Spaziergänger sollten sich von zutraulichen Hasen fernhalten, da sie an Hase ...
Spaziergänger sollten sich von zutraulichen Hasen fernhalten, da sie an Hasenpest erkrankt sein könntenFoto-Quelle: Pixabay

Hasenpest-Alarm: 9 Männer auf Isolierstation in Bayern - Warten auf Testergebnis

News Team
Beitrag von News Team

Bei einer Treibjagd in der Oberpfalz haben sich neun Jäger offenbar mit der Hasenpest infiziert. Die Männer liegen derzeit auf der Isolierstation des Amberger Krankenhauses. Für Menschen kann die Krankheit tödlich sein, wenn sie nicht erkannt und behandelt wird.

Acht der Männer haben sich laut Bayerischem Rundfunk vermutlich vergangene Woche bei einer Treibjagd in der Nähe von Nabburg im Landkreis Schwandorf angesteckt. Bei einem weiteren Erkrankten war wohl sein Hund der Überträger der Krankheit, die bei Menschen zu grippeähnlichen Symptomen führt.

Ein erlegter Hase ist noch im Umlauf

Die acht anderen Männer sollen sich dem Landratsamt Schwandorf zufolge angesteckt haben, als sie einen infizierten Hasen ausgenommen haben. Insgesamt haben die Männer demnach acht Tiere erlegt, von denen sie vier verkauft haben.

Da auch das Fleisch von erkrankten Tieren infektiös sein kann, wenn es nicht komplett durchgebraten gegessen wird, wurden die verkauften Hasen aus dem Verkehr gezogen. In drei Fällen war das problemlos möglich, da den Jägern die Käufer persönlich bekannt waren. Ein von den Jägern geschossener Hase allerdings befindet sich noch im Umlauf.

Testergebnis steht noch aus

Ob die Jäger tatsächlich an der Hasenpest erkrankt sind, lässt sich ganz genau erst in der kommenden Woche sagen, da sich die Antikörper im Blut erst nach gut einer Woche nachweisen lassen. Erst dann kann durch das Robert Koch Institut ein Test durchgeführt werden. Bis das Testergebnis vorliege, sollen dem Männer auf der Isolierstation bleiben, so das Landratsamt Schwandorf.

Vor allem Jäger können sich mit Hasenpest anstecken, da sie direkten Kontakt zu Tieren haben. Spaziergänger sollten sich von ungewöhnlich zutraulichen Hasen fernhalten, da ihre Zutraulichkeit ein Hinweis darauf sein kann, dass sie an Hasenpest erkrankt sind.

Hasenpest wird von den Tieren auch auf Menschen übertragen.

So können Sie sich infizieren:

- Kontakt der Haut oder Schleimhäute mit infektiösem Tiermaterial (z.B. bei der Verarbeitung infizierter Tiere) oder mit kontaminiertem Wasser; in der Folge auch durch Schmierinfektionen, z.B. Infektion der Augen durch Kontakt mit kontaminierten Händen.

- Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Fleisch (z.B. Hasen) oder anderen kontaminierten Lebensmitteln (z. B. durch Mäusekot kontaminiertes Getreide)

- Aufnahme von kontaminiertem Wasser

- Inhalation von kontaminiertem Staub oder Aerosolen (z.B. beim industriellen Waschen und Zerkleinern von kontaminiertem Gemüse, Rasenmähen oder Heubearbeiten)

-Stich oder Biss von infizierten blutsaugenden Arthropoden (z.B. von Bremsen, Mücken, Zecken)

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 3 bis 5 Tage. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist bislang nicht bekannt.

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