Pestizide bei jedem Zweiten nachgewiesen (Symbolbild)
Pestizide bei jedem Zweiten nachgewiesen (Symbolbild)Foto-Quelle: Pixabay / gtemeinfrei

Erschütternde Studie legt nahe: Bereits jeder Zweite hat Pestizide im Körper

News Team
Beitrag von News Team

Die Belastung mit Pestiziden ist womöglich weit höher als vermutet. Bei einer aktuellen Untersuchung wurde bei der Hälfte der Proben aus NRW eine "substantielle Mengen endokriner Disruptoren" nachgewiesen.

Wie die Düsseldorfer "Rheinische Post" (Mittwoch) berichtet, war die Analyse von den Grünen in Auftrag gegeben worden. Dabei wurden europaweit 148 Haarproben aus sechs europäischen Ländern auf 30 Pestizide untersucht. 25 der Teilnehmer aus NRW stammen aus sämtlichen Altersgruppen und Regionen des Landes. Möglich wurde die Studie durch einen neuartigen Haartest. Der grüne Europaabgeordnete Sven Giegold kommentierte das Ergebnis:

Die Ergebnisse sind alarmierend. Jede zweite Testperson in NRW hat substantielle Mengen endokrine Disruptoren im Körper. Die Ergebnisse müssen ein Weckruf sein, das Zulassungsverfahren für Pestizide zu verschärfen.

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Im Video: Ohne Arme geboren - Was machen Pestizide mit ungeborenen Babys?


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Er räumte allerdings ein, dass die Studie aufgrund der geringen Teilnehmerzahl statistisch nicht belastbar sei, forderte aber Nachuntersuchungen:

Als Pilot-Studie sollte sie zumindest Anlass für eine Folgestudie auf breiterer Datenbasis sein

Auch die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) äußerte sich zu dem Ergebnis:

Wir werden uns die wissenschaftlichen Kriterien und die Aussagekraft der Ergebnisse genau ansehen.

Die Regionalauswertung der Studie, die genauere Erkenntnisse verspricht, liegt momentan noch nicht vor.

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Pestizide unter Verdacht Babys im Mutterleib zu schädigen
Pixabay / gemeinfreiPestizide unter Verdacht Babys im Mutterleib zu schädigen

Was ist so gefährlich an Pestiziden?

Wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland erklärt, ist "Pestizid" ein Sammelbegriff für tausende verschiedene Giftcocktails. So unterschiedlich die Zusammensetzungen der "Pflanzenschutzmittel" seien, so vielfältig seien auch die möglichen unerwünschten Nebenwirkungen bei Menschen.

Forschungsergebnisse aus den USA deuten auf einen Zusammenhang zwischen pestizidbelasteten Lebensmitteln und der Intelligenz von Kindern hin. Demnach haben Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft mit sogenannten organischen Phosphaten belastetes Obst und Gemüse gegessen hatten, später einen messbar geringeren Intelligenzquotienten. Die amerikanischen ForscherInnen vermuten deshalb einen Einfluss der giftigen Substanzen auf die Hirnentwicklung.

Weitere Informationen zur Auswirkung von Pestiziden finden Sie HIER.

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