Hasenpest-Infektionen nehmen in Deutschland zu
Hasenpest-Infektionen nehmen in Deutschland zuFoto-Quelle: Robert Koch-Institut

Infektion mit Hasenpest: Mann infiziert, Katze tot

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Beitrag von News Team

In Amerika ist ein neuer Fall von Hasenpest aufgetaucht. Ein 68-jähriger Amerikaner hatte sich bei seiner Katze mit dem gefährlichen Virus angesteckt. Die Katze starb wenige Tage, bevor bei ihm die ersten Symptome auftraten. Auch in Deutschland sind Infektionen von Menschen bekannt.

Hasenpest konnte erkannt werden


Mit Symptomen wie bei einer Grippe sowie großen, dunklen Beulen am Hals suchte der 68-jährige Amerikaner eine Klinik auf. Wie N-TV berichtet, konnten die Ärzte zunächst keine Ursache finden, bis sie erfuhren, dass die Katze des Mannes kurz zuvor gestorben war.

Der Mann hatte sich mit francisella tularensis infiziert, wie eine Blutuntersuchung ergab. Diese Bakterien können eine lebensbedrohliche Tularämie - bekannt als Hasenpest - auslösen, wie es bei N-TV weiter heißt. Durch die Einnahme eines Antibiotikums konnte die Krankheit zum Glück besiegt werden. Der Rentner ist wieder vollständig genesen.

Die Ärzte vermuten, dass sich der Mann bei seiner verstorbenen Katze angesteckt hat. Das Haustier könnte sich wiederum durch den Verzehr von erkrankten Nagern infiziert haben.

Fälle aus Deutschland

Die Krankheitsfälle in Deutschland steigen. 52 Fälle notierte das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin im Jahr 2017. Eine Frau aus Karlsruhe hatte es letzten Sommer schlimm erwischt. Vermutlich bei einem Fitness-Camp Ende Juni 2017 infizierte sich die 41-Jährige mit der Hasenpest. Dort kroch sie durch den Schlamm.

Wie der SWR berichtet, bekam sie eine Woche später hohes Fieber. Außerdem waren ihre Lymphknoten unter den Achseln geschwollen. "Sommergrippe" lautete die erste Diagnose. Erst als sich ihr Zustand dramatisch verschlechterte und sie ins Krankenhaus kam, wurde dort die Hasenpest diagnostiziert. "Ich hatte wirklich Glück, das war kurz vor knapp", sagte die 41-Jährige den "Badischen Neuesten Nachrichten".

So können Sie sich infizieren

- Kontakt der Haut oder Schleimhäute mit infektiösem Tiermaterial (z. B. bei der Verarbeitung infizierter Tiere) oder mit kontaminiertem Wasser; in der Folge auch durch Schmierinfektionen, z. B. Infektion der Augen durch Kontakt mit kontaminierten Händen.

- Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Fleisch (z. B. Hasen) oder anderen kontaminierten Lebensmitteln (z. B. durch Mäusekot kontaminiertes Getreide)

- Aufnahme von kontaminiertem Wasser

- Inhalation von kontaminiertem Staub oder Aerosolen (z. B. beim industriellen Waschen und Zerkleinern von kontaminiertem Gemüse, Rasenmähen oder Heubearbeiten)

-Stich oder Biss von infizierten blutsaugenden Arthropoden (z. B. von Bremsen, Mücken, Zecken)

- 2016 wurden Infektionen durch rohen, unbehandelten Traubenmost gemeldet

Die Inkubationszeit beträt in der Regel 3 bis 5 Tage. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist bislang nicht bekannt. Die Krankheit kann aber auch für Menschen tödlich enden, wenn sie nicht entsprechend behandelt wird. So zählt das RKI unter anderem Leber- und Nierenversagen auf, aber auch Meningitis.


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