Chinaseuche in Deutschland ausgebrochen (Symbolbild)
Chinaseuche in Deutschland ausgebrochen (Symbolbild)Foto-Quelle: Pixabay / gemeinfrei

China-Seuche in Deutschland - Betroffene Tiere verenden nach wenigen Stunden

News Team
Beitrag von News Team

Wie das Veterinäramt Starnberg bestätigt, ist in dem oberbayerischen Landkreis die tödliche China-Seuche ausgebrochen. Betroffene Tiere sterben bereits wenige Stunden nach dem Auftreten erster Symptome. Fachbereichsleiter Dr. Johannes März erklärte im Gespräch mit wize.life, was Tierhalter beachten müssen.

Was bisher geschehen ist

Am vergangenen Montag (12.11.2018) wiesen Mitarbeiter des Tiergesundheitszentrums 5-Seenland in Weßling die sogenannte China-Seuche, auch RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) oder VHD (Viral Haemorrhagic Disease), im Kadaver eines verendeten Kaninchens nach. Das Tier stammte aus einem Privatstall mit 25 Tieren, in dem inzwischen neun weitere Kaninchen verendet sind.

Wie erkennt man, ob ein Tier befallen ist?

Der Fachbereichsleiter des Amtes für Veterinärwesen und gesundheitlichen Verbraucherschutz, Dr. Johannes März beschreibt die äußeren Erscheinungen, die durch die China-Seuche hervorgerufen werden:

Bei infizierten Kaninschen zeigen sich unspezifische Krankheitssymptome, wie Fieber oder Fressunlust. Oft sind erkrankte Tiere auch apathisch. Ein weiteres Anzeichen ist ein zurück gezogener Kopf.

Letztlich sterben die Tiere dann durch innere Blutungen in den Atemwegen, in Magen, Darm und den Harnorganen.
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Im Video: "Klopfer, bist du es?" Reh und Kaninchen tollen auf einer Wiese herum


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Wie erfolgt die Übertragung?

Nach Auskunft von März handelt es sich bei den Viren der China-Seuche um Krankheitserreger, die in der Natur auch ohne Wirt lange überleben können. Eine Ansteckung kann über direkten Kontakt und auch indirekt über Stechinsekten und Fliegen erfolgen. Auch eine indirekte Übertragung über mit dem Virus behafteten Gegenständen (Futter, Kleidung, Käfiginventar) ist möglich. Über wild lebende Kaninchen kann eine Übertragung auch durch Fresspflanzen wie Löwenzahn erfolgen, wenn ein infiziertes Tier daran geknabbert hat.

Was kann man als Tierhalter tun, um sich zu schützen?

Leider gibt es derzeit keine medizinischen Möglichkeiten, um den Krankheitsverlauf zu beeinflussen, so März. Die Tiere sterben bereits wenige Stunden, nachdem die ersten Symptome auftreten. Ob ein Tier tatsächlich befallen ist, kann nur ein Virusnachweis mittels Blutuntersuchung erbringen. Solange die Tiere aber noch gesund sind, besteht die Möglichkeit einer Impfung, die die Tiere dann für ein Jahr schützt.

Was kann man tun, wenn ein Tier befallen ist?

Betroffene Tiere können lediglich eingeschläfert werden, um ihnen ein längeres Leiden zu ersparen. Wichtig ist es danach, den Stall gründlich zu reinigen und das Einstreu auszuwechseln. Die toten Tiere sollten auch nicht im Garten begraben werden, sondern einem Tierarzt übergeben werden. Gegenüber dem Merkur erklärte eine Kollegin vom Tiergesundheitszentrums 5-Seenland, dass das Virus so resistent sei, dass es über Jahre im Erdreich überlebe und weitere Tiere infizieren könne.  

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