Sepsis ist die Nummer Eins der vermeidbaren Todesursachen.
Sepsis ist die Nummer Eins der vermeidbaren Todesursachen.Foto-Quelle: Pixabay

SEPSIS: Bis zu 20.000 VERMEIDBARE Todesfälle - Krankheit wird unterschätzt

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Beitrag von News Team

In Deutschland wird die Sepsis dramatisch unterschätzt. Die Folgen sind bis zu 20.000 vermeidbare Todesfälle pro Jahr - oder 55 Tote pro Tag. Die Sepsis ist weltweit die Nummer Eins unter den vermeidbaren Todesursachen.

Was ist eine Sepsis

Eine Sepsis ist die aggressivste Form einer Infektion, in Deutschland wird die Sepsis dramatisch unterschätzt. Die Folgen sind bis zu 20.000 vermeidbare Todesfälle pro Jahr - oder 55 Tote pro Tag. Die Sepsis ist weltweit die Nummer Eins unter den vermeidbaren Todesursachen, wie "pharmafakten" berichtet. Sie wird ausgelöst durch Bakterien, Viren oder Pilze und deren Gifte. Bei der Bekämpfung der Infektion kommt es zu einer übermäßigen Reaktion. Der Patient ist vor allem durch fehlgeleitete Reaktion seines Körpers auf diesen Angriff gefährdet.

Ursache können etwa Wund- und Harnwegsinfektionen, Lungenentzündungen, eine Bauchfellentzündung oder eine Grippe sein. Die Sepsis kann in kürzester Zeit zu einem Versagen verschiedener Organe führen. Die Sterblichkeit liegt zwischen 20 und 50 Prozent. Sie ist damit deutlich höher als bei Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Wer ist gefährdet?

Eine Sepsis kann jeden treffen. Besonders gefährdet sind aber nicht nur Ältere, sondern auch Kinder unter einem Jahr oder Menschen mit chronischen Erkrankungen oder solche, denen eine Milz fehlt. Ist die Sepsis da, ist Zeit ein entscheidender Faktor, wie es bei "pharmafakten" weiter heißt.

Wie man einer Sepsis vorbeugt, wie man sie erkennt und behandelt, zeigt das Video der Sepsis Stiftung:

Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Mortalitätsrate infolge einer Sepsis in Deutschland mit rund 42 Prozent hoch. In Großbritannien etwa liegt sie bei 32, in den USA bei 23,5 und in Australien bei rund 18,5 Prozent, wie es bei "pharmafakten" weiter heißt.

So könnte man die Sepsis in Deutschland eindämmen

- konsequente Schulungen und Fortbildung von Ärzten und Pflegekräften
- Datenerfassung und Auswertung inkl. der Entwicklung eines eigenen Computerprogramms
- konsequentes Screening der Patienten
- Fallbesprechungen und Feedback
- Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit
- Antibiotikagabe innerhalb einer Stunde
- eine Vollzeitkraft als Sepsisschwester

Die Universität Greifswald hatte mit dieser Methode Erfolg: die Sterblichkeitsrate sank von 45 Prozent (2014) auf 31 Prozent (2017) - das bedeutet eine relative Senkung der Sterblichkeit um ein Drittel. Übertragen auf den bundesdeutschen Maßstab bedeutet das, dass 15.000 bis 20.000 Todesfälle vermieden werden könnten. Symptome einer Sepsis werden oft anderen Krankheiten zugerechnet - ein Fehler mit fatalen Folgen.

Die deutsche Praxis des Umgangs mit Sepsis verursacht tausendfach schweres Leid der Angehörigen durch vorzeitigen Tod ihrer Kinder, Ehepartner, Eltern oder Freunde. Überleben die Betroffenen [...] sind sie nicht selten lebenslang behindert: durch Hirnschädigungen, Gehörverlust oder Amputationen.

Was kann ich tun, um mich zu schützen?

Einen Beitrag können alle leisten: sich impfen lassen. Denn die beste Vorsorge gegen die Sepsis ist die Vorbeugung einer Infektion - und genau das können Impfstoffe, wie "pharmafakten" weiter schreibt. Menschen, die ihre Milz verloren haben, sollten unbedingt gegen Pneumokokken, Meningokokken, Haemophilus und Grippe geimpft sein.


Im Video: Lukas starb mit 15 Jahren an einer Sepsis - Bei diesen Symptomen sofort reagieren

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