beseitigen kann, entsteht wirklicher Krebs. Das kann passieren durch verstärkte Entstehung (z.B. durch Rauchen) oder geschwächtes Immunsystem (z.B. angeboren oder ungesundes Leben).

Vorbeugung

Vorbeugen kann man durch Vermeidung schädigender Einflüsse und durch Stärkung des Immunsystems.

Da schädigende Einflüsse schon immer in der Umwelt waren, gibt es Erfahrungswerte, was normale Menschen aushalten, und daraus werden durch Gesundheitsinstitutionen Belastungsgrenzwerte festgelegt. Werden diese eingehalten, z.B. bei der Arbeit durch Beachten der Sicherheitsvorschriften, besteht kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Übertriebene Ängstlichkeit schädigt über die Stress­mecha­nis­men das Immunsystem.

Das Immunsystem braucht eine ausreichende Versorgung mit Nahrung und Sauerstoff, und einen guten Kreislauf, damit es im Körper überall hinkommt. Ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung an frischer Luft sind das optimale Mittel. Mehr ist bei gesunden Menschen nicht erforderlich, und auch bei Kranken nur, wenn es der Arzt für nötig hält.

Behandlung

Erprobte Behandlungsmethoden mit guten Chancen sind Operation, Strahlen- und Chemotherapie. An schulmedizinischen Krebszentren gibt es noch weitere Methoden, die in Erprobung oder nur für bestimmte Krebsarten geeignet sind.
Operation, bei der die Krebszellen aus dem Körper entfernt werden, ist nur bei einem noch lokal begrenzten Krebs möglich.
Strahlen- und Chemotherapie basieren darauf, dass Krebszellen empfindlicher sind, als gesunde Zellen. Der Körper wird (möglichst auf die Tumorregion begrenzt) Belastungen ausgesetzt, die gesunde Zellen noch überleben, die aber Krebszellen nach und nach zum Absterben bringen. Diese Belastung erzeugt massive Nebenwirkungen, die Krebspatienten fürchten und leicht irrational handeln lassen. Aber sie sind nun mal besser, als der sichere Tod bei fehlender oder falscher Behandlung.

Alternativmedizinische Behandlungen heilen Krebs nicht. Es ist kein einziger Fall nachgewiesen, bei dem eine alternative Behandlung Krebs geheilt hätte.
Dennoch kann die Alternativmedizin nützlich sein, wenn sie nicht an Stelle, sondern zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung angewendet wird. Sie kann nämlich die Nebenwirkungen der Krebsbehandlung mildern.

Sollte jedoch ein Heiler behaupten, dass seine Methode die Schulmedizin ersetzen kann, so ist er ein potentieller Mörder, der seinem Opfer nur das Geld aus der Tasche zieht und es hinhält, während der Krebs es tötet.

Links
Wikipedia über Krebs
•Film: "Krebs: Das Geschäft mit der Angst"

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