Krätze in Thüringen
Krätze in ThüringenFoto-Quelle: gemeinfrei

Thüringen: Krätze-Alarm in Kitas und Schulen - Schon 120 Fälle

News Team
Beitrag von News Team

Die Zahl der Fälle von Scabies (Krätze) in Gemeinschaftseinrichtungen (Kindertagesstätten und Schulen) in und um Schmalkalden ist nach Angaben des Gesundheitsamtes weiter gestiegen.

Der Fachdienst Gesundheit im Landratsamt hat bis Dienstag 12 Uhr von etwa 120 Menschen Kenntnis, die sich wegen Scabies erkrankungsbedingt in Behandlung befinden. Eine Meldepflicht für die Krankheit besteht nur für Gemeinschaftseinrichtungen. „Nicht alle Personen, die sich behandeln lassen, sind auch erkrankt“, sagt Dipl. med. Waldemar Olk, hygieneverantwortlicher Arzt im Gesundheitsamt. „Einige lassen sich auch prophylaktisch behandeln. Wir empfehlen dies allerdings nur bei längerem Hautkontakt mit einem Erkrankten“, so Olk.

Das Gesundheitsamt steht derzeit mit den Kinderärzten sowie mit Schulen und Kitas im Altkreis Schmalkalden in engem Kontakt, um weitere Hygienemaßnahmen abzustimmen und die Verbreitung von Scabies einzudämmen. „Wir können aber alle Eltern insoweit beruhigen, dass es sich um keine gefährliche oder hochinfektiöse Krankheit handelt“, erklärt Waldemar Olk. Scabies sei zwar unangenehm, aber gut zu behandeln und hinterlasse keine bleibenden Schäden.

In Schmalkalden sind derzeit alle sechs kommunalen Kitas betroffen, dazu die Grundschule, das BBZ und das Gymnasium sowie weitere Einrichtungen in der Region wie der Kindergarten in Schnellbach oder die Grund- und Regelschule in Floh. In einigen Einrichtungen gibt es nur einzelne Krankheitsfälle, besonders stark sind hingegen der Kindergarten Hedwigswiese und die Grundschule in Schmalkalden betroffen. „Alle betroffenen Einrichtungen haben detaillierte Hygienehinweise und Informationsmaterial erhalten. Aufgrund der langen Inkubationszeit von vier bis sechs Wochen sind Neuerkrankungen aber weiterhin wahrscheinlich“, erklärt Olk.

Das Gesundheitsamt bietet auf der Internetseite des Landratsamtes (www.lra-sm.de) Informationsmaterial zu Scabies an. Besorgte Lehrer, Erzieher und Eltern können sich bei Fragen ans Gesundheitsamt wenden (03693/485-8704-, 8705-, 8706).

Was ist Krätze?

Jeder Mensch kann von Krätzmilben befallen werden. Die persönliche Hygiene schützt nicht davor. Die Erkrankung (Skabies) wird durch die 0,3 bis 0,5 mm großen befruchteten weiblichen Krätzmilben hervorgerufen, welche in der Haut Gänge bohren und dort ihre Eier und Kot ablegen.

Wie wird der Befall mit Krätzmilben behandelt?

Die Behandlung der Skabies kann örtlich (lokal) oder oral (Einnahme über den Mund) erfolgen. Für die örtliche (lokale) Behandlung stehen in Deutschland grundsätzlich Mittel mit Permethrin, Benzylbenzoat und Crotamiton zur Verfügung. Für die orale (Einnahme über den Mund) Behandlung steht in Deutschland seit Februar 2016 Ivermectin zur Verfügung, vor allem für Betroffene in Gemeinschaftsunterkünften.

Maßnahmen zur Verhütung der Weiterverbreitung

Tritt eine Erkrankung auf, so ist die vorhandene körpernahe Kleidung und Bettwäsche des Erkrankten bei mindestens 50°C für wenigstens 10 Minuten zu waschen. Nicht waschbare Textilien (auch Spielmaterial) sollten chemisch gereinigt werden. Möbel, Fußböden und sonstige Oberflächen sind gründlich abzusaugen, Matratzen zusätzlich zu lüften.

Wenn dies nicht möglich ist, können die Gegenstände und Textilien in Plastiksäcke eingepackt oder in Folie eingeschweißt werden und für 72 Stunden bei mindestens 21°C gelagert werden. Erfolgt die Lagerung bei geringer Luftfeuchtigkeit z. B. direkt vor einem auf mindestens 21°C eingestellten Heizkörper, reichen auch 48 Stunden aus.

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