Viele Menschen informieren sich im Internet über ihre Krankheitssymptome.
Viele Menschen informieren sich im Internet über ihre Krankheitssymptome.Foto-Quelle: Pixabay

Gesundheitsrisiko Google: Selbstdiagnose nach Internet-Suche kann fatale Folgen haben

News Team
Beitrag von News Team

Fast zwei Drittel der Deutschen haben sich im vergangenen halben Jahr online über eine bestimmte Krankheit informiert. Das bleibt nicht ohne Folgen: Vier von zehn Deutschen wenden Tipps zur Selbstmedikation aus dem Internet an. Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Studie.

Ratgeber in Gesundheitsfragen

Fast 70 Prozent der Bundesbürger mit mäßigem bis schlechtem Gesundheitszustand haben in den vergangenen sechs Monaten im Internet nach ihren Symptomen gesucht, wie eine Studie des des TV-Senders health tv herausgefunden hat. Zahlreiche Portale und Plattformen bieten inzwischen im Internet Informationen zu medizinischen Themen an.

Das hat mitunter auch positive Auswirkungen. 50 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bei der Internet-Recherche Hinweise gefunden hätten, die sie beruhigt hätten. 43 Prozent haben das Gegenteil erlebt: Die Online-Nachforschungen haben sie verängstigt. 22 Prozent fühlten sich danach sogar kränker.

Informationen meist nicht belegt

Vor allem diejenigen, die ohnehin häufiger zum Arzt gehen, bedienen sich gern bei Gesundheitsfragen im Netz. Wer eher selten zum Arzt geht, sieht auch geringeren Nutzen in Online-Gesundheitsinformationen.

"Insgesamt ist das Internet ein geschätzter Ratgeber für Patienten geworden", sagt Axel Link, Geschäftsführer von health tv. "An sich ist es positiv, wenn die Menschen in Gesundheitsfragen gut informiert sind. Nur ist es für die Patienten nicht immer deutlich, ob eine Information auch wissenschaftlich belegt ist. Hier lauern Gefahren."

Risiko Selbstdiagnose

In einigen Fällen kann die Befragung des Internets folgenschwere Konsequenzen haben, wie die Studie belegt. So haben 40 Prozent der Befragten nach ihren Internet-Recherchen angefangen, sich selbst zu therapieren, 18 Prozent haben sogar ohne Rücksprache mit dem Arzt Medikamente eingenommen oder abgesetzt. Mit durchaus großem Risiko: Bei 16 Prozent der Befragten, die sich selbst medikamentierten, hat sich der Gesundheitszustand verschlechtert.

Frauen tendieren stärker als Männer zur Selbsttherapie. 45 Prozent der weiblichen, aber nur 35 Prozent der männlichen Befragten geben an, schon einmal Therapievorschläge aus dem Netz befolgt zu haben.

Gesundheitsportale können helfen, das Informationsbedürfnis von Patienten zu stillen. Aber sie können niemals einen Arztbesuch ersetzen. Über die Diagnose und die richtige Therapie sollte immer ein Mediziner befinden.

15 Prozent der Befragten sagen, dass sie aufgrund von Informationen über Krankheiten und Gesundheitsthemen weniger zum Arzt gehen. Zwölf Prozent haben nach der Konsultation des Internets sogar schon einmal einen Arzttermin abgesagt. Auch das kann fatale Folgen haben.

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Bei jedem Fünften, der nach der Netz-Recherche auf seinen Arzttermin verzichtete, hat sich der Gesundheitszustand verschlechtert. "Es ist sehr gefährlich, dass sich Menschen aufgrund von Ergebnissen einer Suchmaschine vom Arztbesuch abhalten lassen", so Link.


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